Der Kieler Bildungsbeirat – Expertise & Innovation

Einleitung und weiterführende Links

Die Verbesserung der Bildungschancen und Bildungsteilhabe für alle Kieler*innen, stehen ganz oben auf der Agenda des Bildungsbeirates.

Der Kieler Bildungsbeirat ist ein unabhängiges sowie parteipolitisch neutrales Gremium und setzt sich mit grundsätzlichen und übergeordneten Bildungsthemen auseinander. Die Beratungsthemen können sowohl aus dem Beirat als auch aus Fachbündnissen und Netzwerken sowie der Selbst- und Stadtverwaltung vorgeschlagen werden.

Der Beirat wird mindestens zweimal im Jahr durch die*den Vorsitzenden einberufen und tagt grundsätzlich öffentlich.

  • Auseinandersetzung mit grundsätzlichen und übergeordneten Bildungsthemen
  • Identifikation von Herausforderungen übergeordneter Bildungsthemen
  • Entwicklung von Impulsen und Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Bildungslandschaft
  • Evidenzbasierte und kritische Reflexion von Bildungsaktivitäten hinsichtlich ihrer Wirksamkeit
  • Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die Ratsversammlung und Verwaltung auf Grundlage von Zahlen, Daten und Fakten
  • Beratung der Selbstverwaltung und Stadtspitze, insbesondere die*den Bildungsdezernentin*en, bei Stellungsnahmen und Anträgen

Der Bildungsbeirat besteht aus maximal acht Mitgliedern. Die Mitglieder weisen eine ausgewiesene Expertise und Erfahrung über die Kieler Bildungslandschaft entlang der gesamten Bildungskette und das Bildungssystem auf. Vertreter*innen aus Wissenschaft und Forschung sollen die Expertise bereichern. Die*der Bildungsdezernent*in ist Mitglied mit beratender Stimme.

Die Mitglieder werden von der*dem Bildungsdezernentin*en vorgeschlagen und von der Ratsversammlung gewählt. Dies erfolgt zu Beginn jeder Kommunalwahlperiode für deren Dauer. Männer und Frauen sollen hierbei in gleicher Zahl berücksichtigt werden. Die Mitglieder wählen aus ihrer Mitte den Vorsitz sowie den stellvertretenden Vorsitz.

Die folgenden Fachexpert*innen wurden ab dem 1. März 2024 in den Bildungsbeirat gewählt:

 

  • Prof. Dr. Janka Goldan, Bergische Universität Wuppertal, Institut für Bildungsforschung
  • Heike Hackmann, BNE-Agentur Schleswig-Holstein
  • Richard Heinen, learninglab GmbH
  • Maja Hornberger, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung Schleswig-Holstein
  • Prof. Dr. Olaf Köller, Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, Erziehungswissenschaft und Pädagogische Psychologie
  • Prof. Dr. Fabian Lamp, HAW Kiel, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit
  • Prof. Dr. Michael Lichtblau, Ostfalia Hochschule, Fakultät Gesundheitswesen, Studiengang Kindheitspädagogik & Gesundheit
  • Prof. Dr. Karina Schlingensiepen-Trint, Duale Hochschule Schleswig-Holstein, Fachbereich Soziale Arbeit

 

6. Sitzung des Bildungsbeirates

Datum:   n.n.

Ort:          Rathaus, Fleethörn 9, 24103 Kiel

Raum:     n.n.

Weitere Informationen zu den Sitzungen finden Sie im Kieler Ratsinfosystem.

 

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Kontakt

Landeshauptstadt Kiel
Dezernat für Bildung, Jugend und Kultur
Referat Bildungsmanagement
Fleethörn 9, 24103 Kiel 

Anne Kujau
Referatsleitung & Geschäftsführung Bildungsbeirat (komm.)

