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Magdalena 'Lena' Schröder

Lena Schröder (Foto: Stadtarchiv Kiel)
Lena Schröder (Foto: Stadtarchiv Kiel)

Geboren am 9. Juli 1899 in Potsdam

Lena (Magdalena) Schröder tritt in Erscheinung als Vorsitzende des ältesten Kieler Frauenvereins, des Vereins für Mädchen- und Frauenbildung, der bereits 1896 gegründet wurde. Ihrer Arbeit ist die Einrichtung des ersten Säuglingsheimes der Stadt Kiel zu verdanken sowie der spätere Komplex Haus der Frau am Exerzierplatz.

Die in Potsdam geborene Magdalena lebt seit ihrer frühesten Jugend in Kiel. Sie ist die Tochter eines Astronomen am Deutschen Reichskommissariat und seiner Frau, die 1906 die Kieler Säuglingsmilchküche mit begründete und bis 1921 leitete. Zehn Jahre lang besucht Lena das Lyzeum in Kiel, was für ein Mädchen zur damaligen Zeit einen langen Zeitraum bedeutet.

Magdalena Lamp, so ihr Geburtsname, heiratet zweimal. Ihr erster Mann, der Historiker Vosgerau, stirbt 1924 an seinen Kriegsverletzungen. Drei Jahre später folgt die Heirat Lena Vosgeraus mit dem Mediziner Schröder. Fünf Kinder gehen aus dieser Ehe hervor.

Bis 1930 ist Lena Schröder als Hebamme in Kiel-Holtenau tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzt sie die Arbeit ihrer Mutter fort: Als Vorsitzende des Vereins für Mädchen- und Frauenbildung, der die Kieler Milchküche (ehemals Säuglingsmilchküche) fortführt und 1952 das erste Säuglingsheim der Stadt Kiel gründet, trägt Lena Schröder wesentlich zur Verbesserung der Situation junger Mütter und Kinder bei.

Die Kieler Milchküche (ehemals Säuglingsmilchküche) und das erste Säuglingsheim im Vereinshaus Dahlmannstraße (Foto: Stadtarchiv Kiel)
Die Kieler Milchküche (ehemals Säuglingsmilchküche) und das erste Säuglingsheim
im Vereinshaus Dahlmannstraße (Foto: Stadtarchiv Kiel)

Diesen Einrichtungen wird später die neu geschaffene Mütterschule angegliedert. Zu den Aufgaben des Vereins für Mädchen- und Frauenbildung gehören neben den sozialen Angeboten auch Fortbildungen in Form von Näh- und Flickstunden, Besichtigungen, Vorträgen, Wanderungen und Lesestunden.

1946 steigt Lena Schröder in die Kieler Kommunalpolitik ein. Bis 1951 engagiert sie sich als Ratsfrau für die CDU und von 1955 bis 1959 für den Kieler Block (CDU, FDP, GB/BHE, SHB). In diesem Zeitraum hat sie auch das Amt der stellvertretenden Stadtpräsidentin inne.

Ihr Arbeitsschwerpunkt bleibt auch hier die Sozialpolitik in der vom Krieg schwer zerstörten Stadt. Lena Schröder beteiligt sich in den für Frauen typischen Gremien wie dem Gesundheits-, Fürsorge- sowie dem Vertriebenen- und Ausgleichsausschuss. Außerdem übernimmt sie Schulpflegschaften für die Mädchenberufsschule und für die Gewerbliche und Hauswirtschaftliche Berufsschule.

Als Ende der 60er Jahre die Milchküche in der Dahlmannstraße abgerissen werden soll, erwirbt Lena Schröder unter großen Mühen ein Grundstück am Exerzierplatz, um dort ein Haus der Frau einzurichten. Es soll neben der Milchküche auch die Mütterschule und die Verbraucherzentrale beherbergen. Da es keinerlei städtische Zuschüsse gibt, gestalten sich die Verhandlungen schwierig und langwierig. Lena Schröder erlebt die Verwirklichung ihres Projektes am Exerzierplatz nicht mehr – sie stirbt am 26. Dezember 1972 in Kiel im Alter von 73 Jahren.

[Weitere Informationen im Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung (ACDP), ACDP 02-015-018/8 und ACDP 02-015-001]

 

(aus: Nicole Schultheiß: "Geht nicht gibt's nicht ..."
24 Portraits herausragender Frauen aus der Kieler Stadtgeschichte. Kiel 2007)

 

2009 beschloss die Ratsversammlung, im Neubaugebiet Steenbeker Weg Straßen nach herausragenden Kieler Frauen zu benennen. Eine von ihnen heißt Lena-Schröder-Weg.