Ehrengräber in Kiel

Heinrich Johannes Georg Mölling, Oberbürgermeister von Kiel

* 27.08.1825 in Lensahn, Kreis Ostholstein

+ 10.04.1888 in Neumünster, beerdigt in Kiel

Das Ehrengrab befindet sich auf dem Südfriedhof, Feld J, Nr. 351.

Heinrich Johannes Georg Mölling
Heinrich Johannes Georg Mölling

Mölling begann im Jahr 1845 ein Jurastudium an der Universität Heidelberg, das er 1845-1846 an der Universität Bonn fortsetzte. Ab 1847 studierte er in Kiel.

Zu Beginn der schleswig-holsteinischen Erhebung gegen Dänemark meldete er sich im Frühjahr 1848 als Freiwilliger. Im Juli desselben Jahres setzte er sein Studium an der Universität Göttingen fort, kehrte aber im Herbst 1849 nach Kiel zurück, wo er 1850 sein Amtsexamen bestand. Anschließend wurde er Sekretär in der Landdrostei Pinneberg, verließ den Posten im Juli des gleichen Jahres und kämpfte erneut als Freiwilliger im zweiten schleswig-holsteinischen Jägerkorps.

1854 wurde er Kanzlist im Ministerium für die Herzogtümer Holstein und Lauenburg in Kopenhagen, wo er bereits im November 1855 Kanzleirat und Chef des Kontors für kommunale Angelegenheiten sowie des Handels-, Zunft- und Gewerbewesen wurde. Daneben war er seit März 1857 mit der kommissarischen Verwaltung des Bürgermeisteramtes in Segeberg betraut.

Im Mai 1859 wurde Mölling als Gelehrter Senator hauptamtliches Magistratsmitglied in Altona. 1864 wurde er zunächst kommissarisch, 1865 dann endgültig zum Eisenbahnkommissar für Holstein mit Sitz in Altona ernannt.

Nach Beendigung des Deutschen Krieges 1866 und der Eingliederung der Herzogtümer in den preußischen Staatsverband im Januar 1867 wurde er 1867 von der preußischen Regierung zum kommissarischen Bürgermeister von Kiel ernannt.

Als nach der neuen schleswig-holsteinischen Gemeindeordnung vom April 1869 die Magistratsmitglieder von den wahlberechtigten Bürgern gewählt werden mussten, bewarb Mölling sich um das Amt des Bürgermeisters. Er wurde 1870 für zwölf Jahre gewählt. 1882 erfolgte seine Wiederwahl für weitere zwölf Jahre, vor deren Ablauf er jedoch auf einer Dienstreise tödlich verunglückte. 

Möllings Grab auf dem Südfriedhof
Möllings Grab auf dem Südfriedhof

Mölling hatte maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung Kiels von einem Handelshafen provinziell-kleinstädtischen Zuschnitts hin zum bedeutetsten deutschen Reichskriegshafen und zur Großstadt.

Die Einwohnerzahl Kiels stieg von 1867-1890 um das Dreifache, wobei die Marineangehörigen nicht mitgerechnet waren. Im Rahmen der notwendigen Stadterweiterung erstrebte Mölling die Eingliederung der umliegenden Ortschaften. So konnte 1869 Brunswik eingemeindet werden, Wik und Gaarden kamen nach seinem Tod hinzu.

1871 vereinbarte er mit der Marine den Hafenausbau, die Umgestaltung des Hörnufers, den Bau neuer Kaianlagen sowie den Bau einer Eisenbahnlinie zur Norddeutschen Schiffbau AG in Gaarden und der im Bau befindlichen kaiserlichen Werft in Ellerbek, wodurch das damals noch ländliche Ostufer der Förde in eine Industrielandschaft umgewandelt wurde. 

Aufgrund seiner Verdienste verlieh ihm Kaiser Wilhelm I. 1875 zu seinem 50. Geburtstag den Titel eines Ober- bürgermeisters und berief ihn 1879 auf  Lebenszeit in das preußische Herrenhaus. Er erhielt den Roten Adlerorden 4. Klasse im Jahre 1868 sowie 3. Klasse im Jahre 1881.

Quelle: Hans-F. Rothert (Hg.): Kieler Lebensläufe aus sechs Jahrhunderten, Sonderveröffentlichung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte Band 55, Neumünster 2006, S. 231-233.