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Umbau des Stadtmuseums Warleberger Hof

Bauzeichnung der Straßenansicht vom Warleberger Hof
  Bauzeichnung vom Warleberger Hof

Für das Jahr 2009 / 2010 wurden die für die Sanierung erforderlichen Mittel aus den laufenden Haushaltsmitteln der Immobilienwirtschaft für Unterhaltung u. Sanierung von Gebäuden bereitgestellt.
Nach Auszug des Stadtmuseums konnte die Sanierungsmaßnahme beginnen.
Zunächst wurden die Fachwerkwände konstruktiv saniert.
Dabei wurden 18,5 Kubikmeter Eichenholz mit einer Gesamtlänge von 420m ausgetauscht. 155 Stück Knotenpunkte wurden in traditioneller Handwerkstechnik nach vorhandenem Vorbild überarbeitet bzw. erneuert.
Bei der Durchführung der Sanierung wurde festgestellt, dass die historischen Deckenbalken aufgrund Überlastung und Durchbiegung gebrochen waren. Nach Rücksprache mit den Denkmalschutzbehörden wurden die historischen Balken in der vorgefundenen Lage belassen und statisch mit Beilagehölzern für den Museumsbetrieb ertüchtigt. Die historischen Verformungen des Gebäudes sind im Wesentlichen erhalten geblieben.

Foto der Rückansicht des Gebäuses
Rückansicht des Gebäudes

Mauerwerk

Die historischen Ziegel wurden bei den Rückbauarbeiten der Fachwerkfassaden gefachweise geborgen, zur Wiederverwendung aufbereitet und gefachweise auf Paletten bis zur Weiterverwendung gelagert.
275 m2 Fassadenflächen, davon nur 17 m2 mit neuen nachgestellten Ziegeln.

 

Fenster

Die Stockrahmen der Fenster in den Nordfassaden waren vom Hausschwamm befallen und mussten total ersetzt werden, die nicht befallenen wurden restauriert.
Alle Fenster - Innenflügel sind mit Dämmgläsern ausgestattet worden.

Dach

Foto von sanierungsbedürfigen Dachsparren
Sanierungsbedürfiger Dachsparren

Die Dachflächen der Osttraufen wurden mit neuen Falzpfannen eingedeckt, die Dachflächen der West – und Südtraufen behielten die alte Deckung und wurden partiell mit altem Material ausgebessert und ergänzt.
Das historische Dachgebälk wurde statisch ertüchtigt , das gesamte Dach wurde mit 20 cm Mineralwolle gedämmt.

 

 

Haustechnik und Konjunkturprogramm II

Foto des neuen Aufzuges
Ein moderner Aufzug wurde eingebaut

Durch das Konjunkturprogramm II wurde der Einbau eines Aufzuges mit Anbindung in allen Geschossen für die Herstellung der Barrierefreiheit und der Einbau von je einem behindertenfreundlichen WC im Erd- und Dachgeschoss ermöglicht.
Die Stadt Kiel hat sich 2009 für eine behindertengerechte Erschließung des gesamten Stadtmuseums entschieden. Der Einbau der Aufzugsanlage wurde aus Mitteln des Konjunkturprogramms II in Höhe von 280.000 Euro gefördert.

 

 

 

 

Foto der Ausschachtung am Mauerwerk
Hier wurden die alten Pfahlrostbalken gefunden

Bei den Ausschachtungsarbeiten für den Aufzug wurden Pfahlrostbauten gefunden, deren Alter dendrochronologisch auf das Jahr 1278 datiert werden konnten. Der Warleberger Hof stand in Teilen also bereits im hohen Mittelalter an dieser Stelle.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenfalls konnte aus Mitteln des Konjunkturprogramms II eine energetische Sanierung der Haustechnik (Einzelraumregelung Heizung und effiziente, museumsgerechte Beleuchtung) und des Gebäudes (Wärmedämmung) mit einem Eigenanteil von 65.000 Euro finanziert werden.
Für die Statische Instandsetzung und alle zur Wiederherstellung notwendigen Maßnahmen mussten 1,47 Mio Euro aufgewendet werden.

Der „mittelalterliche“ Warleberger Hof erfüllt jetzt primärenergetisch die Anforderungen an Neubauten der ENEV 2007.