0431 901-3188 


Dokumentation der vergangenen Sitzungen

TOP 1: Eröffnung und Begrüßung durch Bürgermeisterin Renate Treutel

Renate Treutel gab einen Einblick in die Tätigkeiten und die Entstehung des Beirates. Dieser kann Entscheidungen über Mehrheitsbeschlüsse treffen. Sie betonte das übergeordnete Ziel der Bildungsteilhabe aller Kieler*innen und sich verbessernde Bildungschancen. Gleichzeitig stehe die Aufgabe Herausforderungen und Handlungsansätze zu identifizieren im Vordergrund. Ein zentraler Aspekt sei außerdem die Evaluation und Weiterentwicklung der Aktivitäten im Bereich der Kieler Bildungslandschaft, die durch diese Verantwortungsgemeinschaft vorangetrieben werden sollen.

TOP 2: Wahl der Vorsitzenden und einer Stellvertretung aus dem Gremium heraus

Dr. Janka Goldan wurde in offener Wahl einstimmig zur Vorsitzenden des Bildungsbeirates gewählt. Es wurde sich darauf verständigt, die stellvertretende Person in der nächsten Sitzung zu wählen.

TOP 3: Die Kieler Bildungslandschaft - Fakten und Wissenswertes

Renate Treutel und Franziska Berger präsentierten Informationen und Daten sowie den Leitgedanken der Bildungsregion Kiel, dass Bildung der Schlüssel für demokratische Teilhabe und Chancengerechtigkeit ist. Zunächst wurden Informationen zur demografischen Entwicklung Kiels vorgestellt. So erreichte die Einwohner*innen-Zahl im Jahre 2023 erstmals die 250.000 Marke. Außerdem leben in Kiel Menschen verschiedenster Nationalitäten zusammen. Folglich sei es elementar die verschiedenen Akteur*innen zu vernetzen, um die Qualität der Bildung langfristig und nachhaltig zu steigern. Auch vor diesem Hintergrund sei seitens der Kommune der Impuls zur Gründung des Beirats gekommen. Anschließend wurden die Bildungsangebote und -orte in Kiel präsentiert:

  • Elternbildung & Frühe Hilfen (Willkommensbücher, Elternberatung, Eltern-Kind-Gruppen)
  • Kindertagesbetreuung (Kindertagespflege, Krippen, Elementargruppen, Schulkindbetreuung)
  • Öffentliche Schulen (Ganztagsangebote, Schulsanierung und -neubau, Mensen, Sporthallen, Digitalisierung)
  • Offene Kinder-und Jugendarbeit (Kinder-, Jugend- und Mädchentreffs)
  • Schule & Jugendhilfe (Kieler Schulen, Schulsozialarbeit, Anker-Klassen und Projekte)
  • Kieler Hochschulen (in Kooperation mit der Landeshaupstadt Kiel Nutzung von Mitgestaltungspotenzial)

Abschließend wurden die verschiedenen aktuellen Übergangs- und Schwerpunktthemen vorgestellt. Durch die Begleitung bei diesen Themen und die Erstellung von Bildungsberichten werde eine gemeinsame Datenbasis als Grundlage aufgebaut. Die Mitglieder des Bildungsbeirates wünschten sich außerdem mehr Informationen und Daten zu diesen Themen: 

  • Kommunale Angebote der Schulkindbetreuung am Nachmittag in der Sekundarstufe I
  • Ankerklassen und Aufteilung der Plätze der Schulkindbetreuung in Betreute Grundschule, offene Ganztagsschule, gebundene Ganztagsschule und Hortgruppe

Das Referat Bildungsmanagement stellte zwei Anlagen zur Verfügung und kündigte für die Bildungsbeirats-Mitglieder eine Sondersitzung mit weiterführenden Informationen an.


TOP 4: Beratung und Beschluss über Themenauswahl

Im Laufe der Sitzung wurden die zu priorisierenden Themen diskutiert und festgehalten, die laut Satzung vom Beirat gewählt werden können.

