Ehrengräber in Kiel

Klaus Groth, Dichter

* 24.04.1819 in Heide

+ 01.06.1899 in Kiel

Das Ehrengrab befindet sich auf dem Südfriedhof, Feld Oa, Nr. 52.

Klaus Groth
Klaus Groth

Klaus Groth wurde als Sohn eines Grützmüllers in Heide geboren. Nach Schulabgang absolvierte er eine Schreiberlehre beim Kirchspielvogt.

Später besuchte er das deutsche Lehrerseminar in Tondern und war anschließend in seinem Heimatort einige Jahre Mädchenschullehrer. Er legte dieses Amt aus gesundheit- lichen Gründen nieder. Danach folgten sechs Jahre auf Fehmarn.

1852 erschien sein plattdeutscher Gedichtband "Quickborn", der Groth mit einem Schlage berühmt machte. Mit dieser Dichtung brachte er dem deutschen Volke die Schönheit der plattdeutschen Sprache wieder zum Bewusstsein. 1853 siedelte er im Alter von 34 Jahren nach Kiel über.

Er arbeitete hier von Oktober 1854 bis April 1855 mit Professor Karl Müllenhoff an der Feststellung der plattdeutschen Grammatik und Orthographie sowie an den neuen Auflagen des „Quickborn“. Während des Winters 1854/55 entstand das Prosawerk „Vertelln“.

Im April 1855 trat er eine große Reise an, die ihn zunächst nach Bonn führte. Hier verlieh ihm die Philosophische Fakultät der Universität durch einstimmigen Beschluss die Würde eines Ehrendoktors. Er reiste weiter in die Schweiz und über Leipzig und Dresden nach Thüringen.

Groths Grab auf dem Südfriedhof
Groths Grab auf dem Südfriedhof

Erst im Sommer 1857 kehrte er nach Kiel zurück. 1858 habilitierte er sich. Klaus Groth wohnte ab 1865 im Schwanenweg. Dort entstand auch sein umfangreichstes Werk dieser Zeit, das Epos „De Heisterkrog“, das in der Gegend von Bredstedt spielt, sowie „Min Jungsparadies“ und zahlreiche Gedichte.

1870 wurden viele dieser Gedichte in dem zweiten Teil des „Quickborn“ zusammengefasst. Besonders hervorgehoben sei das ergreifende „Min Port“. Die Gartenpforte am Schwanenweg, die so oft geknarrt hatte, wenn Frau, Kinder, Verwandte und Freunde hereinkamen, knarrte auch, wenn liebe Menschen für immer scheiden mussten, wie 1878 Groths Frau und 1889 sein Sohn August.

Zum 80. Geburtstag verliehen ihm die Städte Kiel und Heide das Ehrenbürgerrecht. Als er sechs Wochen später starb nahm eine ungewöhnlich große Trauergemeinde von ihm Abschied. An der Stelle seines ehemaligen Hauses am Schwanenweg steht heute das Krankenhaus „Quickborn“, das diesen Namen zur Erinnerung an das bekannteste Werk des Dichters trägt.

Quelle: Hans-F. Rothert (Hg.): Kieler Lebensläufe aus sechs Jahrhunderten, Sonderveröffentlichung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte Band 55, Neumünster 2006, S. 108-110.