Konzertsaal im Kieler Schloss wird saniert

Der Konzertsaal ist ein Kleinod der Kieler Altstadt und in seiner Architektur aus den 60er Jahren einzigartig. Jetzt wird er umfassend saniert: barrierefrei, technisch hochmodern und denkmalgerecht. 2024 soll das erste Konzert im wiederhergestellten Saal gespielt werden.

Visualisierung: Blick in das umgestaltete Foyer mit vielen menschen in festlicher Kleidung
Das künftige Foyer mit neuer Beleuchtung und großzügiger Raumaufteilung
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Visualisierung: Blick in den vollbesetzten Konzertsaal und Orchester auf dem Podium in der Mitte
Neu sind die Akustiksegel unter der Decke. Ein neues Beleuchtungskonzept ersetzt den bisherigen Lampenwald über dem Podium.
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Visualisierung: Blick in das Fördefoyer mit Bar und Ausblick auf die nächtliche Förde
Neuer Glanz für das Fördefoyer mit seinem großen Ausblick auf den Hafen
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Häufige Fragen – und die Antworten

Der Konzertsaal ist ab 1960 zusammen mit dem Kieler Schloss und der dazugehörenden Tiefgarage gebaut worden. In den vergangenen Jahrzehnten wurden nur sicherheitstechnische Einrichtungen saniert, die für den Betrieb notwendig waren. Die Bestuhlung ist wahrscheinlich vor langer Zeit einmal aufgepolstert worden. In den 1970er Jahren wurde die große Glasfassade zum Schlossplatz hin ausgetauscht. Eine Grundsanierung im eigentlichen Sinne hat jedoch nie stattgefunden.

Bei der näheren Beschäftigung mit dem Gebäude fiel auf, dass die damals geplanten und umgesetzten haustechnischen Anlagen sehr umsichtig und umfassend ausgeführt wurden. Daher gibt es bei der notwendigen Erneuerung der Anlagen kaum Platzprobleme, wie sie bei vielen anderen Sanierungsprojekten auftreten. 

Schon damals war beispielsweise die Auslegung der Lüftungsanlagen so, wie sie die Techniker*innen auch jetzt nach aktuellen Standards umsetzen. Die Bau- und Raumakustiker*innen haben schon damals zukunftsorientiert gearbeitet, deswegen ist jetzt nur wenig zu ändern. Lediglich in bestimmten Details – wie zum Beispiel bei den Saaltüren – sind Anpassungen notwendig, damit die aktuellen Vorschriften in Bezug auf Fluchtwege und die Vorgaben des Bau- und Raumakustikers eingehalten werden können.

Bis auf wenige Anpassungen werden alle einen Konzertsaal wiederfinden, der dem bisherigen sehr ähnelt. Positiv auffallen wird, dass sich die Besucher*innenströme während einer Veranstaltung in den Pausen entzerren und alle Ebenen des Gebäudes über einen neuen Aufzug barrierefrei erreicht werden können. 

Das Förde-Foyer im Obergeschoss wird dann ein attraktiver Treffpunkt im Haus mit oder auch ohne eigentlichen Konzertbesuch sein. Und eventuell bekommen Besucher*innen dann Lust ein spezielles Konzert oder den einen oder anderen Vortrag im neu geschaffenen kleinen Saal im ehemaligen NDR-Bereich zu besuchen.

Die Außenhülle des Konzertsaals wird im Bereich der Quarzitfassade eine Dämmung bekommen. Damit ändert sich die Kontur des Gebäudes aber nur geringfügig. Auch das Dach wird behutsam energetisch saniert. 

Die Türen in der Glasfassade erhalten ihr historisches Maß zurück, und das Eingangsgebäude bekommt eine den Denkmal entsprechende Ausführung.

Die in den engen Seitenfluren bisher angeordneten Cateringbereiche entfallen. Im Foyer entsteht eine neue Bar dort, wo bisher die Garderobe abgegeben wurde. Die Garderoben rücken an die Außenwände, dort ist mehr Bewegungsfläche und so haben alle mehr Platz, um die Jacken und Mäntel zu bringen und abzuholen.

Vor allem das in die Jahre gekommene Resopal der Tresen und Wandverkleidungen wird ersetzt. Die Möblierung wird weitestgehend aus Walzstahl gefertigt. Die Wandverkleidungen sind aus aus weißem Corian und behalten dasselbe Raster wie vorher.

