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7. Stadtgespräch „Flüchtlinge in Kiel“

Dienstag, 28. Februar, 18 Uhr


Elmschenhagen,
Mensa der Lilli-Martius-Schule, Allgäuer Straße 30

Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Ort ist barrierefrei erreichbar.
 

Das Zusammenleben im Stadtteil im Fokus


Die Veranstaltung am 28.02.2017 in Elmschenhagen  war mit etwa 60 Teilnehmenden gut besucht. Es waren auch einige Flüchtlinge dabei, weshalb die Moderatorin Birte Rassmus, (Landeshauptstadt Kiel, Sozialplanerin im Referat von Stadtrat Stöcken) Teile der Diskussion in Englisch zusammenfasste. 

Wie in den vorherigen Veranstaltungen führten Fachleute in das Thema ein:  

  • Stadtrat Gerwin Stöcken, Dezernent für Soziales, Gesundheit, Wohnen und Sport,
  • Erni Schmock und Isolde Kock von der Willkommensinitiative Elmschenhagen,
  • Frank Matthiesen von der Polizeidirektion Kiel,
  • Anne Jost vom Christlichen Verein


Frau Kock stellte ein Fotoprojekt mit Flüchtlingen des Camps vor.


Zusammenfassung aus der Diskussion


Wie sind die Perspektiven der Unterbringung der Flüchtlinge in den Containern am Ellerbeker Weg?

Die Container sind für viel Geld angemietet worden, es besteht die Notwendigkeit der Überprüfung der Unterbringung in stadteigene Unterkünfte. Im Sinne einer Abwägung muss zwar Geld an Mietkosten eingespart werden, man beachte aber auch deutlich die gelungene Integration im Stadtteil. Möglich Betroffene würden rechtzeitig informiert werden.


Wie viel Menschen (mit Aufenthaltstitel) wohnen im Camp? Wie ist die Situation dort? 


Es wohnen aktuell 49 Personen im Camp, aufgrund der massiven Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche verbleiben auch anerkannte Flüchtlinge in der Unterkunft. Nach wie vor erscheine es schwer unter den gegebenen Bedingungen Deutsch zu lernen, es sei sehr hellhörig. Auch hätten einige einen anderen Tag-Nacht-Rhythmus. Es lebten immer noch zwei Menschen in einem Container mit zwölf Quadratmetern. Bezüglich der Gemeinschaftstoiletten und Küchen gäbe es immer mal wieder etwas Ärger unter den Bewohnern.
Über den Aufenthaltsstatus entscheide das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, da hätte man von der Kommune aus keinen Einfluss. Bedacht werden müsse auch, dass in den letzten zwei Jahren das Ausländerrecht zahreiche (15) Änderungen erfahren habe, die umgesetzt werden müssen.


Findet ein großer Wechsel in Richtung Wohnungen statt?

Am Anfang der Flüchtlingskrise stand der Schutz der Betroffenen im Vordergrund, das konnte in Einrichtungen realisiert werden. In der aktuellen Situation auf dem Wohnungsmarkt mit den hohen Zahlen der Studenten und dem allgemeinen Trend des Zuzugs in die Stadt sei ein großer Druck zu verzeichnen. Bei der Vermittlung in Wohnungen hätten Familien den Vorrang. Bisher konnten 1850 Familienangehörige in Wohnungen vermittelt werden. Der Wohnungsstandart kann nicht für alle gleich sein. Für Einzelpersonen wird es sicher schwieriger sein, angemessenen Wohnraum zu finden.

         
In Anbetracht der Wohnungsnot wäre dann nicht Selbsthausbausätze eine Lösung bei der Wohnungsnot?

Viele Geflüchtete wollen längerfristig in Kiel bleiben und nicht in Nachbarkreisen leben. So bleibe die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt hoch, die Gesellschaft sei sicher nicht auf ein Projekt eines Selbstbaus eigener kleiner Häuser auf städtischen Grund eingestellt. Im Sinne eines Abstimmungsprozesses müsse entschieden werden, wie viel Container zur Unterbringung von Flüchtlingen vorgehalten werden.       

    
Hat sich die Kriminalität im Stadtteil erhöht, wird im Camp viel gestohlen?

Herr Matthiessen von der Polizeidirektion informiert, dass der Anteil der angezeigten Straftaten sich nicht erhöht habe, aktuell sei es die niedrigste Anzahl seit zwölf Jahren. Ein Bürger berichtet aus eigenem Erleben könne er von sehr positiven Erfahrungen einer Sprachpartnerschaft sprechen , „Deutsch lernen mit den jungen Menschen ist ein Geschenk“.