Die Verwaltung brachte folgende Themen ein:

  • Bildung und Betreuung in der Ganztagsschule
  • Fachkräftemangel in Bildungs-und Betreuungseinrichtungen
  • Auswirkungen von Zuwanderung auf die Bildungslandschaft
  • Sprach-und Lesekompetenz bei Kindern
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung: Strategien für Bildungseinrichtungen
Nach einer Diskussion dieser und anderer Themen, legte der Bildungsbeirat sich auf drei Themen fest, die in den nächsten Sitzungen vertieft werden sollen. Zum einen der aktuelle Ressourceneinsatz und die Ressourcenverteilung. Als Stichwort diente hierbei der Vergleich mit Kommunen, die mit Sozialindizes arbeiten, um Ressourcen maximal wirksam und auf Grundlage von Individualdaten einzusetzen. Zum anderen wurde sich auf die Bildung und Betreuung in der Ganztagsschule verständigt, bei der die Verzahnung von Vormittag und Nachmittag sowie die gute Qualifizierung aller Mitarbeitenden unerlässlich sind, um eine hohe Qualität sicherzustellen. Als dritter Aspekt wurde die wichtige Rolle der Kommune festgehalten, die vornehmlich darin besteht die Akteur*innen zusammenzubringen und einen Austausch mit geeigneten Formaten zu unterstützen.

TOP 5: Vereinbarungen zur Zusammenarbeit

Die zukünftige Sitzungsstruktur wurde von den Beiratsmitgliedern wie folgt festgelegt:

1. Bericht der Vorsitzenden und Mitglieder
2. Aktuelles, Einführung von aktuellen Themen durch Bürgermeisterin Renate Treutel
3. Beratung der Themen
4. Öffentlichkeitsarbeit
5. Verschiedenes

TOP 6: Verschiedenes und Abschluss

Die Sitzung wurde beendet und die Anwesenden verabschiedet. Die nächste öffentliche Sitzung ist für Mittwoch, den 25. September von 10-14 Uhr im Rathaus, Fleethörn 9. 24103 Kiel, Ratsherrenzimmer angesetzt.

TOP 1: Begrüßung und Einführung in die Sitzung durch die Vorsitzende

Bürgermeisterin Renate Treutel und Dr. Janka Goldan begrüßen die Mitglieder und die Anwesenden im Raum zur 2. Sitzung des Bildungsbeirates. Dr. Janka Goldan eröffnet die Sitzung.

Die Sitzung wird hybrid durchgeführt, da ein Bildungsbeiratsmitglied nicht anreisen konnte.

TOP 2: Genehmigung der Tagesordnung

Die Vorsitzende stellt fest, dass form- und fristgerecht eingeladen wurde. Die Tagesordnung wird mit zwei Ergänzungen zum TOP Verschiedenes einstimmig von den Mitgliedern genehmigt.

TOP 3: Kenntnisnahme der Niederschrift der 1. Sitzung vom 18.03.2024

Die Niederschrift der 1. Sitzung des Bildungsbeirates vom 18.03.2024 wird zur Kenntnis genommen. Einwände werden nicht erhoben. 

TOP 4: Bericht der Vorsitzenden und Mitglieder

Die Vorsitzende, Dr. Janka Goldan, gibt einen Rückblick in die erste Sitzung vom 18.03.2024 und benennt die in dieser Sitzung priorisierten Themen: Ganztagsbildung und -betreuung (Verzahnung von Vormittag und Nachmittag, Ganz-tag und Qualität), Ressourceneinsatz und Ressourcenverteilung (Sozialindex und Leistungsdaten zugrunde legen, evidenzbasierte Steuerung) sowie Akteur*innen zusammenbringen und Rolle der Kommune (Austausch und Formate).
Zudem berichtet die Vorsitzende von einem Treffen des Bildungsbeirates, in dem dieser von der Landeshauptstadt Kiel einen datenbasierten Überblick über die Kieler Bildungslandschaft erhalten hat. 