Beleuchtet wird durch die dann restaurierten Kronleuchter, die durch sehr dezent eingesetzte Deckenstrahler unterstützt werden. Aufgrund der heute nutzbaren Vielfalt an Leuchtmitteln und der technischen Ausstattungen zur Steuerung der Lichtstimmungen ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, bewusst unterschiedliche und dem jeweiligen Anlass angepasste Lichtatmosphären zu schaffen.

Zentrales Augenmerk haben die Planer*innen auf die Barrierefreiheit des Konzertsaals gelegt. In enger Abstimmung mit dem städtischen Beirat für Menschen mit Behinderung sind die jeweiligen Defizite aufgelistet worden, die der Saal bisher in vielen Bereichen hatte.  Ziel ist es, diese Mängel zu beseitigen. Alle Ebenen des Gebäudes werden barrierefrei erschlossen. Einzig auf dem Rang wird es aufgrund der baulichen Situation keine Stellplätze für Rollstühle geben können. Der Rang ist schlicht zu steil und zu eng, und eine Änderung wäre an dieser Stelle ein zu massiver Eingriff in den Bestand.

Im Untergeschoss des Saales wird es ausreichend barrierefreie WC-Anlagen geben. Generell werden mehr sanitäre Einrichtungen installiert, wobei der bauliche Bestand eine Grenze vorgibt. 

Eine überraschende Besonderheit ist die Qualität der Bestuhlung. Eine Fachfirma hat sie untersucht: Die Grundkonstruktion und die verwendeten Materialien wie zum Beispiel der Buchenrahmen der Sitzschale und der Lehne müssten heute neu teuer bezahlt werden. Daher fiel die Entscheidung, die Bestuhlung aufarbeiten zu lassen und nicht neu zu kaufen. Der Sitzkomfort der neu gepolsterten alten Stühle wird sich deutlich verbessern. Nicht ändern werden sich die Reihenabstände, da die Stufung im Saal baulich vorgegeben ist. Das ist nicht optimal, ist aber einer der Kompromisse, die mit Blick auf den Bestand und die Kosten der Gesamtmaßnahme geschlossen werden müssen.

Funktional wird sich neben den Abläufen im Foyer vor allem im sogenannten Backstage-Bereich vieles entspannen, da der NDR die bisher genutzten Bereiche im Konzertsaal aufgibt. Damit kann die eigentlich sinnvoll angelegte Grundriss-Struktur wieder vollständig für den Konzertbetrieb genutzt werden. Es sind dann ausreichend Garderoben- und Probenräume im Gebäude zugänglich und der Bühnenzugang erfolgt wieder, wie ursprünglich geplant, von zwei Seiten.

Unter der sichtbaren Saaldecke werden Akustiksegel angebracht. Die Raumakustik wurde bisher zwar vom Publikums mehrheitlich als gut bewertet, aber für das Hören der Stimmgruppen untereinander auf dem Orchesterpodest blieben Wünsche offen. Die bisherigen unsichtbaren Reflektoren oberhalb der Metallgitterdecke bekommen daher eine Ergänzung im sichtbaren Bereich. 

Die Hängelampen über der Orchesterbühne werden durch ein neues Beleuchtungskonzept ersetzt.

Die Orgel hat sich nach vielen Recherchen und mehreren Fachgutachten durch Orgelsachverständige als nicht konzertsaaltauglich herausgestellt. Eine neue Orgel zu kaufen, die den Ansprüchen genügt, ist zu teuer. Die Orgel wird nun verkauft. Erstaunlicherweise gibt es auch für solch große Instrumente einen Markt. Voraussichtlich wird sie in einer Kirche eine neue Heimat finden. 

Sämtliche technischen Einrichtungen des Saales wie die Bühnentechnik, die Beleuchtung und auch die Haustechnik werden nicht nur komplett erneuert, sondern auch erweitert. So wird der Saal zukünftig im Bereich des Orchesterpodestes eine fahrbare Podien-Landschaft erhalten, deren Ausgestaltung eng mit dem Orchester abgestimmt wurde. 

Es geht hier vor allem um Flexibilität und schnelle Wandelbarkeit, da der Saal nicht nur die Aufgaben eines Konzertsaales erfüllen soll, sondern wie bisher auch ganz unterschiedliche Formate als Stadthalle bedienen können muss.

Zusätzliche Akustiksegel im sichtbaren Bereich der Saaldecke verbessern vor allem das Hören der Stimmgruppen im Orchester untereinander. Sie hängen in motorischen Zügen und können je nach Bedarf eingestellt werden. Die zur Wandlungsfähigkeit des Saales ebenfalls dazugehörende Obermaschinerie wird entsprechend auf die Lage der Akustiksegel abgestimmt.  So kann der Saal ohne zusätzlichen Aufwand für ganz unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden. 

