Nordfriedhof – Marine- und Kriegsgedenkstätten

Denkmal für die sowjetischen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges

Die Gräber befinden sich auf den Feldern 11,12,13 und 15 B-I.

Grab der sowjetischen Kriegsgefangenen
Grab der sowjetischen
Kriegsgefangenen

Ein Marmorobelisk auf der Grenze zwischen den Feldern 11 und 12 erinnert an sowjetische Kriegsgefangene, die während des Zweiten Weltkrieges in Kiel gestorben sind.

Die kyrillische Inschrift des Steines lautet übersetzt:
„Hier sind 209 sowjetische Bürger bestattet, die in der faschistischen Gefangenschaft umgekommen sind. 1941-1945.“

Sie haben unter anderem in der Rüstungsindustrie, der Landwirtschaft, beim Bunkerbau oder der Trümmerräumung gearbeitet. Man nannte sie schlicht "Fremdarbeiter", doch treffender ist der Begriff "Zwangsarbeiter", denn sie wurden aus ihrer Heimat verschleppt und zur Arbeit gezwungen.

In Lagern lebten die sowjetischen Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen abgesondert von den anderen Zwangsarbeitern als sogenannte „Ostarbeiter“. Während der alliierten Luftangriffe waren sie schutzlos den Bomben ausgesetzt, denn sie durften bei Fliegeralarm nicht in die Bunker.

So starben am 24. Juli 1944 im Lager "Dietrichsdorf II“ 97 namentlich nicht bekannte sowjetische Kriegsgefangene durch einen Luftangriff. Zunächst beerdigte man sie in einem Bombentrichter an der Werft-Bahn in Dietrichsdorf. Im August 1949 wurden sie zum Nordfriedhof überführt.

Im gleichen Monat wurden 57 unbekannte sowjetische Insassen des "Arbeitserziehungslagers Nordmark" aus einem Massengrab des ehemaligen Lagergeländes zum Nordfriedhof überführt. In das "AEL Nordmark" kamen hauptsächlich ausländische und deutsche Arbeitskräfte, die ihre Arbeit nicht erwartungsgemäß erfüllten.

Trat nach 21 Tagen Haft keine "Besserung" bei den Häftlingen ein, drohte die Überführung in ein KZ. Über 600 Menschen überlebten dieses Lager nicht. Sie starben an den katastrophalen Verhältnissen im Lager, an Misshandlungen oder wurden vom Lagerpersonal getötet.

Andere auf dem Nordfriedhof beigesetzte Zwangsarbeiter kamen zum Beispiel von Gut Knoop, Gut Heisch, "Arbeitskommando 201 Neumühlen“, "Russenlager Von der Tannstraße“ und dem Lager Jägerslust bei Achterwehr. Weitere Umbettungen erfolgten im Rahmen der Zusammenlegung der sowjetischen Kriegsgefangenen von anderen Kieler Friedhöfen.

Auf dem Friedhof Eichhof in Kronshagen befindet sich ein weiterer Marmorobelisk. Er hat, abgesehen von der Zahl der Opfer, den gleichen Text.

 
Lageplan "Marine- und Kriegsgedenkstätten"