12. September 2021 Tag des offenen Denkmals®

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals® steht unter dem Motto „Sein & Schein - in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“.

Doch was entspricht dem Motto „Sein & Schein“? Ist es die scheinbar bauzeitliche Fassade, die sich als Rekonstruktion herausstellt? Oder ist der kleine Raum gemeint, der durch architektonische Illusionen ganz groß erscheint? Die untere Denkmalschutzbehörde Kiel greift das Motto im Sinne von Umnutzungen auf, denn diese gehen oftmals mit Veränderungen einher, die Betrachter*innen täuschen können.

So drückt die äußere Gestalt der Denkmale häufig noch die bauzeitliche Funktion aus, der Innenraum hingegen entspricht bereits einer neuen Nutzung. Diese Anpassung an neue Anforderungen stellt besondere Ansprüche an den interdisziplinären Umgang mit Denkmalen und ihren Denkmalwerten. Beispiele denkmalgerechter Umnutzungen sind der Wasserturm sowie das Kesselhaus in der Wik und der Haß-Speicher in Gaarden. Der Umgang mit der historischen Bausubstanz unterscheidet sich allerdings bei den Bauwerken.

Das Maß der Veränderungen hängt unter anderem von dem vorgefundenen baulichen Zustand, der angestrebten Nutzung, der Originalität und auch von den den Denkmalwert prägenden Bauteilen ab. Nicht immer begründen alle Bauteile eines Bauwerks gleichermaßen den Denkmalwert. Deshalb sind beispielsweise an der schmucklosen Nordostfassade des Haß-Speichers stärkere Veränderungen möglich als an dessen Schaufassade.


Immer der zweite Sonntag im September ist der Tag des offenen Denkmals®. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ruft jedes Jahr seit 1993 bundesweit dazu auf, Denkmale und ihre Geschichte zu präsentieren. Europaweit findet die Veranstaltung im Rahmen der European Heritage Days statt, die der Europarat 1991 ins Leben gerufen hat.

 

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Die Aufgabe der Denkmalpflege ist es, den Zeugniswert von Denkmälern zu bewahren. Dies muss nicht zwingend bedeuten, dass eine bestimmte Funktion des Denkmals für immer festgeschrieben wird; […] Die entscheidende Frage ist, wie viel Nutzung ein Denkmal verträgt, d.h. welches Maß an Veränderungen noch vertretbar ist, ohne dass das Denkmal seinen Dokumentationswert einbüßt.“ (Martin, Dieter J. und Krautzberger , Michael: Handbuch Denkmalschutz und Denkmalpflege. 4. Auflage, C.H. Beck, München (2017), S. 697)

 


Das ehemalige Kesselhaus, Heiligendammer Straße 15 in Kiel-Wik

Das ehemalige Kesselhaus wurde 1996 als Einzeldenkmal im Ensemble mit den anderen erhaltenen Bauten des ehemaligen Marinelazaretts in die Denkmalliste eingetragen und steht somit unter Denkmalschutz.

 

 
Blick auf die Süd- und Ostfassade des Kesselhauses, im Hintergrund das Atelierhaus, 2021 © Wiebke Warfia
Kesselhaus: Wik, Blick vom Behördenhochhaus Mercatorstraße über die Wiker Straße und Feldstraße zum Anschargelände und den Marinekasernen. Im Hintergrund links die Petruskirche und das Gaswerk, 04.1968 © Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte , Stadtarchiv Kiel, 2.3 Magnussen 42.889/ Fotograf: Friedrich Magnussen (CC-BY-SA 3.0 DE) http://fotoarchiv-stadtarchiv.kiel.de
Kesselhaus: Grundriss des Erdgeschosses, Baurat Schwartzkopff, 1903  (in: Arendt, Paul: Das Marinelazarett Kiel-Wik (Medizinal-Abteilung des Reichs-Marine-Amts, hrsg.), E. S. Mittler und Sohn Berlin, 1907)  © Stadtarchiv  Kiel

Von der Heizzentrale zum kreativen Kommunikationsraum im Anscharpark

„Das Kesselhaus präsentiert sich als ein offener und kommunikativer Treffpunkt für innovative Gastronomie- und Bildungskonzepte und den angrenzenden Werkstätten. […]"

 

