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Kamerunschaf

Kamerunschaf
Kamerunschaf

Sie sind ausgezeichnete Landschaftspfleger: Kamerunschafe weiden das ganze Jahr über ihr Areal ab - selbst Brennnesseln, Buschwerk oder gar Disteln sind vor ihnen nicht sicher. Das kleine Hausschaf mit dem länglichen Kopf gilt also völlig zurecht als genügsames Tier.

Vielleicht liegt darin auch der Grund, warum Kamerunschafe überhaupt einst in den Norden gelangten. Die ursprünglich aus Westafrika stammende Rasse erreichte Europa aller Wahrscheinlichkeit nach unter Segeln. Das Kamerunschaf war beliebtes und leicht zu haltendes Provianttier auf Schiffen. Daran erinnerte man sich wohl, als zum Ende des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland immer mehr Zoologische Gärten gegründet wurden, für die allerhand Wildtiere aus den afrikanischen Kolonien herangeschafft wurden - darunter auch Löwen. Doch diese Bestimmung des Kamerunschafes - Wegzehrung für Raubtiere - sollte nicht seine letzte gewesen sein. Aus gutem Grund: Die Tiere, die die Überfahrt überstanden, waren nicht nur bei Zoobesuchern äußerst beliebt, sie wurden später auch von Schafhaltern als bequeme und robuste Landschaftspfleger geschätzt.

Das Besondere am Kamerunschaf ist, dass es keine Wolle im eigentlichen Sinn trägt und somit auch keine Schur erforderlich ist. Zum Winter hin bekommen die Tiere ein dichtes Fell, das sie im Frühjahr innerhalb weniger Wochen wieder abstoßen. Von der Farbe her überwiegt ein kräftiges Rehbraun, die Gliedmaßen der 30 bis 50 Kilo schweren Tiere und der Unterbauch sind schwarz. Die Böcke tragen typische Sichelhörner und eine Mähne, die weiblichen Schafe sind hornlos.

Die Paarungszeit des Kamerunschafs ist asaisonal, das heißt, sie können bis zu zweimal im Jahr Nachwuchs bekommen. Die Geburt verläuft in den allermeisten Fällen problemlos, die Lämmer sind schon nach kürzester Zeit recht flink auf den Beinen. Kamerunschafe sind bereits im Alter von etwa fünf Monaten geschlechtsreif.

Die von Natur aus sehr scheuen Tiere werden nur sehr zögerlich anhänglich und sind vor allem fremden Menschen gegenüber zunächst misstrauisch. Aber wer wollte ihnen das bei ihrer Vorgeschichte auch verdenken? Doch anders als bei den Schiffsreisen nach Europa droht ihnen in den Kieler Gehegen zumindest keine Gefahr. Hier können sie in Ruhe so alt werden, wie es ihrer Natur entspricht - also etwa zehn Jahre.

Kamerunschafe finden Sie im Tiergehege Hasseldieksdamm.

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