Im Backstage-Bereich stehen künftig ausreichend Garderoben- und Probenräume im Gebäude zur Verfügung. Der Bühnenzugang erfolgt wieder, wie ursprünglich geplant, von zwei Seiten.

In Rang-Geschoss entsteht eine Art Multifunktionsraum mit Blick auf die Förde. Außer für künstlerische Formate wie kleine Kammerkonzerte, Vorträge oder Lesungen ist er auch für Besprechungen oder als kleiner Tagungsraum geeignet. Bis zu 80 Personen haben dort Platz.

Eine wichtige Änderung ist die Reaktivierung der Bar im Förde-Foyer. Dort haben Gäste am Tag wie am Abend einen fantastischen Blick über die Förde. Dieser Raum hatte bis dahin sehr unterschiedliche Aufgaben und hat bei Veranstaltungen in letzter Zeit ein eher kümmerliches Dasein gefristet. Das wird nun anders.

Das Kostenziel ist 35,5 Millionen Euro brutto zuzüglich einer Risikoreserve.

Die Finanzierung des Konzertsaals ist seit November 2021 gesichert. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, und das Land Schleswig-Holstein haben jeweils Zuwendungen in Höhe von bis zu 11 Millionen Euro für die Sanierung vorgesehen. Die Landeshauptstadt Kiel sieht ebenfalls 11 Millionen Euro für die Finanzierung vor. 

Einen weiteren wichtigen Beitrag leistet der Förderverein Konzertsaal am Kieler Schloss, der schon rund zwei Millionen Euro Spenden einwerben konnte und sich als Zielmarke vier Millionen Euro vorgenommen hat.

Ab dem Spielzeitende 2021 wurden das Gebäude ausgeräumt und die haustechnischen Anlagen zwischen Schloss und Konzertsaal getrennt. Bis dato gab es für beide Gebäudeteile eine gemeinsame Technikzentrale, die nun aufgelöst werden musste. Außerdem sind die unter Denkmalschutz stehenden Leuchten durch eine Fachfirma ausgebaut und eingelagert worden. 

Seit Ende November 2021 sind die Bauarbeiten im Gange. Zunächst fand der nicht statische Rückbau und die damit in Teilen verbundene Schadstoffsanierung statt. Was die aufgefundenen Schadstoffe angeht, musste nur in einem üblichen Maß saniert werden. Seit Frühjahr 2022 läuft der statische Abbruch und die Vorbereitung der neuen Ein- und Ausbauten.

Die nächsten Schritte sind verbunden mit Ausschreibungen, Organisation des Bauablaufs und mit der Durchführung all der dann anstehenden Bauaufgaben. Dabei ist ein komplexer Bauablauf zu absolvieren, da es sich nicht um einen klassischen Neubau handelt. Auch gibt es Gewerke, die nicht alltäglich sind, wie zum Beispiel die Integration der Bühnentechnik in das Gebäude und in den Bauablauf. 

Im Herbst 2024 können sich die Kieler*innen dann selbst ein Bild von der gelungenen Sanierung machen. 

 


Ort der Begegnung

„Wir kümmern uns um jede Firma, die uns braucht.“

Der Kieler OB Dr. Ulf Kämpfer.

Die Sanierung des Konzertsaals am Kieler Schloss ist notwendig, denn die Stadt und die Musik-Liebenden unserer Region brauchen einen attraktiven Ort, an dem Musik und Kultur erlebt und gelebt werden kann. Kostenträger*innen dieses Projekts sind die Stadt als Eigentümerin, das Land Schleswig-Holstein und der Förderverein. Helfen Sie mit Ihrer Spende, die Sanierung dieses einzigartigen Bauwerks zu sichern und dieses nachhaltige Kulturprojekt aktiv zu unterstützen.

Spenden beim Förderverein

Die Stadt und die Musik-Liebenden unserer Region brauchen einen attraktiven Ort, an dem Musik und Kultur erlebt und gelebt werden kann. Der Förderverein Konzertsaal am Kieler Schloss e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die umfassende Renovierung des Konzertsaales am Kieler Schloss zu begleiten und die notwendigen Spenden dafür einzuwerben.

Er leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Finanzierung der dringend notwendigen Sanierungsarbeiten. Durch das großzügige Engagement zahlreicher Spender*innen wird die Zukunft eines wichtigen Ortes der Kultur und Begegnung in Kiel gesichert.
 

Jede Spende ist willkommen und zählt
Visualisierung: Ein Paar verlässt den Konzertsaal in Richtung abendlich erleuchteter Bar im Fördefoyer