 
Kesselhaus: Grundriss des Erdgeschosses, im Süden befinden sich die Druck-, Keramik-, Gips- und Glasurwerkstätten (ehemaliger Desinfektionsbereich). Im Norden befinden sich die Räumlichkeiten der Gastronomie (ehemaliger Kesselraum). 2021  © BSP Architekten BDA, Kiel
Kesselhaus: Ansicht der Südfassade, 2021 © BSP Architekten BDA, Kiel
Kesselhaus: Schnitt C-C, Längsschnitt, 2021  © BSP Architekten BDA, Kiel
Kesselhaus: Ansicht der Westfassade, 2021  © BSP Architekten BDA, Kiel
 

Das Gelände des ehemaligen Marinelazaretts in der Wik befindet sich im Wandel. Über die letzten Jahre hinweg entwickelte sich in der parkähnlichen Anlage eine Anlaufstelle für die Kreativszene Kiels. Einzigartige Baudenkmale bieten hierfür die nötigen Räumlichkeiten und verleihen dem heutigen Anscharpark einen besonderen Charme.

Eines dieser Baudenkmale ist das ehemalige Kesselhaus, welches durch seinen hohen Schornstein besonders hervorsticht. Bauzeitlich fungierte das Kesselhaus als Heizzentrale und Desinfektionsstation des Marinelazaretts. Drei Dampfdoppelkessel erzeugten die nötige Wärme, die über unterirdische Kanäle zu den Gebäuden geleitet wurde. Dies stellte zur Zeit der Erbauung 1903-1907 ein besonders fortschrittliches Fernwärmesystem dar.

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Lazarett teils schwere Kriegsschäden, wovon das Kesselhaus aber weitestgehend verschont blieb. In der Nachkriegszeit pachtete unter anderem die Anschar–Schwesternschaft Teile des Lazaretts, worauf die Namensgebung des Anschar-Krankenhauses und des heutigen Wohnprojekts „Anscharpark“ zurückzuführen ist. Die Kliniknutzung, zuletzt durch die neurochirurgische Abteilung des Universitätsklinikums, blieb bis 2005 bestehen. Daraufhin standen Großteile des ehemaligen Marinelazaretts leer (vgl. Lowartz).

Das ehemalige Kesselhaus wurde 1996 als Einzeldenkmal im Ensemble mit den anderen erhaltenen Bauten des ehemaligen Marinelazaretts in die Denkmalliste eingetragen und steht somit unter Denkmalschutz.

Die Entwicklung des Anscharparks ist Teil eines städtebaulichen Rahmenplans, der sich mit dem Gebiet des Marinequartiers befasst. 2009 gründete sich die Atelierhaus im Anscharpark GmbH und Co. KG, die das ehemalige Wirtschaftsgebäude und das ehemalige Kesselhaus erwarb, um diese Denkmale zu erhalten und umzunutzen. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude öffnete bereits 2011 seine Türen als Atelierhaus im Anscharpark. Dem ehemaligen Kesselhaus wird in den nächsten Jahren ebenfalls eine neue Nutzung zugewiesen, ergänzend und bereichernd zum Atelierhaus.

Das Kesselhaus präsentiert sich als ein offener und kommunikativer Treffpunkt für innovative Gastronomie- und Bildungskonzepte und den angrenzenden Werkstätten. […] Das Kernstück des Kesselhauses wird der offen gestaltete Gastronomiebetrieb sein. Dieser verfügt über einen Schulungs- und Bildungsbereich, der als außerschulischer Lernort dient und zusätzlich für Workshops und Seminare zum Thema nachhaltige Ernährung von unseren Bildungspartnern, wie zum Beispiel der Heinrich-Böll-Stiftung, genutzt werden kann.“ (Marcel Lungershausen, anscharcampus)

„Da die bauliche Planung des Gastronomie-Bereichs offen und flexibel ausgelegt ist, wird es möglich sein, den offenen Bereich für Gäste und den Küchenbereich für Schulungszwecke durch Schiebe- und Glastüren oder bewegliche Küchenelemente variabel voneinander abzugrenzen. […] Hierbei wird auf Basis des klassischen Gedankens des “Miteinander-Speisens” als kommunikativste Form für Menschen ein Treffpunkt für das Quartier errichtet.“ (Marcel Lungershausen, anscharcampus)

