14. September 2025 | Führungen zum Tag des offenen Denkmals®
Der diesjährige Tag des offenen Denkmals® steht unter dem Motto „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“.
Der größte Kulturevent Deutschlands unter der Schirmherrschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz findet jedes Jahr im September statt. Mitarbeiterinnen aus dem Baudezernat der Landeshauptstadt Kiel bieten am 14. September dazu Führungen an. Mehr Informationen zu diesem Tag und vielen anderen geöffneten Kulturdenkmalen erhalten Sie auf tag-des-offenen-denkmals.de/programm.
Immer der zweite Sonntag im September ist der Tag des offenen Denkmals®. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ruft jedes Jahr seit 1993 bundesweit dazu auf, Denkmale und ihre Geschichte zu präsentieren.
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„Die Aufgabe der Denkmalpflege ist es, den Zeugniswert von Denkmälern zu bewahren. Dies muss nicht zwingend bedeuten, dass eine bestimmte Funktion des Denkmals für immer festgeschrieben wird; […] Die entscheidende Frage ist, wie viel Nutzung ein Denkmal verträgt, d.h. welches Maß an Veränderungen noch vertretbar ist, ohne dass das Denkmal seinen Dokumentationswert einbüßt.“ (Martin, Dieter J. und Krautzberger , Michael: Handbuch Denkmalschutz und Denkmalpflege. 4. Auflage, C.H. Beck, München (2017), S. 697)
Das ehemalige Marineuntersuchungsgefängnis Rostocker Straße, Wik
Stadtdenkmalpflegerin Eva Sachs und Stadtplanerin Marle Freitag führen um 11 Uhr und 12.30 Uhr durch das Marineuntersuchungsgefängnis in der Wik, informieren zur Architektur und erläutern den städtebaulichen Zusammenhang mit dem Marinequartier. Startpunkt ist die Rostocker Straße 1.
Wegen der begrenzten Teilnehmer*innenzahl ist eine Anmeldung per E-Mail an Jessica.Degen-Heuer@kiel.de notwendig.
Das „Afrikaviertel“ Neumühlen-Dietrichsdorf
Stadtarchitektin Jessica Degen-Heuer bietet Spaziergänge an, durch zwei Siedlungen, die in der Zeit des Nationalsozialismus entstanden sind. Schwerpunkte dort sind die Entstehungsgeschichte sowie die architektonischen und städtebaulichen Besonderheiten.
Startpunkt für das „Afrikaviertel“ ist um 12 Uhr am Langen Rehm 39 vor dem Stadtteilbüro.
Der Probsteier Platz Neumühlen-Dietrichsdorf
Stadtarchitektin Jessica Degen-Heuer bietet Spaziergänge an, durch zwei Siedlungen, die in der Zeit des Nationalsozialismus entstanden sind. Schwerpunkte dort sind die Entstehungsgeschichte sowie die architektonischen und städtebaulichen Besonderheiten.
Startpunkt für das Quartier am Probsteier Platz ist um 14.30 Uhr in der Turnstraße 7 vor dem Stadtteilbüro.
Als städtebaulich ansprechende und in der Gestaltung auf die einzelnen Straßenräume abgestimmte Wohnbebauung der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wurde das „Quartier am Probsteier Platz“ am 9. November 2018 als Sachgesamtheit in die Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragen.
Nördlich der Schwentine entstanden in der Kaiserzeit zwischen dem ländlichen „Diercksdorf“ und dem handwerklich geprägten „Neu-Mühlen“, ausgelöst durch die Ernennung Kiels zum Reichskriegshafen 1871 und dem darauffolgenden industriellen Aufschwung, erste Gebäude, Straßen und Plätze. Ein Volksbad mit Turnhalle und eine Schule folgten Anfang des 20. Jahrhunderts.
Durch die Aufrüstungspolitik des NS-Regimes und den dadurch zunehmenden Ausbau der Werftindustrie nahm die Bevölkerungszahl weiter zu. In der Zeit von 1936 bis 1943 entstanden unter Leitung von Magistrats-Oberbaurat Herbert Jensen (1900 – 1968) Großsiedlungen wie die Gartenstadt in Elmschenhagen, die Wohnsiedlung „Afrikaviertel“ und das „Quartier am Probsteier Platz“ in Neumühlen-Dietrichsdorf: 1936- 1938 wurden dort 250 Arbeiterwohnungen für die Kieler Wohnungsbaugesellschaft mbH (KWG) an vorhandenen Straßen und um den Probsteier Platz errichtet, in die vorhandene kaiserzeitliche Bebauung integriert und durch Zeilenbauten ergänzt.
Rote Backsteinfassaden mit hohen Walmdächern und weiße Sprossenfenster zwischen großzügigen Siedlungsgrün prägen die Siedlung. Traufen, Erker, Gauben und Fenstergrößen variieren je nach Lage im Quartier. Die Grundrisse, Fenster und Türen sind in systematisierter Bauweise hergestellt. Herausragend ist die Kieler Kunstkeramik von Fritz During (1910 – 1993), die etliche Hauseingänge umrahmt und die unterschiedlichen Erker an den Fassaden. Die Funktionalität der Wohnungen ist bis heute erhalten geblieben. Die außenräumlichen Qualitäten sind nur noch in den Grundstrukturen vorhanden.
Im Rahmen von Maßnahmen zur Erstellung einer Gestaltungsfibel für das Quartier am Probsteier Platz fanden 2022 durch das Büro Soziale Stadt Neumühlen-Dietrichsdorf Informations- und Partizipationsveranstaltungen statt. Dabei wurden die historische Entwicklung und die architektonischen und städtebaulichen Besonderheiten der Siedlung vorgestellt. Ziel ist es, Leitfäden für die denkmalgerechte Sanierung und Erhaltung zu entwickeln, die die Erhaltung des historischen Charakters sichern und das Wohnumfeld verbessern.








