9. Mai 2026 | Tag der Städtebauförderung
„Lebendige Orte, starke Gemeinschaften“ ist das Motto für den Tag der Städtebauförderung 2026. Städte und Gemeinden informieren an diesem Tag über ihre Projekte, Planungen und Erfolge. Wir möchten die Kieler Projekte erlebbar machen und bieten insgesamt sieben kostenlose Führungen an.
Die Förderprogramme der Städtebauförderung zählen zu den wichtigsten Instrumenten der Stadtentwicklung. Sie sind auch in Kiel wirksam.
Der bundesweite Aktionstag ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, der Länder, des Deutschen Städtetages und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes zur Stärkung der Beteiligung der Bürger*innen bei Vorhaben der Städtebauförderung. Mehr Infos finden Sie auf www.tag-der-staedtebaufoerderung.de.
Schnell gefunden
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„Die Aufgabe der Denkmalpflege ist es, den Zeugniswert von Denkmälern zu bewahren. Dies muss nicht zwingend bedeuten, dass eine bestimmte Funktion des Denkmals für immer festgeschrieben wird; […] Die entscheidende Frage ist, wie viel Nutzung ein Denkmal verträgt, d.h. welches Maß an Veränderungen noch vertretbar ist, ohne dass das Denkmal seinen Dokumentationswert einbüßt.“ (Martin, Dieter J. und Krautzberger , Michael: Handbuch Denkmalschutz und Denkmalpflege. 4. Auflage, C.H. Beck, München (2017), S. 697)
Das ehemalige Marineuntersuchungsgefängnis Rostocker Straße, Wik
Zum Tag der Städtebauförderung bietet die Landeshauptstadt Kiel zwei Führungen durch das Gebäude an. Stadtplanung und Untere Denkmalschutzbehörde geben Ihnen dabei Einblicke in die Entstehungsgeschichte und Architektur des Gebäudes. Außerdem informieren wir über das Projekt MUG „Vom Gefängnis zum Ort für alle“ als Nationales Projekt der Stadtentwicklung.
Zeiten: 12 und 14 Uhr. Die Führungen dauern jeweils etwa etwa 75 Minuten.
Startpunkt ist die Rostocker Straße 1.
Wegen der begrenzten Teilnehmer*innenzahl ist eine Anmeldung bis 25. April per E-Mail an Tag-der-Staedtbaufoerderung@kiel.de notwendig. Bitte nennen Sie dabei die Zahl der Personen und die Uhrzeit der Führung, für die Sie sich anmelden.
Das Gebäude ist nicht barrierefrei begehbar. Festes Schuhwerk ist erforderlich.
Die Kiellinie
Die Kieler*innen haben eine ganz besondere Beziehung zu ihrer Kiellinie. Der freie Blick auf die Förde, der Wind - und die Segelboote, Fähren und Kreuzfahrtschiffe sind zum Greifen nah. Kiels Visitenkarte hat eine lange Geschichte, ist aber auch in die Jahre gekommen. Zeit, wieder etwas richtig Schönes daraus zu machen. Zum Tag der Städtbauförderung bietet das Stadtplanungsamt eine Führung an und erläutert den aktuellen Stand der Gesamtmaßnahme und der beiden ersten Bauabschnitte.
Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Reventloubrücke. Die Führung dauert etwa 90 Minuten.
Wegen der begrenzten Teilnehmer*innenzahl ist eine Anmeldung bis zum 25. April 2026 per E-Mail an Tag-der-Staedtebaufoerderung@kiel.de erforderlich. Bitte nennen Sie darin die Anzahl der Personen, die Sie anmelden möchten.
Die Innenstadt
Wie wird die neue Holstenstraße aussehen? Wie kann sich der Anna-Pogwisch-Platz vom Parkplatz zum zentralen Quartiersort weiterentwickeln? Wie schaffen wir es gemeinsam, unsere Kieler Innenstadt mit neuem Leben zu füllen? Wir wollen in einer Führung zuerst die Baustelle in der oberen Holstenstraße besichtigen, um danach in einem gemeinsamen Stadtspaziergang die weiteren Stadtentwicklungsprojekte in der Kieler Innenstadt zu entdecken.
Treffpunkt ist um 11.30 Uhr am Alten Markt vor dem Pop-Up-Pavillon, Alter Markt 17. Der Spaziergang dauert etwa 90 Minuten.
Wegen der begrenzten Teilnehmer*innenzahl ist eine Anmeldung bis zum 25. April 2026 per E-Mail an Tag-der-Staedtebaufoerderung@kiel.de erforderlich. Bitte nennen Sie darin die Anzahl der Personen, die Sie anmelden möchten.