Die Vorsitzende richtet das Wort an die Zuschauenden, die sich im Ratsherrenzimmer eingefunden haben, um der Sitzung zu folgen. Sofern die Zuschauenden Fragen, Impulse, Anmerkungen haben, können sie diese auf einem Padlet eintragen (siehe https://padlet.com/Franziska_Berger/bildungsbeirat-kiel-fragen-und-kommentare-91x7c4wnuwi50dyo).  Im Verlauf der Sitzung äußert sich Prof. Dr. Fabian Lamp zum Format der Partizipation der Zuschauenden. Aus seiner Sicht sei dies nicht das geeignete Format. Es wird sich darauf verständigt, dass die Mitglieder vor der nächsten Sitzung noch einmal gemeinsam besprechen und entscheiden, wie die Öffentlichkeit sinnvoll einbezogen werden kann.

TOP 5: Aktuelles Landeshauptstadt Kiel

Bürgermeisterin Renate Treutel führt in aktuelle Themen ein. Sie berichtet über den aktuellen Stand zum Startchancenprogramm in Kiel. 

Ein Mitarbeiter des Ministeriums für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur hat im vergangenen Ausschuss für Schule und Sport über das Startchancenprogramm berichtet und Fragen der Kommunalpolitiker*innen beantwortet. 

Bürgermeisterin Renate Treutel geht auf ein paar Details ein: Die Auswahl der Schulen ist anhand des Sozialindex 2019 und 2024 erfolgt. Es sind aktuell in Kiel 21 Schulen mit über 8000 Schüler*innen, hiervon sind 12 Schulen ehemalige Perspektivschulen.

In Bezug auf die Umsetzung der Säulen 2 und 3 stehen die Stadt Kiel und das Schulamt im Austausch darüber, wie Synergieeffekte mit bestehenden guten Konzepten und Aktivitäten geschaffen werden können. Insbesondere da der Stadt Kiel aktuell nicht mehr die Mittel zur Verfügung stehen, um diese in dem bisherigen Umfang beizubehalten. In Bezug auf Säule 1 ist klar, dass der Stadt Kiel keinerlei Mittel für die verpflichtende Ko-Finanzierung von 30 % zur Verfügung stehen. 

Darüber hinaus berichtet Bürgermeisterin Renate Treutel, über die Ergebnisse des im Sep-tember veröffentlichten Bildungsreportes 2023 Elternbildung und frühkindliche Bildung. Der Bildungsreport gibt einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen und die Situation der Angebotslandschaft für Familien in Kiel mit Kindern unter drei Jahren.

Die Schwerpunktthemen dieses Reportes sind die aktuellen Krisen, die Zuwanderung und die Fachkräftesituation. Es hat sich hier noch einmal gezeigt, wie die Vielzahl der Krisen die Unsicherheit bei jungen Familien verschärft hat. Gleichzeitig zeigte sich bei der Zuwanderung und Integration von Familien nach und in Kiel ein breites und für die Akteur*innen herausforderndes Aufgabenfeld. Die zusammengetragen Beiträge und Daten haben für den Bereich der unter Dreijährigen verdeutlicht, wie massiv die Auswirkungen des Fachkräftemangels in den Beratungs- und Gruppenangeboten und in den Kindertageseinrichtungen insbesondere für diese Altersgruppe sind. Gruppen mussten häufig geschlossen werden, Kinder hatten nicht immer feste Bezugspersonen, es gab häufige Wechsel, was die Gestaltung der Eingewöhnung und Bindung sehr beeinträchtigte. 

Wichtige Punkte sind unter anderem, dass etablierte Netzwerkstrukturen eine starke Ressource waren und sind, Bundesmittel „Aufholen nach Corona“ in 2023 wegfielen und wertvolle Angebote für Familien ersatzlos gestrichen oder reduziert werden mussten, die Evaluation und Weiterentwicklung des KitaG, der Aufbau des Kompetenzteams Inklusion sowie die Fortführung der Sprach-Kitas über das Landesprogramm.

