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Die Mühlen an der Schwentine

Schon im 13. Jahrhundert nutzte man die günstigen Bedingungen an der Schwentine, um dort eine Wassermühle zu errichten. Diese erste Mühle musste um 1500 der »Nigen Möle«, der neuen Mühle (Neumühlen) weichen. 1799 errichtete man das noch heute erhaltene Gebäude der ehemaligen Kornwassermühle. Zur gleichen Zeit entstanden auch die beiden Bogenbrücken aus Granitstein, an die sich im Norden eine ältere Loh- und Ölmühle anschloss.

Carl Daniel Voigts,
Carl Daniel Voigts, "Neumühlen an der Schwentine", 1805

1865/66 ließen die Gebrüder Lange aus Altona die alten Mühlen auf dem Nordufer abreißen (Abb. 3) und errichteten ein sechsgeschossiges modernes Fabrikgebäude quer zur Schwentine (Abb. 4). Innerhalb kurzer Zeit entstand die größte und bedeutendste Kornmühle Deutschlands. 80 mit Wasser- und Dampfkraft betriebene Mahlgänge verarbeiteten das Getreide. Das Mehl wurde direkt von der Mühle auf Schuten verladen, nach Kiel transportiert und von dort mit der Eisenbahn oder per Schiff weiter befördert. Auf den Weltausstellungen in Paris 1867 und in Wien 1873 erlangten die Erzeugnisse der Langeschen Mühle internationale Anerkennung.

Mühlenansicht um 1860
Mühlenansicht um 1860

Mühlenansicht um 1895
Mühlenansicht um 1895

Ein Bombenangriff am 9. April 1945 zerstörte schließlich das riesige Mühlengebäude. Danach wurde der Betrieb noch bis 1993 in den beiden erhaltenen Silos fortgeführt. Während das neue Silo von 1934 zu einem Studentenwohnheim umgebaut wurde, riss man das ältere Silo im Jahre 2008 ab. Heute steht von dem einst mächtigen Fabrikkomplex nur noch die Nordwestecke, ein kleiner Würfel, der 1998 instandgesetzt wurde und seitdem ein Café-Restaurant beherbergt.

Bildmaterial: Kieler Stadtarchiv, Stadt- und Schifffahrtsmuseum

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