Landeshauptstadt Kiel Kiel.Sailing.City

Graue Gehörnte Heidschnucke

Graue Gehörnte Heidschnucke
Graue Gehörnte Heidschnucke

In dieser Rasse ist jeder mal das Schwarze Schaf in der Familie - und zwar direkt nach der Geburt: Die Lämmer der Grauen Gehörnten Heidschnucke werden stets schwarz geboren. Das Haar beginnt sich nur langsam anzupassen, die typische graue Färbung kommt so erst nach dem ersten Haarwechsel voll durch. 

Die Wolle der Schnucken wird allerdings fast nie zur Herstellung von Kleidung verwendet, dazu ist das extrem lange Oberhaar viel zu grob. Aufgrund ihrer Robustheit ist die Wolle eher für die Fertigung von Teppichen oder als Polstermaterial geeignet.

Robust sind auch die Tiere selbst. Ihr wichtigsten Eigenschaften: Widerstandsfähigkeit und Anspruchslosigkeit. So können die Schnucken das ganz Jahr über draußen gehalten werden und benötigen lediglich einen einfachen Unterstand zum Schutz gegen Wind und Nässe.

Die Graue Gehörnte Heidschnucke kann als Inbegriff einer alten Landschafsrasse bezeichnet werden. Das aller Wahrscheinlichkeit nach vom Mufflon abstammende Tier war ursprünglich von Nordeuropa bis Sibirien verbreitet. In Deutschland liegt das Hauptzuchtgebiet heute in der Lüneburger Heide. An die Verhältnisse dort, also an die trockenen und eher nährstoffarmen Böden, hat sich die Graue Gehörnte Heidschnucke bestens angepasst. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts war sie die bedeutendste Nutztierart dieser Region. Die Tiere können aber auch problemlos - wie in den Kieler Gehegen - auf Grünlandflächen gehalten werden.

Bei der Grauen Heidschnucke sind beide Geschlechter gehörnt, leicht unterscheiden lassen sie sich dennoch: Das Gehörn der Böcke ist sehr stark ausgeprägt und erinnert an eine Schnecke, die männlichen, ausgewachsenen Tiere wiegen mit bis zu 90 Kilogramm zudem fast doppelt so viel wie die weiblichen. Die Brunst ist saisonal im Spätherbst, die Lämmer kommen nach einer Tragezeit von 150 Tagen und mit einem Gewicht von zwei bis drei Kilo im Frühjahr zur Welt.

In den Kieler Tiergehegen haben die Heidschnucken sicherlich nichts zu befürchten, hier sollen sie die Besucher erfreuen, mehr nicht. Andernorts aber - das nur zur Ergänzung - werden sie auch ihres fettarmen Fleisches wegen gehaltenen. Das nämlich gilt mit seinem leichten Wildbretgeschmack unter Feinschmeckern als echte Delikatesse.

Graue Gehörnte Heidschnucken finden Sie im Tiergehege Hammer.

Zur nächsten Tierart