Digitale Kulturkonferenz - Kieler Kulturpolitik im Diskurs

Mit der ersten digitalen Kieler Kulturkonferenz wurde eine Veranstaltung geschaffen, um über die aktuelle Kulturpolitik ins Gespräch zu kommen. Die Kieler Kultur wurde anhand von sechs Diskussionsthemen unter die Lupe genommen.

Am 31. März 2021 ging die digitale Kulturkonferenz in die erste Runde. Der Kulturausschuss beauftragte die Verwaltung, die Kulturausschusssitzung im Februar 2020 als Kulturkonferenz stattfinden zu lassen. Ziel dessen war es, den Kulturinitiativen der Landeshauptstadt Kiel ein Diskussionsforum zu geben, in dem aktuelle Fragen der Kulturpolitik besprochen werden können.

Gesendet aus dem Kieler Kulturforum fand eine Veranstaltung statt, die sich mit der Kultur Kiels auseinandersetzte. Über 100 Teilnehmende tauschten sich in den unterschiedlichen Diskussionsforen über Chancen, Stärken und Risiken der Kieler Kulturlandschaft aus. Dabei blieb ein Blick auf die aktuelle Pandemie und die Folgen für Kultur und Gesellschaft nicht aus.


Kultur im Gespräch

 Zu Beginn gab Bürgermeisterin Renate Treutel gemeinsam mit Ratsherr Dirk Scheelje den Auftakt der Veranstaltung und leitete in die digitale Kulturkonferenz ein. Wie Renate Treutel und Dirk Scheelje über die Relevanz und Notwendigkeit der Kulturpolitik sprechen hören Sie hier Begrüßung Kulturkonferenz


Interview mit Dr. Henning Mohr

Ein Interview mit Dr. Henning Mohr, Leiter des Kulturpolitischen Instituts der Kulturpolitischen Gesellschaft, lieferte den Teilnehmenden wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Kulturlandschaft. Dr. Mohr stellte die Wichtigkeit der Entwicklungsperspektive für die kommunale Kultur heraus. Paradoxerweise passe die Corona-Pandemie gerade zu den Transformationsfragen, da Defizite, die zwar existenzbedrohend seien, dennoch vermehrt in den Hintergrund rücken, jetzt in den Blick genommen würden. Zwei Schwerpunkte sieht Dr. Mohr bei der Verteilungsgerechtigkeit zwischen Institutionen und freier Szene sowie bei der Vielfalt und Diversität im Sinne einer „Kultur für alle“.

Hören Sie jetzt in das Interview zwischen Referatsleiterin Annette Wiese-Krukowska und Dr. Henning Mohr rein Interview Kulturkonferenz

Logo Kiel und Digitale Kulturkonferenz
Kontakt

Landeshauptstadt Kiel
Dezernat für Bildung, Jugend, Kultur und Kreative Stadt

Rathaus
Fleethörn 9
24103 Kiel

Julia Holborn
Referat für Kultur und Kreative Stadt
0431 901-1577


Eindrücke der Kulturkonferenz
Zwei Menschen am Laptop
Mensch am Laptop
Zwei Menschen am Laptop
Mensch am Laptop

Uraufführung: Ein Song für Kiel

Die Kieler Supergroup hatte am 30. März 2021 ihre live Uraufführung im Kulturforum mit ihrer neuen Single „Ein Song für Kiel“.

Sie selbst schreiben: „'Kieler Supergroup' is a musician collective from Kiels music scene. There are tons of other awesome Kieler musicians out there. This video should also be a voice for them in this difficult time where the artists, musicians, and all the people in the event branch are affected by the pandemic.“

Hören Sie hier rein!

Menschen, die singen

Workshops

In sechs Diskussionsforen haben Kulturpolitische Sprecher*innen der Selbstverwaltung die Gastgeber*innen-Rolle übernommen und führten die Teilnehmenden durch die jeweiligen Themen. Vor ab hatten die Teilnehmenden die Chance, sich über das Barcamp zur Kulturkonferenz über die Themen zu informieren. Hier geht es zur Barcamp-Seite

Im Fokus der Diskussion standen Kinder und Jugendliche. Vor allem im Bezug auf Schulen und Bildungseinrichtungen soll Kunst und Kultur sichtbarer und erlebbarer gemacht werden. Dabei ist eine fächerübergreifende Kunst- und Kulturpädagogik wünschenswert und eine Imageverbesserung der kulturellen Weiterbildung.