TOP 6: Wahl einer Stellvertretung der Vorsitzenden

Die Wahlleitung übernimmt die Verwaltung. Prof. Dr. Fabian Lamp stellt sich als Stellvertretung zur Verfügung, möchte jedoch zunächst für zwei Jahre zur Verfügung stehen und dann neu bewerten.

Prof. Dr. Fabian Lamp wird einstimmig von den anwesenden Mitgliedern zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt und nimmt die Wahl an. 

TOP 7: Beratung zu: Themenauswahl und Modus der Zusammenarbeit

Die Vorsitzende führt in diesen Tagesordnungspunkt ein. Ziel ist es, auf die priorisierten Themen aus der 1. Sitzung zu schauen und zu klären, welche Themen und Fragestellungen festgelegt werden, wie eigene Themen platziert werden können, welche Expertise und wel-chen Hintergrund die Mitglieder selbst einbringen möchten und wie die Zusammenarbeit ge-staltet werden kann.

Zur Vorbereitung der Sitzung hat die Stadt Kiel für die Mitglieder eine Übersicht mit Frage-stellungen zu den priorisierten Themen zusammengestellt (siehe Anlage 3). Bürgermeisterin Renate Treutel führt in die Fragestellungen ein und beantwortet Rückfragen.

Die Mitglieder stellen Fragen und beraten sich zur Themenauswahl. Welches Thema mit welchen Fragestellungen möchte der Beirat zunächst bearbeiten? Es folgt eine kurze Darstellung der aktuell relevantesten Themen aus Sicht der Vertreter*innen der Stadt Kiel. Es wird diskutiert, wie eine effektive und zielorientierte Zusammenarbeit gestaltet werden kann.

Die Präferenzen der Mitglieder werden gemeinsam abgewogen und es wird sich im Konsens darauf verständigt, zunächst das Thema Ganztagsbildung und –betreuung zu bearbeiten.

Der Bildungsbeirat verständigt sich darauf, sich auf die folgenden drei Fragen zu fokussieren: Was ist ein qualitativ hochwertiges, ganztägiges Bildungs- und Betreuungsangebot? Wie gelingt eine Öffnung in den Sozialraum und umgekehrt? Wie gelingen Verzahnung, Kooperation und multiperspektivische Zusammenarbeit?

Es entsteht im Diskurs für die Bearbeitung des Themas eine Überschrift: „Akteur*innen zusammenbringen und Prozessbefeuerung/-begleitung“. 

Es wird die Frage bewegt, welches Produkt am Ende der Beratungen bzw. Aktivitäten des Beirates aus Sicht der Stadt Kiel stehen soll. Bürgermeisterin Renate Treutel antwortet, dass das Produkt die Prozessbefeuerung bzw. -begleitung sein sollte. 

Die zentralen Ergebnisse der Diskussion werden auf einer Moderationswand festgehalten:

Absprachen für die Weiterarbeit:

Der Bildungsbeirat verständigt sich darauf, sich im November zu einer Nachbereitung der Sitzung zu treffen. Dort soll zum einen besprochen werden, wie die offenen Fragen des Beirates in der nächsten Sitzung gut geklärt werden können. Zum anderen – sofern bereits veröffentlicht – soll gemeinsam auf das Landesrahmenkonzept geschaut werden.

TOP 8: Öffentlichkeitsarbeit

Es wurde eine Webseite angelegt, auf der die Aufgaben und Mitglieder des Beirates vorgestellt werden, dort werden die Sitzungen angekündigt und die Sitzungsergebnisse veröffentlicht. Die Webseite des Bildungsbeirates ist zu finden unter www.kiel.de/bildungsbeirat. Darüber hinaus wurde der Beirat als sonstiger Beirat in das Kieler Ratsinfosystem Allris aufgenommen. Dort sind die Tagesordnungen und Niederschriften zukünftig einsehbar. Die Sitzung wurde im Vorwege vom Social-Media Team der Stadt Kiel angekündigt. 

