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Hans von Koester (1844 - 1928)

Großadmiral
* 29.04.1844 Schwerin
† 21.02.1928 Kiel
Verleihung am 29.04.1914

Hans von Koester
Hans von Koester
Abb.: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek

Hans Ludwig Raimund von Koester wurde am 29. April 1844 in Schwerin als Sohn eines Gutsbesitzers geboren. Nach dem Besuch des Friedrichwerderschen Gymnasiums in Berlin trat er 1859 fünfzehnjährig als Seekadettenanwärter in die preußische Marine ein. Die fünfjährige Ausbildung auf Segelschulschiffen schloss er mit der Offiziersprüfung auf der Kadettenschule in Berlin und mit der Beförderung zum Unterleutnant zur See ab.

Danach tat er bis zu seiner Ernennung 1870 zum Kapitänleutnant Dienst auf verschiedenen Schiffen. 1874/75 führte er zum ersten Mal als Kommandant die Schulbrigg „Undine“ zu einer 15monatigen Ausbildungsreise nach Nord- und Südamerika. Er übernahm dann das Kommando über verschiedene Schiffe, darunter über die Panzerfregatte SMS König Wilhelm, das damals größte Schiff der Kaiserlichen Marine.

Ein Leben für die Marine

Koester war von 1884 für zweieinhalb Jahre Chef des Stabes der Admiralität in Berlin, von 1887 bis1889 Oberwerftdirektor in Kiel und von 1889 bis 1893 Direktor des Marinedepartements im Reichsmarineamt in Berlin. Während dieser Zeit übernahm Koester als Chef des Übungsgeschwaders 1891 für einige Monate die Führung eines Schiffsverbandes. 1892 erfolgte seine Beförderung zum Vizeadmiral.

Von 1893 bis Ende 1896 war Koester Chef des Manövergeschwaders, von 1896 bis 1903 Chef der Marinestation der Ostsee, der in den Jahren 1899 bis 1903 gleichzeitig als Flottenchef die großen Herbstmanöver der deutschen Hochseeflotte leitete. Inzwischen war Koester 1897 zum Admiral befördert worden. 1899 erhielt er die Ernennung zum Generalinspekteur der Marine und 1905 als erster deutscher Marineoffizier den Titel eines Großadmirals. 1906 schied Koester auf eigenen Wunsch als aktiver Flottenführer aus und ging in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Prinz Heinrich von Preußen, der Bruder Kaiser Wilhelms II.

Lehrmeister der deutschen Flotte

Die Verdienste des Großadmirals Hans von Koester liegen hauptsächlich in der Entwicklung der Taktik der deutschen Marine. Er war Lehrmeister und Erzieher der neuen deutschen Flotte. Er erzog sie zur taktischen Disziplin und ihre Verbandsführer und Kommandanten zu größter Geschicklichkeit im Manövrieren großer Schiffsverbände. Neu war auch, dass Koester die Untergebenen zur Mitarbeit heranzog, sie zu Kritik und Stellungnahme aufforderte. Seine eigene Kritik war nie verletzend, sondern lehrreich und mit Humor gepaart.

„Seine Ausbildungsmethoden wurden beispielgebend: gründliche Schulung des Einzelschiffes, Gefechtsbilder mit eingelegten Störungen, Nachtübungen und kriegsnahes Fahren im Verband bei jeder Wetterlage bis zu den schwierigsten Gefechtskehrtwendungen ganzer Geschwader“ (v. Mantey, S. 188). Koesters Ziel war, dass die deutsche Flotte in einer Schlacht erfolgreich operieren konnte. Schmerzlich musste er dann im Ersten Weltkrieg erfahren, dass die deutsche Hochseeflotte aber keine Entscheidungsschlacht erzwingen konnte.

Ein viel geehrter Seeoffizier

Am 1. Januar 1900 wurde Hans von Koester in den erblichen Adelsstand erhoben und während seiner Berufslaufbahn durch viele in- und ausländische Orden geehrt, u. a. 1902 durch den Schwarzen Adlerorden. 1909 erfolgte die Verleihung der Brillanten zum Schwarzen Adlerorden. 1905 berief ihn der preußische König auf Lebenszeit ins preußische Herrenhaus. 1908 wurde Koester zum Präsidenten des Deutschen Flottenvereins gewählt, seit 1919 war er dessen Ehrenpräsident.
Am 29. April, zu seinem 70. Geburtstag, erhielt Hans von Koester das Ehrenbürgerrecht der Stadt Kiel, weil „er für die Entwicklung des ersten Reichskriegshafens des Deutschen Reiches in hervorragender Weise gewirkt“ hat. „In Sonderheit in seiner Stellung als Oberwerftdirektor, als Chef der Marinestation der Ostsee und vor allem als Chef der aktiven Schlachtflotte.“
Am 21. Februar 1928 verstarb Hans von Koester. Er wurde auf dem Nordfriedhof in einem Ehrengrab beigesetzt. Schon 1906 war in Düsternbrook eine Straße nach ihm benannt worden.


Autorin: Christa Geckeler
Stadtarchiv Kiel


Quellen

  • Stadtarchiv Kiel Akte Nr. 28300: Verleihung der Ehrenbürgerschaft an sein Exzellenz den Großadmiral von Koester

Literatur

  • Mantey, Helmut von: Koester, Hans Ludwig Raimund, in: Hans-F.- Rothert (Hg.): Kieler Lebensläufe in sechs Jahrhunderten, Sonderveröffentlichung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 55, Neumünster 2006, S. 187 f.
  • Kieler Nachrichten vom 27. April 1957, vom 21. Februar 1978
  • Nordische Rundschau vom 17. April 1937