Hier geht es zur Kunst- und Kulturpädagogik

Zum Thema Film und immersive Medien kam die Frage nach der Institutionalisierung Kiels als Kulturstandort. Dabei wurde die Wichtigkeit der Förderung des Drehbuchschreibens herausgearbeitet: Hier könnte sich Kiel als Drehbuch-Kulturort etablieren, wenn die Aus- und Weiterbildung aufgestockt wird.

Besonders in Schulen sollte das Thema „Film“ mehr etabliert werden (audiovisuelle Generation) - interdisziplinäre Einbindung, das gilt sowohl für die Erstellung von Filmen als auch die Beschäftigung mit den Mitteln des Films und der Filmgeschichte.


Außerdem sollten Filme stärker als Kulturerbe wahrgenommen und verstanden werden, bisher gibt es kaum eine Sammlung des Filmerbes in Schleswig-Holstein.
Dazu sollte die Rezeption von Filmen vor allem aus der Filmgeschichte, weiter gestärkt werden.

Hier geht es zu Film und immersiven Medien

Positiv betrachtet wurden unter anderem die fünf Kulturareale in Kiel und die Kiel Kultur App, welche die Apps der Museen und Kulturspuren bereichert.


Wichtig sei die Vernetzung und Synergien einzelner Akteur*innen schaffen (Bildung einer Plattform für regelmäßigen Austausch bspw. über Kooperationen, Orte etc.) Fokus jeweils immer auf eine Idee für ausreichend Übersichtlichkeit.
Hinzukommend sollte das Kulturamt die Schirmherrschaft kleiner kultureller Initiativen übernehmen zwecks Raumsuche und kleinen weiteren Unterstützungen.

Hier geht es zu Kunst und Kultur in der Quartiersentwicklung

In der Diskussion über zivilgesellschaftliche Erinnerungskulturen war die Partizipationund Interaktion die Kernaussage: Betroffene sollten in die Gestaltung der Erinnerungskultur miteinbezogen werden, um sich vernetzen zu können. Zeitzeug*innen sollten in digitale Medien miteingebunden und festgehalten werden, damit die Geschichte besonders für Kinder und Jugendliche greifbarer und lebendiger gemacht wird.
Mit Hinblick auf die Stadt sollte eine permanente Ausstellung der Kieler Stadtgeschichte gelingen. Es sollte ein Ort geschaffen werden, der sowohl für Kieler*innen als auch für Besucher*innen zugänglich ist, damit mehr Sichtbarkeit für die Relevanz des Themas aufkommt.

Fraglich war die Zukunft des Schifffahrtsmuseums? Deutlich wurde, dass es gesichert werden sollte. Hier gibt es die Chance auf lebendige Quellen.
Als Idee kam auf, einen Jahresplan mit historischen Ereignissen zu erstellen.

Hier geht es zu zivilgesellschaftlichen Erinnerungskulturen

Klar wird, dass Menschen mit Migrationshintergrund ein großes Bedürfnis haben, ihre Kultur darzustellen und in die Gesamtgesellschaft zu bringen. Kulturpädagogisch sollte vermehrt bei Kindern angesetzt und Kultur erlebbar gemacht werden (Verzicht auf Eintrittspreise in einigen Einrichtungen, Übernahme von Buskosten, etc.)


Gerade bürokratische Prozesse müssen niedrigschwellig sein. Zur Zeit bestehen viele Hürden hinsichtlich der Institutionen, wenn es darum geht, wo man auftreten kann. Als Stärke und Chance ist hier die häufige Selbstorganisation zu erkennen: Forum für Migrant*innen und Referat für Migration als Multiplikatoren, um der Community die Verwirklichung zu ermöglichen.

Hier geht es zu Kultur und Migration

In der Diskussion über Kultur und internationale Beziehungen ging es hauptsächlich um die Corona-Pandemie als Einfluss auf die Digitalisierung.
Die Vernetzung durch Digitalisierung ist sehr niedrigschwellig möglich und die Pandemie hat den Digitalisierungsprozess beschleunigt.
Dennoch ist eins klar: Digitale Formate ersetzen den kulturellen Austausch nicht.

Außerdem wurde sich eine steigende Zusammenarbeit mit deutschen Städten gewünscht. Dabei sind kulturübergreifende Projekte digital einfach zu planen - alles andere kann aber nur real stattfinden.

Hier geht es zu Kultur und internationalen Beziehungen


Ein Abschluss mit Erfolg

Hier geht es zum Abschluss und Ausblick der digitalen Kulturkonferenz. Die sechs kulturpolitischen Sprecher*innen fassen zusammen, über welche Themen in den Workshops diskutiert wurde und was unsere Stadt daraus mitnimmt. Hören Sie rein!