Quellen

  • Einleitung/ Geschichte: Lowartz, Jens: Das Marinelazarett in der Kieler Wik, Eine Pavillionanlage und ihre bautypologischen Vorbilder, Mit einem Beitrag von Nadine Waschull und einem Reprint des Buches von Paul Arendt (1907) (Klaus Gereon Beuckers, Hrsg.). Verlag Ludwig, Kiel 2020
  • Planung der Umnutzung des Kesselhauses: BSP Architekten BDA: Betriebsbeschreibung Gastronomie (Vorentwurf), Kiel 2021


Der ehemalige Wasserturm, Rostocker Straße 13 in Kiel-Wik

Der ehemalige Wasserturm, Höhe 32,4 Meter und Durchmesser 11,2 Meter, diente bauzeitlich der Wasserversorgung der angrenzenden Kasernen- und Wohnanlagen sowie der Marineschule in der Wik.

 

 
Blick von Südwesten auf den Wasserturm, 2016  © Cornelia Fehre, Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein
Wasserturm in der Herthastraße in der Wik, 09.1976 © Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Stadtarchiv Kiel, 2.3 Magnussen 42.889/ Fotograf: Friedrich Magnussen (CC-BY-SA 3.0 DE) http://fotoarchiv-stadtarchiv.kiel.de
Bestandzeichnungen des Wasserturms, Ausführungszeichnungen der maschinellen Anlage, Marine-Baurat Adalbert Kelm, 1913  © Bauaktenarchiv Kiel

Einbau von Wohnebenen in den ehemaligen Wasserbehälter

 

Das Kesselhaus der Zukunft

„Das Kesselhaus präsentiert sich als ein offener und kommunikativer Treffpunkt für innovative Gastronomie- und Bildungskonzepte und den angrenzenden Werkstätten. […]"

„Im Zuge der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen sollen nun auch das Erdgeschoss sowie Obergeschoss und Dachgeschoss denkmalgerecht saniert und schließlich als Wohnraum genutzt werden, um eine langfristige Instandhaltung des Turmes gewährleisten zu können.“ (Wegener Architekten BDA)

 

 
Wasserturm: Entwurfszeichnung Gebäudeschnitt, 2020
Entwurfszeichnungen Gebäudeschnitt vergrößert und Grundrissebenen
Wasserkessel des Wasserturms, 2016
Wendeltreppe im Wasserturm, 2016
 

Der ehemalige Wasserturm, Höhe 32,4 Meter und Durchmesser 11,2 Meter, diente bauzeitlich der Wasserversorgung der angrenzenden Kasernen- und Wohnanlagen sowie der Marineschule in der Wik. Der Marinebaurat Adalbert Kelm entwarf den Wasserturm, der unter seiner Leitung zwischen April und September 1904 erbaut wurde. 

Der viergeschossige Turm trägt einen Barkhausen-Wasserbehälter aus genieteten Stahlteilen, der sich durch seinen halbkugelförmigen Boden auszeichnet und seit 1899 Verwendung in Wassertürmen findet. Das dritte und vierte Obergeschoss, in dem sich der Wasserbehälter befindet, setzt sich in der Außenfassade durch leicht überkragende und schmuckvolle Zierelemente von den darunterliegenden Geschossen ab. Ein Zeltdach in Biberschwanzeindeckung schließt den ehemaligen Wasserturm ab.

1966 übernahm die Stadt die Wasserversorgung des Gebiets, woraufhin der Wasserturm außer Betrieb ging und bis 1981 nur als Zwischenspeicher für die Fernwärme diente. Daraufhin folgten einige Jahre Leerstand.

Ende 1991 ging der ehemalige Wasserturm in Privatbesitz über, um ihn für Wohnzwecke zu nutzen. Im Zuge dieser Umnutzung wurde die Sanierung und der Umbau des 1. und 2. Obergeschosses durchgeführt. 

Am 14. Februar 1992 bescheinigte der Eintrag in das Denkmalbuch den Denkmalwert des Wasserturms aus geschichtlichen, architektonischen und städtebaulichen Gründen. 2016 stand das Bauwerk erneut zum Verkauf. Die neuen Eigentümer*innen planen nun, in enger Absprache mit der unteren Denkmalschutzbehörde, den Einbau von Wohnebenen in den ehemaligen Wasserbehälter.