Das Protokoll und die Ergebnisse dieser Sitzung werden sowohl im Ratsinformationssystem als auch auf der Webseite des Bildungsbeirates bekannt gegeben.

TOP 9: Verschiedenes

Der mündliche Bericht des Bildungsbeirates in den Ausschüssen muss geplant werden. Die Berichterstattung muss nicht zwingend durch die Vorsitzende erfolgen. Es kann beantragt werden, den jährlichen Bericht in den Ausschüssen online zu machen. Es wird sich darauf verständigt, dass die Vorsitzende und der stellvertretenden Vorsitzende sich diesbezüglich noch einmal abstimmen. Die Sitzungstermine finden ab 2025 jeweils von 16-20 Uhr statt. Darauf hat der Bildungsbeirat sich in der ersten Sitzung verständigt. Die Geschäftsführung verschickt die Terminvorschläge zeitnah.

TOP 10: Schließung der Sitzung

Die Vorsitzende, Dr. Janka Goldan, schließt die Sitzung des Bildungsbeirates.

TOP 1: Begrüßung und Einführung

Die Vorsitzende Dr. Janka Goldan und Bürgermeisterin Renate Treutel begrüßten die Mitglieder, Gäste und Anwesenden zur 3. Sitzung des Bildungsbeirates. Die Vorsitzende freute sich über das Zusammenkommen von Praxis und Wissenschaft und betonte, dass das Ziel der Sitzung darin bestehe, das Selbstverständnis des Bildungsbeirates zu verabschieden, die Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Ziele für den Ganztag in Kiel zu besprechen und erste Inhalte für eine Handlungsempfehlung des Beirates zu erarbeiten.

TOP 2: Genehmigung der Tagesordnung

Die Tagesordnung wurde einstimmig von den Mitgliedern genehmigt, ohne dass Ergänzungen oder Änderungswünsche eingebracht wurden.

TOP 3: Kenntnisnahme der Niederschrift der 2. Sitzung

Die Niederschrift der 2. Sitzung des Bildungsbeirates vom 25.09.2024 wurde zur Kenntnis genommen, ohne dass Einwände erhoben wurden.

TOP 4: Bericht der Vorsitzenden und Mitglieder

Die Vorsitzende gab einen Rückblick auf die letzte Sitzung und die Nachbesprechung unter den Beiratsmitgliedern. Sie berichtete auch vom Austauschtermin, bei dem Frank Martini den aktuellen Stand zum Thema Ganztag berichtet hatte. Die Vorsitzende lud die Mitglieder ein, Fragen und Anregungen an den Bildungsbeirat per E-Mail an zu senden.

TOP 5: Aktuelles der Landeshauptstadt Kiel

Bürgermeisterin Renate Treutel informierte über die aktuelle finanzielle Lage der Stadt Kiel und betonte, dass die Haushaltslage weiterhin angespannt sei. Sie sprach auch über die Zunahme von Jugendkriminalität und die Notwendigkeit, die Betreuung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Außerdem berichtete sie über die Ergebnisse des Bildungsberichtes 2024 Übergang Kita-Grundschule und kündigte die Bildungskonferenz "Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschüler*innen gemeinsam verantworten und gestalten" am 12. November 2025 an. Sie informierte auch über die Aufnahme der Perspektiv-Kitas in Kindertagesförderungsgesetz (KiTaG) in Schleswig-Holstein und die Anerkennung von 19 Perspektiv-Kitas in Kiel. Somit befinden sich 38 % der Perspektiv-Kitas in Schleswig-Holstein in der Landeshauptstadt Kiel. 

