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Familie und Beruf

Die Rollenbilder und Beziehungen zwischen Männern und Frauen haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert.

Die Spielräume für die persönliche Lebensgestaltung haben sich erweitert und die Entscheidungsherausforderungen an grundsätzlichen 
Übergängen im Lebensverlauf sind größer geworden.

Gesellschaftliche Zuschreibungen und tradierte Rollenerwartungen geben immer weniger den Lebensverlauf vor.

So gibt es neben dem traditionellen Modell des männlichen Haupternährers und der weiblichen Zuverdienerin egalitäre Partnerschaften mit zwei Hauptverdienern bis hin zur weiblichen Familienernährerin.

Teilzeitarbeit und Minijob

Immer mehr Frauen entscheiden sich nach der Geburt eines Kindes, in den Beruf zurückzukehren, die Frauenerwerbstätigkeit steigt bundesweit.

Nach wie vor beinflussen jedoch traditionelle Strukturen am Arbeitsmarkt und die Gesetzgebung, aber auch die persönlichen Erwartungen das Paar- und Familienleben.

Dies führt dazu, dass viele Frauen in Teilzeit arbeiten oder einen Minijob übernehmen. Je mehr Kinder eine Frau hat, desto kürzer sind ihre Arbeitszeiten. Bei den Männern ist es umgekehrt: je mehr Kinder, desto mehr Arbeitszeit.

Eine eigenständige Existenzsicherung ist für Frauen durch Teilzeitarbeitsverhältnisse oder einen Minijob nicht gegeben.

Der zunächst als attraktiv und flexibel erscheinende Minijob ist zumeist gekennzeichnet durch schlechte Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne.

Nur wenige Frauen finden aus dem Minijob zurück in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, mit gravierenden Auswirkungen auf die Höhe der späteren Rentenleistungen.

Verheiratet... und weniger netto?!

Die Steuerklassenkombination III und V, wählbar für Eheleute und Personen in eingetragenen Lebenspartnerschaften, hat Nachteile für die Person, die weniger verdient - durch hohe Abzüge kommt ein deutlich geringeres Netto heraus.

In 90 Prozent der Fälle hat die Frau die Steuerklasse V. Die Steuerlast ist bei der Steuerklassenkombination III und V ungleich verteilt.

Viele Eheleute oder Partnerinnen und Partner in eingetragenen Lebenspartnerschaften, bei denen beide ein ähnliches Einkommen erzielen, wählen die Steuerklassen IV und IV. Diese Kombination ist auch der gesetzliche Regelfall, wenn keine Steruerklasse ausgewählt ist.

Auch dieses Verfahren hat Nachteile. beispielsweise, dass regelmäßig zu viele Steuern gezahlt werden, die erst bei der Einkommenssteuerveranlagung teils zurückgezahlt werden.

Vorteilhaft und gerechter ist die Steuerklassenkombination IV und IV mit Faktorverfahren. Auf Antrag rechnen die Mitarbeitenden des Finanzamtes einen Faktor ein und berücksichtigen das Splittingverfahren. Am Ende steht ein höheres Netto für die Person, die weniger verdient.

Weitere Informationen zu der Steuerklassenkombination IV und IV mit Faktorverfahen können Sie in diesem Flyer herunterladen.

Leben mit Kindern

In der Landeshauptstadt Kiel liegt die derzeitige Ausbauquote bei Kindergartenplätzen für Unter-Dreijährige bei 35,9 Prozent.

Bezogen auf die ein- und zweijährigen Kinder mit einem einklagbaren Rechtsanspruch auf Versorgung stehen in Kiel für 4.115 Kinder insgesamt 2.196 Plätze zur Verfügung.

Höherer Betreuungsbedarf

Da das Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen von einem Bedarf bis zu 60 Prozent ausgeht, bereitet sich die Landeshauptstadt Kiel darauf vor, mittelfristig einen höheren Betreuungsbedarf zu befriedigen.

Einen individuell einklagbaren Rechtsanspruch haben Kinder von einem Jahr an.

Lehrergewerkschaften und Fachleute mahnen an, dass der Ausbau nicht zu Lasten von Qualität der Arbeit in den Kindertageseinrichtungen gehen darf und immer weniger Erzieherinnen und Erzieher immer mehr Kinder betreuen sollen.

Weitere Informationen zu den Modellen der Kindertagesbetreuung finden Sie hier.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Kinder zu haben ist eine große Bereicherung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt viele Familien jedoch vor große Herausforderungen.

Die damit einhergehenden Belastungen können zu gesundheitlichen Schwierigkeiten führen.

Eine hohe Belastung insbesondere für Frauen resuliert zum einen daraus, dass es trotz moderner Partnerschaftsmodelle nicht zu einer gleichen Aufteilung der Haushaltsaufgaben gekommen ist.

Frauen erledigen den Großteil der Arbeiten im Haushalt, egal, ob sie erwerbstätig sind oder nicht. Ein hohes Belastungspotential kann auch durch das Zusammenspiel von Beruf und Pflege von Angehörigen entstehen.

Mit der Einführung der Vätermonate und des Elterngeldes haben Väter einen viel größeren Spielraum bekommen, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern.

Die zunehmend hohe Akzeptanz des väterlichen Engagements markiert einen Kulturbruch in der geschlechterpolitischen Debatte und zeigt, dass geschlechtsspezifische Arbeit auch auf Männerseite notwendig ist.

Allerdings kommt die Vereinbarkeitsproblematik nun auch bei den Männern an, denn die Unentbehrlichkeitskultur am Arbeitsplatz stellt für all die ein Problem dar, die Kind und Arbeit unter einen Hut bringen wollen.