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Unterstützung bei der Umgangs- und Sorgeregelung im Rahmen des Familiengerichtsverfahrens

Bei der Entwicklung eines einvernehmlichen Konzeptes zur Sorge- und Umgangsregelung haben Eltern, die sich in Trennungs- und Scheidungssituationen befinden, Anspruch auf fachliche Beratung und Unterstützung.

Bevor Sie in die Beratungsstelle kommen ...
haben Sie schon andere Versuche unternommen, Einigkeit darüber zu erzielen, was für Ihr Kind oder Ihre Kinder das Beste ist.

  • Sie haben allein oder mit Hilfe von Verwandten und Freunden nach Lösungen gesucht.
  • Sie haben vor der ersten richterlichen Anhörung Gespräche im Allgemeinen Sozialdienst geführt.
  • Sie haben während der mündlichen Anhörung beim Familiengericht nach einvernehmlichen Regelungen gesucht.

Es geht Ihnen um das Wohlergehen und die weitere Entwicklung Ihrer Kinder. Ihr Engagement zeigt, dass Sie es Ihnen wichtig ist, die gemeinsame Verantwortung als Eltern wahrzunehmen.

 
Wie läuft die Beratung ab?
Der oder die Berater*in steht Ihnen beiden neutral gegenüber. Er beziehungsweise sie stellt die Bedürfnisse und die Entwicklung Ihrer Kinder in den Mittelpunkt und unterstützt Sie in Ihrer Rolle als verantwortliche Eltern.

Zu Beginn der Beratung vereinbaren Sie mit der Beratungsfachkraft, welche der noch strittigen Punkte Sie in der Beratung bearbeiten wollen.

Häufig stehen unterschiedliche Emotionen und Positionen einer Einigung im Wege. Der oder die Berater*in wird mit Ihnen zusammen Gesprächsregeln entwickeln und Sie im Beratungsprozess unterstützen.

 
Wie vertraulich ist die Beratung?
Damit Sie wirkungsvoll bei der Erarbeitung einer tragfähigen Regelung für Ihre Kinder unterstützt werden können, müssen sich alle Beteiligten auf geeignete Rahmenbedingungen einigen.

Beachten Sie bitte insbesondere, dass

  • alle notwendigen Sachverhalte offen gelegt werden,
  • die Gesprächsinhalte von allen Beteiligten vertraulich behandelt werden,
  • Inhalte und Tatsachen aus dem Beratungsverlauf nicht juristisch verwendet werden,
  • der oder die Berater*in nicht als Zeuge im Verfahren auftritt,
  • kein Elternteil während des Beratungsprozesses streitverschärfende Schritte (zum Beispiel die Einstellung von Zahlungen oder Anwaltsschreiben) unternimmt.

Diese und eventuelle weitere Regelungen dienen dem Vertrauensschutz und sind die Voraussetzung für einen erfolgreichen Beratungsverlauf.


Wie geht es nach der Beratung weiter?
Wir beraten und unterstützen Sie dabei, einvernehmliche Lösungen zum Wohl Ihrer Kinder zu entwickeln. Die Information anderer Stellen über das Ergebnis liegt allein in Ihrer Verantwortung.
 

Was ist zu bedenken, wenn die Umgangs- und Sorgeberatung richterlich angeordnet wurde?
Seit dem 1. September 2008 arbeiten die Städtischen Erziehungsberatungsstellen, das Evangelische Beratungszentrum, der Allgemeine Sozialdienst, Anwälte für Familienrecht und das Familiengericht in Kiel nach einem einheitlichen Verfahren.

Alle Beteiligten wollen Sie dabei unterstützen, einvernehmlich Regelungen und Entscheidungen zu treffen, die dem Wohl Ihres Kindes oder Ihrer Kinder am besten entsprechen.

Diese Verfahrensweise entspricht den Anforderungen, die der Gesetzgeber zum 1. September 2009 mit der Reform des Verfahrens in Familiensachen eingeführt hat.

  • Die Beratung läuft inhaltlich genauso ab, als wenn Sie sich aus eigenem Entschluss angemeldet hätten.
  • Die Vertraulichkeit von Inhalten und Tatsachen aus der Beratung ist sichergestellt. Die Beratungsstelle informiert den Allgemeinen Sozialdienst lediglich darüber, wann die Beratung beendet wurde.
  • Die Elternberatung im Rahmen des Familiengerichtsverfahrens ersetzt keine juristische oder psychologische Beratung.

Für weitere Informationen laden Sie sich bitte unser Faltblatt Elternberatung im Rahmen des Familiengerichtsverfahrens herunter.