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Grundsätze für die Aufnahme in städtischen Kindertageseinrichtungen

Stand: August 2015

1. Rechtsanspruch

Jedes Kind hat ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder in Kindertagespflege. Erfolgt die Aufnahme in einer Kindertageseinrichtung, werden Kinder im Alter von 0 bis unter 3 Jahren in Krippen betreut, Kinder im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt im Elementarbereich.

Einige Kindertageseinrichtungen können mit erweiterter Altersmischung von 0 Jahren bis Einschulung ebenfalls Kinder unter 3 Jahren aufnehmen. Schulkinder zwischen 6 und 12 Jahren können Kindertageseinrichtungen mit Hortbereich besuchen.

In allen Bereichen werden Kinder verschiedener Altersstufen in Übereinstimmung mit den pädagogischen Zielen betreut, die im Kindertagesstättengesetz und den Bildungsleitlinien des Landes Schleswig-Holstein und der Rahmenkonzeption für Kindertageseinrichtungen der Landeshauptstadt Kiel formuliert werden.
 

2. Voraussetzungen für eine Aufnahme

Grundsätzlich können nur Kieler Kinder Kindertageseinrichtungen im Kieler Stadtgebiet besuchen. Ändert sich der Wohnort des Kindes oder der Erziehungsberechtigten während des Betreuungsverhältnisses, endet der Betreuungsvertrag automatisch, und das Kind scheidet mit Ablauf des Kindergartenjahres aus. Über Ausnahmen entscheidet das Jugendamt der Landeshauptstadt Kiel auf Antrag der Einrichtungsleitung.

Kinder, die ihren Wohnsitz nicht in Kiel haben, können nur in einer Kieler Kindertageseinrichtung aufgenommen werden, wenn kein Kieler Kind den Bedarf an dem Betreuungsplatz angezeigt hat. Das bedeutet, es müssen freie Kapazitäten bei der Kindertagesstätte vorhanden sein und angrenzende Einrichtungen dürfen ebenfalls keine Wartelisten führen. Kieler Kinder werden bei der Platzvergabe grundsätzlich vorrangig behandelt.

Eltern mit Wohnsitz außerhalb Kiels müssen in ihrer Wohngemeinde spätestens drei Monate vor der gewünschten Aufnahme des Kindes in die Betreuung angezeigt haben, dass sie einen Kindergartenplatz außerhalb ihrer Wohngemeinde wünschen.

Sollte die Gemeindeverwaltung der auswärtigen Betreuung des Kindes zustimmen, wird eine Kostenübernahmeerklärung gemäß § 25a Kindertagesstättengesetz erteilt. Diese Erklärung, in der sich die Wohngemeinde verpflichtet, die Kosten des Betreuungsplatzes, die über die Elterngebühren hinaus gehen, zu zahlen, ist bei der Kindertageseinrichtung einzureichen. Die Entscheidung über die Aufnahme des auswärtigen Kindes behält sich das Jugendamt der Landeshauptstadt Kiel vor. Weitere Hinweise finden Sie hier.

Bei der Aufnahme des Kindes muss eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden, in der bedeutsame vorangegangene Erkrankungen, insbesondere Infektionskrankheiten und Schutzimpfungen des Kindes festgehalten sind.
 

3. Entscheidung über die Aufnahme

Die Entscheidung über die Aufnahme von Kindern in die Kindertageseinrichtung trifft die betreffende Leitungskraft unter Beteiligung der Elternvertretung.
 

4. Öffnungszeiten

Die Kernöffnungszeit der Kindertageseinrichtungen ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. Bedarfsgerechte Betreuung, wie Früh- und Spätdienste, wird in vielen Einrichtungen angeboten.

Während der Sommerferien haben Kinder drei Wochen Urlaub, die genaue Zeit wird in der Kindertageseinrichtung frühzeitig abgestimmt. Bis zu fünf Arbeitstage während der Weihnachtsferien schließen die städtischen Kindertageseinrichtungen. In dieser Zeit wird eine eingeschränkte Betreuung gewährleistet. Einzelheiten über die Betreuung während der Schließungszeiten erfahren Sie etwa vier Wochen vorher am Aushang der Kindertageseinrichtungen.

Nach Absprache mit der Elternvertretung und dem Fachamt kann die Einrichtung an bis zu vier Arbeitstagen pro Jahr aus betrieblichen Gründen oder für Fortbildungen des Teams schließen. Eine benachbarte Kindertageseinrichtung übernimmt in diesem Fall den Notdienst.
 

5. Besuch der Kindertageseinrichtung

Die Kinder sollten die Kindertageseinrichtung regelmäßig an allen Öffnungstagen besuchen. Nur so ist Kontinuität in der pädagogischen Arbeit gewährleistet. Für die Planung ist es erforderlich, dass die Kindertageseinrichtung bis spätestens 9 Uhr informiert wird, wenn ein Kind die Einrichtung nicht besuchen kann.
 

6. Bringen und Abholen

Soll ein Kind allein nach Hause gehen oder im Ausnahmefall von jemand anderem als vereinbart abgeholt werden, ist dazu eine schriftliche Vereinbarung zwischen der Einrichtung und den Eltern erforderlich. Die Aufsichtspflicht der Kindertageseinrichtung und der dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beginnt mit der Übergabe des Kindes an die Einrichtung und endet mit der Übergabe an die abholberechtigte Person; bei Kindern, die alleine kommen und gehen, beim Betreten und Verlassen der Einrichtung.
 

7. Mahlzeiten

Alle Kinder erhalten den ganzen Tag über ausreichend Milch und andere Getränke. Kindern in Dreiviertel-, Ganztags- und Hortgruppen wird täglich eine warme Mittagsmahlzeit gegen eine monatliche Gebühr gereicht.
 

8. Kleidung

Die Kleidung der Kinder soll zweckmäßig sein. Sie soll bei jedem Wetter das Spielen im Freien und ein möglichst problemloses Umgehen mit Farbe, Ton und Matsch ermöglichen.
 

9. Gesundheitsvorsorge

Erkrankte Kinder sollen die Kindertageseinrichtung nicht besuchen. Wenn ein Kind wegen einer infektiösen Krankheit die Einrichtung nicht besuchen konnte, kann bei seiner Rückkehr eine ärztliche Bescheinigung über die Unbedenklichkeit des Kindergartenbesuches verlangt werden.

Kindern werden in der Einrichtung grundsätzlich keine Medikamente verabreicht. Für chronisch kranke Kinder, die eine Dauermedikation oder Notfallpräparate benötigen, müssen Absprachen mit der Einrichtung getroffen werden (gegebenenfalls nach Rücksprache mit der/dem behandelnden Ärztin/Arzt).
 

10. Gebühren

Einzelheiten über die Gebühren für pädagogische Betreuung und Beköstigung sind der in der Einrichtung ausgehängten Gebührensatzung für die Kindertageseinrichtungen der Landeshauptstadt Kiel in der jeweils gültigen Fassung zu entnehmen.
 

11. Kündigung

Die Kündigung des Betreuungsplatzes muss schriftlich unter Beachtung der in der Gebührensatzung angegebenen Termine in der Einrichtung erfolgen.
 

12. Anerkennung der Aufnahmebedingungen

Die Aufnahmebedingungen sind Bestandteil des Betreuungsvertrages und werden durch die Unterschrift unter den Vertrag anerkannt. Die hier genannten Grundsätze für die Aufnahme und Betreuung von Kindern in städtischen Kindertageseinrichtungen in Kiel sind mit dem Stadtelternbeirat abgestimmt.