Ehrengräber in Kiel

Andreas Gayk, Oberbürgermeister von Kiel

* 11.10.1893 in Kiel

+ 01.10.1954 in Kiel

Das Ehrengrab befindet sich auf dem Alten Urnenfriedhof, Feld 45, Nr. 16 a.

Andreas Gayk
Andreas Gayk

Andreas Gayk sollte auf Wunsch seines Vaters eine kaufmännische Ausbildung absolvieren, doch er wurde Journalist. Während des ersten Weltkriegs diente er als Frontsoldat. 1918 - im Zuge der Novemberrevolution - war er Mitglied des Kieler Soldatenrates und anschließend bei der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung zuständig für Kommunalpolitik.

Nach dem Zusammenbruch der Weimarer Republik ging er nach Berlin. Dort arbeitete er zunächst als Journalist beim Berliner Oppositionsblatt „Blick in die Zeit“, nach deren Verbot als Pharmazievertreter, dann bei der Hilfspolizei.

Während des Zweiten Weltkrieges verlor er seine beiden Söhne, seinen Beruf und seine Wohnung.

1945 kehrt er nach Kiel zurück. Er war Mitglied des Ersten Landtages, führt dann die Landtagsfraktion und wurde parallel dazu Stadtrat von Kiel. Nach der ersten Kommunalwahl 1946 wurde er zum Oberbürgermeister gewählt.

1952 wurde ihm nach dem Tod von Kurt Schumacher die Funktion des zweiten Parteivorsitzenden der Bundes-SPD angetragen, doch er lehnte diese Aufgabe ab, weil er Kommunalpolitik für vorrangig hielt und die Kieler beim Wiederaufbau der Stadt nicht im Stich lassen wollte.

Er setzte unbeugsam die Entnazifizierung durch und arbeitete ebenso kompromisslos am Wiederaufbau Kiels mit. So ging er beispielsweise 1946 mit allen Mitteln gegen die Demontagepläne der Militärregierung vor.

Andreas Gayk organisierte einen freiwilligen Aufräumdienst, stärkte den Willen zum Neuanfang, ließ Trümmer bepflanzen und machte die „Gaykwäldchen“ zum zukunftsträchtigen Symbol eines anderen Kiels. Wohnungsbau und Wirtschaftsansiedlung hatten unter seiner Ägide höchste Priorität.

Das Grab von Andreas Gayk auf dem Alten Urnenfriedhof
Das Grab von Andreas Gayk
auf dem Alten Urnenfriedhof

Er versucht bis zu seinem Tod Vorbild zu sein. Noch in den letzten Tagen lehnt er immer wieder das Morphium ab, mit dem die Ärzte seine unerträglichen Schmerzen lindern wollten, weil ihn die Medikamente bei der „Arbeit und Entscheidung für Kiel“ beeinträchtigen.

Andreas Gayk wurde posthum 1955 mit dem Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel ausgezeichnet.