Portraits Stadtpräsident*innen

Eckhard Sauerbaum

Portrait Eckhard Sauerbaum

Gemalt von
Lothar Schlüter
70er Jahre (vermutlich 1978)

Öl auf Leinwand
75,5 x 100 cm

 

Das Portrait hängt in der Galerie vor dem Ratssaal des Rathauses.

Der Portraitierte: Eckhard Sauerbaum

Stadtpräsident Eckhard Sauerbaum
Amtszeiten 1974-1978 & 1982-1985

1938 in Königsberg geboren, nach der Flucht 1945 in Ulsnis/Schlei später in Schleswig aufgewachsen, Abitur dortselbst.

Nach dem Studium der Rechte in Marburg, Berlin und Kiel ließ Sauerbaum sich in Kiel als Rechtsanwalt und Notar nieder. Kommunalpolitisch engagierte er sich hier für die CDU, seit 1966 als bürgerliches Mitglied, seit 1970 als Ratsherr - von 1978 bis 1982 auch als Fraktionsvorsitzender und ehrenamtlicher Stadtrat. Sieben Jahre lang nahm er die Aufgabe als Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Städtetags im Ehrenamt wahr. 

In den eingangs genannten Zeiträumen war er neben seinem Beruf als Rechtsanwalt und Notar ehrenamtlicher Stadtpräsident, 1974 der jüngste in Kiel mit 36 Jahren. Als Stadtpräsident legte Sauerbaum viel Wert auf Bürgernähe. In einer damals noch weitgehend handylosen Zeit führte er erstmals ein Bürgertelefon ein, mit großem Erfolg.  Gemeinsam mit den Oberbürgermeistern Günther Bantzer und Karl Heinz Luckhardt bahnte er die späteren Städtepartnerschaften mit Tallinn und Gdynia an. Die Bekämpfung der damals aufkommenden Ausländerfeindlichkeit war für ihn ein erklärtes Ziel.

1985 schied er aus seiner juristischen Praxis aus und wurde kaufmännischer Geschäftsführer der Versorgung und Verkehr Kiel GmbH (VVK), in gleicher Funktion Vorstand der Stadtwerke, der Kieler Verkehrs-Aktiengesellschaft (KVAG), der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) und der Müllverbrennung Kiel GmbH (stufenweise bis Ende 2001). Mit Oberbürgermeister Norbert Gansel sorgte er für eine ökologische Orientierung und wettbewerbsfähige Strukturen der Kommunalunternehmen.

Neben dieser Tätigkeit engagierte sich Sauerbaum ehrenamtlich in den Führungsgremien des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) und des Verbands der deutschen Elektrizitätswirtschaft (VDEW). So war er unter anderem bis zum Ende seiner beruflichen Laufbahn Vorsitzender des gemeinsamen Landesverbands der VKU für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, Vorsitzender mehrerer Fachausschüsse, Mitglied des Präsidiums und Mitherausgeber einer Fachzeitschrift.

Sauerbaum erhielt für sein Engagement zahlreiche Ehrungen, unter anderem bereits 1979 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1982 die Freiherr-vom-Stein-Medaille und 1985 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Seine Geburtsstadt Kaliningrad (Königsberg) verlieh ihm 1999 eine Ehrenurkunde ihres Umweltpreises.

Eckhard Sauerbaum ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist leidenschaftlicher Sportler (Tennis, Golf) und lebt in Kiel.
 


Der Künstler: Lothar Schlüter

Lothar Schlüter, geboren 26. August 1928 Kiel

1946-1947 Ausbildung an der Landesschule für Handwerk und Angewandte Kunst (heute Muthesius Hochschule) bei Prof. Eduard Levsen (Raumgestaltung & Entwurf) und dem Expressionisten Werner Lange; Privatstunden beim Bauhaus-Meisterschüler Karl Peter Röhl. Schlüter war außerdem als Sänger ausgebildet und trat zeitweise mit seinen Brüdern Harald und Ewald als Trio auf.

1957 Heirat mit Marlene Struck, ein Sohn.

Seit 1967 Atelier in Kiel-Ellerbek, freischaffender Künstler. Aufenthalte in ganz Europa, besonders Skandinavien und Mittelmeer, sowie zahlreiche Seereisen. Dies spiegelt sich insbesondere in seinen maritimen Gemälden wieder. Portraits liegen von ihm nur sehr wenige vor.

Wichtige Ausstellungen 1966 Kampen/Sylt, 1968, 1975, 1993 Kiel, 1995 Oldenburg, 2008 Heikendorf, Künstlermuseum. Das Portrait von Sauerbaum datiert Bärbel Manitz (vgl. unten) auf 1978.


Weiterführende Literatur

Literatur zu Lothar Schlüter

  • Beichle, Ulf: Lothar Schlüter. Maler und Grafiker. Ausstellungskatalog (Kiel 2008)
  • Manitz, Bärbel: Der offene Blick. Lothar Schlüter, Malerei und Graphik (Kiel 1993)