„Im Zuge der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen sollen nun auch das Erdgeschoss sowie Obergeschoss und Dachgeschoss denkmalgerecht saniert und schließlich als Wohnraum genutzt werden, um eine langfristige Instandhaltung des Turmes gewährleisten zu können.“ (Wegener Architekten BDA)

„Hierfür ist der Ausbau einzelner Elemente des Wasserbehälters, die anschließend vor Ort verbleiben und in das Gestaltungskonzept eingebunden werden, geplant, um somit die erforderlichen Öffnungen für die Rettung im Brandfall, Belichtung und Belüftung zu schaffen.“ (Wegener Architekten BDA)

„Im 3. Obergeschoss soll der bauzeitliche Zustand weitestgehend erhalten bleiben. Dafür wird der genietete Wasserbehälter als zentrales Element in das Raumkonzept eingebunden. […] Innerhalb des Wasserbehälters sollen in einem offenen Raumkonzept versetzt angeordnete, multifunktional nutzbare Elemente eingebaut werden.“ (Wegener Architekten BDA)

Quellen

  • Einleitung / Geschichte:Schmidt, Jens U.: Wassertürme in Schleswig-Holstein, Geschichte und Geschichten um die Wasserversorgung im Norden und ihre auffälligsten Bauten. Regia Verlag, Cottbus 2008 (Archiv deutscher Wassertürme (wassertuerme.com) (zuletzt aufgerufen am 10. August 2021))
  • Planung des Umbaus und der Sanierung: Wegener Architekten BDA, Neustadt: Projektbeschreibung des Umbaus und der Sanierung des Wasserturms, Rostocker Straße 13, 24106 Kiel vom 10. Dezember 2020

 


Der ehemalige Haß-Speicher, Schwedendamm 6 in Kiel-Gaarden

Der ursprünglich als Lagerhaus erbaute Haß-Speicher liegt südlich der Hörn, an der Schnittstelle des West- und Ostufers. Hier treffen die Stadtteile Kiel-Mitte und Kiel-Gaarden aufeinander. Der Architekt Carl Voss erhielt 1905 den Auftrag zur Erbauung eines Speichergebäudes durch den Unternehmer J. F. Haß, der plante, darin Metallrohwaren zu lagern.

 

 
Blick auf die Südwestfassade des Haß-Speichers, 2021 © Artur Gärtner Architektengesellschaft mbH, Berlin
Haß-Speicher: Ansicht der Südwestfassade, Architekt Carl Voss, 1905  © Bauaktenarchiv Kiel

Großflächige Lagerräume werden zu Mikroapartments

 

Das Kesselhaus der Zukunft

„Das Kesselhaus präsentiert sich als ein offener und kommunikativer Treffpunkt für innovative Gastronomie- und Bildungskonzepte und den angrenzenden Werkstätten. […]"

Unter dem neuen Namen „The Station Kiel“ bietet das Bauwerk zukünftig überwiegend Wohnraum für Studierende in Form von insgesamt 72 Ein- und Zwei-Zimmerwohnungen, um der Wohnungsknappheit in Kiel entgegenzuwirken.

 

 
Haß-Speicher: Ansicht der Südwestfassade, 2020  © Artur Gärtner Architektengesellschaft mbH, Berlin
Haß-Speicher: Grundriss des Erdgeschosses, Architekt Carl Voss, 1905  © Bauaktenarchiv Kiel
Haß-Speicher: Grundriss des 1. Obergeschosses, Regelgeschoss, 2020  © Artur Gärtner Architektengesellschaft mbH, Berlin
 
Haß-Speicher: Ansicht der Nordostfassade, 2020  © Artur Gärtner Architektengesellschaft mbH, Berlin
Haß-Speicher: Ansicht der Südostfassade, 2020  © Artur Gärtner Architektengesellschaft mbH, Berlin

Der ursprünglich als Lagerhaus erbaute Haß-Speicher liegt südlich der Hörn, an der Schnittstelle des West- und Ostufers. Hier treffen die Stadtteile Kiel-Mitte und Kiel-Gaarden aufeinander. Der Architekt Carl Voss erhielt 1905 den Auftrag zur Erbauung eines Speichergebäudes durch den Unternehmer J. F. Haß, der plante, darin Metallrohwaren zu lagern. 

