Landeshauptstadt Kiel Kiel.Sailing.City
Volltextsuche innerhalb von www.kiel.de

Nikolaikirche: Verlorene Urkunde von 1486 kehrt
ins Kieler Stadtarchiv zurück

Meldung vom 14. Februar 2017

Fielmann AG übergibt historisches Dokument

Mindestens 144 Jahre war es verschwunden – jetzt kehrt ein besonderes historisches Schriftstück in das Kieler Stadtarchiv zurück. Die Urkunde, die ein Stück Geschichte der Nikolaikirche dokumentiert, konnte von der Fielmann AG vor kurzem auf einer Berliner Auktion ersteigert werden. Am Dienstag, 14. Februar, überreichten Kerstin Lemke, stellvertretende Leiterin der Kieler Filiale der Fielmann AG, und Fielmann-Kunsthistoriker Jürgen Ostwald das Dokument an Stadtarchivar Dr. Johannes Rosenplänter und den Pastor der Nikolaikirche Matthias Wünsche.

Pastor Matthias Wünsche, Stadtarcivar Dr. Johannes Rosenplänter und Kerstin Lemke von Fielmann freuen sich über die Rückkehr der verlorenen Urkunde.   Foto: LH Kiel/IversPastor Matthias Wünsche, Stadtarchivar Dr. Johannes Rosenplänter und Kerstin Lemke von Fielmann freuen sich über die Rückkehr der verlorenen Urkunde.   Foto: LH Kiel/IversDie Urkunde hatte zuletzt nachweislich Kiels Bürgermeister Asmus Bremer um das Jahr 1710 in der Hand – in seiner Chronik schrieb er das Dokument vollständig ab. Als der Kieler Historiker Paul Hasse 1872 die Urkunden im Kieler Stadtarchiv sichtete, war die Urkunde aber nicht mehr vorhanden.

Am 25. Juli 1486 ließ Königin Dorothea von Dänemark in Schloss Gottorf die Urkunde in mittelniederdeutscher Sprache ausstellen. Dorothea war die Witwe des dänischen Königs Christian I. und regierte als Vormund ihres Sohns Friedrich die Herzogtümer Holstein und Schleswig.

Die Kirchenvorsteher der St. Nikolaikirche, denen die Bauunterhaltung der Hauptkirche der mittelalterlichen Stadt unterstand, hatten der Königin berichtet, dass ihre Kirche bei einem Unwetter schwer beschädigt worden war („als denne, Gode entbarmet, de Kergke unnde Godeshusz in unnser Stad Kyll nu unlanges groten Weders halven merglichen groten dreffliken Schaden […] genohmen unde geleden hefft“ ). Der Turm war teilweise eingestürzt und die Turmuhr und die Glocken waren zerbrochen und zerstört („in deme de Torne gantz szere toslagen, Szeiger unde ander Klocken darinne hengende gantzliken tobraken unde vordorven syn“).

Königin Dorothea verlieh nun den Vorstehern der Kirche und den Einwohnern der Stadt das Recht, in ihren Ländern Schleswig, Holstein und Stormarn Almosen für den Wiederaufbau zu sammeln. In gleicher Weise riefen einen Monat später auch die Bischöfe von Lübeck und Schleswig zu Spenden in ihren Diözesen auf.

Turmuhr und Glocken von St. Nikolai riefen nicht nur zum Gottesdienst. Sie allein gaben Kiel die Uhrzeiten vor, der Klang der Glocken rhythmisierte den Alltag der mittelalterlichen Stadt. Es gibt keinen Nachweis, wann wieder Glocken in Kiel zum Gebet riefen. Die älteste noch erhaltene Glocke von St. Nikolai wurde im Jahr 1722 gegossen und ersetzte eine ältere Betglocke aus dem 16. Jahrhundert. Die drei übrigen Glocken stammen aus dem Jahr 1928, nachdem die Vorgängerglocken im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen worden waren.

Die zurückgekehrte Urkunde wurde bereits restauriert. Das wertvolle Dokument zur Stadtgeschichte wird der Öffentlichkeit in einer Ausstellung zum 775. Stadtjubiläum präsentiert, die am 22. Juli dieses Jahres im Stadtmuseum Warleberger Hof eröffnet wird.
 

Pressemeldung 100/14. Februar 2017/Ros-ari

kiel.de-Pressemeldungsarchiv zu Kultur durchsuchen

kiel.de-Meldungen zu Kultur durchsuchen
Suche nach Stichwort
Zeitraum
Kategorie