Ehrengräber in Kiel

Dr.-Ing. Rudolf Hell, Wissenschaftler

* 19.12.1901 in Eggmühl

+ 11.03.2002 in Kiel

Das Ehrengrab befindet sich auf dem Parkfriedhof Eichhof, Feld 8c, Nr. 170.

Dr.-Ing. Rudolf Hell
Dr.-Ing. Rudolf Hell

Bereits 1925 entwickelte Rudolf Hell seine erste, für die damalige Zeit bahnbrechende Erfindung - die Bildzerlegeröhre für das Fernsehen. 1927 promovierte er mit einer Arbeit über ein direkt zeigendes Funkpeilgerät für die Luftfahrt, einem Instrument, das dem Piloten die Richtung des anzufliegenden Senders anzeigt.

Zur damaligen Zeit flog man nur bei guter Sicht. Deshalb gaben selbst namhafte Experten dem Funkpeilgerät keine Chance. Die Amerikaner und die Firma Telefunken aber hatten den zukünftigen Wert dieser Erfindung erkannt und zahlten 20.000 Mark Lizenzgebühren dafür. Heutzutage sind Funkpeilgeräte Standard in modernen Flugzeugen.

1929 entwickelte er den Hell-Schreiber. Dieses Gerät wurde später für die Nachrichtenübermittlung nicht nur von den deutschen, sondern auch von den meisten ausländischen Pressediensten eingeführt. 

1950 begann Hell mit der Produktion von Tele-Bild-Geräten. 1951 folgte die Entwicklung elektrisch gesteuerter Graviermaschinen. Unter dem Namen „Klischograph“ bekannt, haben diese Maschinen das Druckhandwerk zur Druckindustrie werden lassen und ihren Platz im hochwertigen Buchdruck, Offsetdruck und Tiefdruck erobert.

Der Katalog der Erfindungen von Dr.-Ing. Rudolf Hell ist neben den genannten unendlich lang. So ist er Inhaber von rund 100 persönlichen und seine Firma von etwa 300 Firmenpatenten. Alle Länder der Erde profitieren heute von den Erzeugnissen des weltweiten Unternehmens.

1968 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Kiel, 1978 den Werner-von-Siemens-Ring, 1979 wurde er Ehrendoktor der Christian-Albrechts-Universität und 1980 erhielt er das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.