Die Hörn
Wir wollen mit Ihnen auf einem kleinen Quartiersspaziergang über die Entwicklung der Hörn ins Gespräch kommen: Wir stellen umgesetzte, laufende und geplante Projekte vor. Das sind zum Beispiel die Vollendung der Gaardener Brücke, private (Wohnungs)-Bauvorhaben, die Platzgestaltung vor der Halle 400 oder die Spielplatzplanung neben dem Hörncampus. Erfahren Sie Hintergründe zur Entwicklung des Quartiers und stellen Sie Fragen.
Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Hörnbrücke auf der Bahnhofsseite (vor Gosch). Der Spaziergang dauert etwa 90 Minuten.
Wegen der begrenzten Teilnehmer*innenzahl ist eine Anmeldung bis zum 25. April 2026 per E-Mail an Tag-der-Staedtebaufoerderung@kiel.de erforderlich. Bitte nennen Sie darin die Anzahl der Personen, die Sie anmelden möchten.
Das „Afrikaviertel“ Neumühlen-Dietrichsdorf
Stadtarchitektin Jessica Degen und die Historikerin Annette Mörke bieten Spaziergänge an, durch zwei Siedlungen, die in der Zeit des Nationalsozialismus entstanden sind. Schwerpunkte dort sind die Entstehungsgeschichte sowie die architektonischen und städtebaulichen Besonderheiten.
Startpunkt für das „Afrikaviertel“ ist um 12 Uhr am Langen Rehm 39 vor dem Stadtteilbüro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Probsteier Platz Neumühlen-Dietrichsdorf
Stadtarchitektin Jessica Degen und die Historikerin Annette Mörke bieten Spaziergänge an, durch zwei Siedlungen, die in der Zeit des Nationalsozialismus entstanden sind. Schwerpunkte dort sind die Entstehungsgeschichte sowie die architektonischen und städtebaulichen Besonderheiten.
Startpunkt für das Quartier am Probsteier Platz ist um 15 Uhr in der Turnstraße 7 vor dem Alten Volksbad. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Als städtebaulich ansprechende und in der Gestaltung auf die einzelnen Straßenräume abgestimmte Wohnbebauung der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wurde das „Quartier am Probsteier Platz“ am 9. November 2018 als Sachgesamtheit in die Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragen.
Nördlich der Schwentine entstanden in der Kaiserzeit zwischen dem ländlichen „Diercksdorf“ und dem handwerklich geprägten „Neu-Mühlen“, ausgelöst durch die Ernennung Kiels zum Reichskriegshafen 1871 und dem darauffolgenden industriellen Aufschwung, erste Gebäude, Straßen und Plätze. Ein Volksbad mit Turnhalle und eine Schule folgten Anfang des 20. Jahrhunderts.
Durch die Aufrüstungspolitik des NS-Regimes und den dadurch zunehmenden Ausbau der Werftindustrie nahm die Bevölkerungszahl weiter zu. In der Zeit von 1936 bis 1943 entstanden unter Leitung von Magistrats-Oberbaurat Herbert Jensen (1900 – 1968) Großsiedlungen wie die Gartenstadt in Elmschenhagen, die Wohnsiedlung „Afrikaviertel“ und das „Quartier am Probsteier Platz“ in Neumühlen-Dietrichsdorf: 1936- 1938 wurden dort 250 Arbeiterwohnungen für die Kieler Wohnungsbaugesellschaft mbH (KWG) an vorhandenen Straßen und um den Probsteier Platz errichtet, in die vorhandene kaiserzeitliche Bebauung integriert und durch Zeilenbauten ergänzt.
Rote Backsteinfassaden mit hohen Walmdächern und weiße Sprossenfenster zwischen großzügigen Siedlungsgrün prägen die Siedlung. Traufen, Erker, Gauben und Fenstergrößen variieren je nach Lage im Quartier. Die Grundrisse, Fenster und Türen sind in systematisierter Bauweise hergestellt. Herausragend ist die Kieler Kunstkeramik von Fritz During (1910 – 1993), die etliche Hauseingänge umrahmt und die unterschiedlichen Erker an den Fassaden. Die Funktionalität der Wohnungen ist bis heute erhalten geblieben. Die außenräumlichen Qualitäten sind nur noch in den Grundstrukturen vorhanden.
Im Rahmen von Maßnahmen zur Erstellung einer Gestaltungsfibel für das Quartier am Probsteier Platz fanden 2022 durch das Büro Soziale Stadt Neumühlen-Dietrichsdorf Informations- und Partizipationsveranstaltungen statt. Dabei wurden die historische Entwicklung und die architektonischen und städtebaulichen Besonderheiten der Siedlung vorgestellt. Ziel ist es, Leitfäden für die denkmalgerechte Sanierung und Erhaltung zu entwickeln, die die Erhaltung des historischen Charakters sichern und das Wohnumfeld verbessern.


















