Ehrengräber in Kiel

Theodor Wille, Kaufmann

* 27.09.1818 in Kiel

+ 09.01.1892 in Hamburg, beigesetzt in Kiel

Das Ehrengrab befindet sich auf dem Südfriedhof, Feld Q, Nr. 31-33.

Theodor Willes Grab auf dem Südfriedhof
Theodor Willes Grab auf dem
Südfriedhof

Theodor Wille ging aus der väterlichen Kohlenhandlung als Zwanzigjähriger nach Brasilien um zu erkunden, welche Aussichten sich der deutschen Kohle böte. Hier fiel sein Augenmerk jedoch bald auf den brasilianischen Kaffee. 1844 gründete er dort die Exportfirma „Theodor Wille & Co.“.

Nach seiner Rückkehr 1847 baute er in Hamburg, Kiel und Glückstadt sein Handelsunternehmen zu einem stattlichen Handelsimperiums aus. In Brasilien kamen Niederlassungen in Rio de Janeiro und Sao Paulo hinzu, während sich in Hamburg die Zentrale der Wille-Gruppe etablierte.

Auch in das Reederei- und Versicherungsgeschäft stieg die Firma ein. Dazu kamen Beteiligungen an etlichen brasilianischen Unternehmen, darunter einer Brauerei und einer Hochseefischerei. Bei der Wille-Gruppe lag auch die Führung einer Unternehmensgruppe, die in Rio das erste Fernsprechnetz installierte.

Die Firma Wille stand auch Pate bei der Gründung weltbekannter deutscher Unternehmen wie beispielsweise 1870 der Commerzbank AG.

Theodor Wille hat trotz globaler Tätigkeiten stets intensive Tuchfühlung mit seiner Geburtsstadt Kiel gehalten. Er vermachte dem Kieler Magistrat ein Vermögen von 1,8 Millionen Goldmark zur „Belegung in sicheren Hypothekenposten, um davon die Zinsen für Schulzwecke..... und die Universität in Kiel zu benutzen“.

Einen Teil der Zinsen sollte der Magistrat „in Portionen von vierhundert Talern“ an Nachkommen seiner Verwandtschaft zu Erziehungszwecken vergeben.

Aus oben genannten Mitteln entstanden unter anderem das Schulmuseum, die Lehrerbibliothek, die Turnhalle in der Waisenhofstraße 3 / Kleiner Kuhberg 14, die Schiffs- und Maschinenbauschule und die heutige Stadtbildstelle.

Nach ihm wurde die Willestraße in Kiel benannt.