Friedhof Russee

Die Geschichte

Nachdem im Jahr 1923 die Russeer Gemeindevertretung - Russee war eine eigenständige Gemeinde und gehörte zum damaligen Amt Bordesholm- die Anlage eines Friedhofes beschlossen hatte, wurde der Stellmachermeister Jürgen Christian Sellmer am 28. November 1925 als erster dort beerdigt. Sein Grabmal ist noch erhalten.

Grundlage für die Friedhofsgründung war die Landschenkung des Lehrers a. D. Johann Heuck. Unter Leitung des Friedhofverwalters Albert E. F. Krieg wurde im Jahr 1924 mit der Einfriedung des Geländes, der Bepflanzung sowie dem Bau der Leichenhalle begonnen.

Historische Leichenhalle auf dem Friedhof Russee
Historische Leichenhalle auf dem
Friedhof Russee

Am 8. Mai 1925 wurde Johann Heuck die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Russee zugesprochen. Nach seinem Tod im Jahr 1955 fand er seine letzte Ruhestätte in einem Ehrengrab auf dem Russeer Friedhof.

1953 wurde die Umgestaltung des Friedhofgeländes nach einer Planung des Gartenarchitekten Kurt Lorenzen durch den Friedhofsverwalter Ernst Albert Krieg durchgeführt. Ein Ehrenmal für die Toten der beiden Weltkriege wurde am Hauptweg angelegt. Das Denkmal für die gefallenen des 1. Weltkrieges wurde hierfür von der Kreuzung Dorfstraße/ Bahnhofsstraße (heute Rendsburger Landstraße/ Russeer Weg) zum Friedhof gebracht und in die neue Anlage integriert.

Da der Friedhof zunächst keine Friedhofskapelle besaß, fanden die Trauerfeiern direkt vor der Leichenhalle statt. Daher wurde der Russeer Architekt Heinrich Grömm mit der Planung einer Friedhofskapelle betraut, die am 3. April 1965 eingeweiht wurde.  

Vom Dorffriedhof zum Stadtteilfriedhof

Durch die Gebietsreform kam es am 26. April 1970 zur Eingemeindung Russees in die Landeshauptstadt Kiel. Somit wurde der ehemalige Russeer Dorffriedhof zu einem städtischen Friedhof. Eine vertragliche Vereinbarung sah jedoch vor, dass bis zum Jahr 1974 ausschließlich Russeer Einwohnerinnen und Einwohner ein Beerdigungsrecht auf diesem Friedhof hatten.

Die Friedhofsverwaltung wurde nun offiziell dem Gärtnermeister Götz Albert Joachim Krieg übertragen, der dieses Amt bereits seit 1961 ehrenamtlich inne hatte. 1978 wurde der Friedhof um einen Hektar erweitert und erhielt so seine heutige Gestalt. Die Planung sowie die handwerkliche Umgestaltung übernahmen der Friedhofsverwalter und seine Mitarbeiter selbst.

Die weitläufigen Gehölzflächen sowie die zahlreichen Rasenwege prägen das grüne Erscheinungsbild dieses Friedhofes. Der Russeer Friedhof hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte von einem beschaulichen Dorffriedhof zu einem Stadtteilfriedhof gewandelt, der dennoch eine dörfliche, gepflegte Ruhe ausstrahlt. 

2012 wurde der Tierfriedhof Kiel an den Friedhof Russee angegliedert, damit Tierbesitzer eine angemessene letzte Ruhestätte für ihre treuen Begleiter erwerben können.