Die schmucklose Nordostfassade fand in der Planung keine große Beachtung, dies ist der Erwartung eines späteren Anbaus nordöstlich des Speichers geschuldet. Statt eines Anbaus in Form einer Blockrandbebauung, nahm jedoch 1927 der freistehend errichtete Milchhof Kiel, ab 1930 als Seibel‘sche Margarinefabrik umgenutzt, den freien Baugrund ein, weshalb diese schmucklose Fassade noch heute sichtbar ist.

Der ehemalige Landeskonservator Schleswig-Holsteins, Dr. Johannes Habich, bescheinigte im Juli 1988 den Denkmalwert des Haß-Speichers aus geschichtlichen und technischen Gründen. Insbesondere die gegliederten Backstein- und Putzfassaden, Ladetore, Fensterachsen und die giebelbetonte Mittelachse an der Südwestfassade gelten als Charakteristika des Bauwerks. Die im Speicher verbauten Beton- beziehungsweise Stahlverbunddecken stellen außerdem besonders frühe Beispiele für den Einsatz dieser Decken in Kiel dar.

Seit Ende des 20. Jahrhunderts steht der ehemalige Haß-Speicher nun leer. Zeit und Witterung hinterließen ihre Spuren. Abgeplatzte Putzfelder, verwittertes Mauerwerk und starke Beschädigungen an den Stahl-Sprossenfenstern sind nicht die einzigen Schäden, die es instand zu setzen gilt.

Unter dem neuen Namen „The Station Kiel“ bietet das Bauwerk zukünftig überwiegend Wohnraum für Studierende in Form von insgesamt 72 Ein- und Zwei-Zimmerwohnungen, um der Wohnungsknappheit in Kiel entgegenzuwirken. Die drei schmuckvoll gestalteten Fassaden werden weitestgehend erhalten, teilweise auch rekonstruiert. Darüber hinaus wird das Bauwerk um ein Geschoss aufgestockt, das mit einer begrünten Dachterrasse und polygonaler Dachüberformung abschließt. Dieselbe Überformung aus Metall wird sich auf der schmucklosen Nordostfassade wiederfinden, die großflächig darunter verschwindet.

„STATION KIEL erfüllt alle Ansprüche an modernes studentisches Wohnen. Vom Prinzip „co-working“ direkt zum Prinzip „co-living and co-learning“. Wenn man lauter schlaue Köpfe unter einem Dach versammelt, können die Netzwerke, die dabei entstehen, eine solide Basis für das zukünftige Berufsleben darstellen. Ideen und Synergien entstehen, die einen enormen Mehrwert im Vergleich zu einer herkömmlichen Wohnlösung darstellen.“ (Jörg Apelt, CEO Reinvesta)

„Die originale Gebäudesubstanz kann grundsätzlich in fast allen Teilen weiter verwendet werden. Die Tatsache, dass es sich hier um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, macht es erforderlich, die Originalbauteile so weit wie möglich zu erhalten.“ (Jörg Apelt, CEO Reinvesta)

„Gegensätzliches zu verbinden macht mir Freude. Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander gemein haben, verschmelzen zu einem Gesamtwerk und die anfängliche Unvereinbarkeit verschwindet in der idealen Form.“ (Artur Gärtner, Diplom-Ingenieur Architekt)

Quellen

  • Einleitung / Geschichte: BSP Architekten BDA; Dau-Schmidt. Tornow Stadtentwicklung und Moderation; CONPLAN Betriebs- und Projektberatungsgesellschaft mbH: Modernisierungsgutachten Haß-Speicher Kiel (Landeshauptstadt Kiel, Amt für Wohnen und Grundsicherung, Auftraggeber), 2. März 2012 
  • Planung der Umnutzung zu „The Station Kiel“: Reinvesta, Grundstücks- und Verwaltungsgesellschaft 2. Wohnen mbH, Berlin; Immobilien Projekt Marketing GmbH, Hamburg; Artur Gärtner Architektengesellschaft mbH, Berlin; Design & Text: Sinja Schwarz, Hamburg: Station Kiel (Flyer). August 2020. (online verfügbar unter: https://www.dropbox.com/s/aebhmwrmpz4tv06/200427-station-kiel-FLYER-xs.pdf?dl=0 | zuletzt aufgerufen am 4. August 2021)