TOP 6: Abstimmung und Verabschiedung des Selbstverständnisses

Das gemeinsam erarbeitete Selbstverständnis des Bildungsbeirates wurde vorgestellt und einstimmig verabschiedet. Der Bildungsbeirat diskutierte über die Frage, wie Impulse und Empfehlungen aufgenommen werden können, und ob eine Aufbereitung zum Überblick der wissenschaftlichen Quellen zum Thema denkbar sei. Es wurde auch diskutiert, wie der Beirat zu Entscheidungen kommt. Es wurde beschlossen, dass Entscheidungen mit Mehrheitsbeschlüssen im Konsentprinzip während der Sitzungen getroffen werden.

7. Beratung der Themenauswahl

7.1 Aktuelle Rahmenbedingungen Ganztag

Frank Martini stellte anhand einer Präsentation die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für die ganztägige Schulkindbetreuung in Kiel sowie die aktuellen Herausforderungen vor. 

Bürgermeisterin Renate Treutel ergänzte, dass es ihr missfällt, im Zusammenhang mit Kindern über Vergaberecht zu sprechen. Die Landeshauptstadt Kiel stehe hierzu im Austausch mit dem Land, um mögliche Änderungen zu bewirken. Sie frage sich, wie andere Bundesländer dieses Thema regeln.

Janka Goldan erfragte, ob die Rechtsform gewechselt werden könne. Sei es zum Beispiel möglich die Betreuungsform in den gebundenen Ganztag umzuwandeln? Frank Martini erläuterte, dass dies vom Bildungsministerium aktuell nicht forciert werde. Einen letzten Aufruf zur Umwandlung in eine gebundene Ganztagsschule habe es vom Bildungsministerium  letztmalig im Jahr 2009 gegeben.

Zur Frage von Janka Goldan, wie genau ein Vergabeprozess ablaufe erläuterte Frank Martini, dass zunächst eine Leistungsbeschreibung erarbeitet werde und im Anschluss eine Ausschreibung erfolge. Auf diese können sich interessierte Träger bewerben.

Richard Heinen fragte nach, inwieweit es „Extra-Räumlichkeiten“ für die Ganztagsbetreuung gebe. Frank Martini führte aus, dass grundsätzlich 1,5 Quadratmeter pro Kind vorgesehen seien. Die Situation der Räumlichkeiten sei je nach Schulstandort sehr unterschiedlich und u. a. oftmals abhängig vom Baujahr der Schulen. Eine Doppelraumnutzung finde an vielen Schulen statt.

Fabian Lamp verweiste auf eine Befragung an Ganztagsschulen, die er im Auftrag des Landes bei Ganztagsträgern durchgeführt habe, die aber noch nicht veröffentlicht sei. An vielen Ganztagsschulen scheint es Unklarheiten bezüglich der unterschiedlichen Konzepte (Ganztagskonzept des Trägers, schulisches Konzept für die Ganztagsbetreuung) zu geben, so dass diese nicht in allen Fällen die erwünschte orientierende Wirkung zeigten. Er erfragte, ob die Leitlinien und Qualitätsstandards evaluiert wurden. Dies sei bisher nicht geschehen, führte Frank Martini aus. Der aktuelle Richtlinienentwurf Ganztag und Betreuung würde eine Anpassung der Kieler Qualitätsstandards erforderlich machen, sofern er in dieser Form verabschiedet wird.

7.2 Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung - Aktuelle Herausforderungen in der Stadt Kiel

Der Bildungsbeirat hat für die Beratung als Gäste Katharina Bruhn, Schulleitung Hans-Christian-Andersen-Stadtteilschule, Marion Muerköster, Jugendamtsleitung, Frank Martini, Abteilungsleitung Allgemeinbildende Schulen (Nord/West) und Förderprogramme im Amt für Schulen, sowie Jens Herrmann, leitender Sekretär Christlicher Verein Junger Menschen e. V., eingeladen.

Die Vorsitzende begrüßt die Gäste zum Tagesordnungspunkt und bittet sie, sich kurz vorzustellen und jeweils prägnant die zentralen Themen zu benennen, die sie heute mitgebracht haben.

Jens Herrmann, leitender Sekretär des Christlichen Vereins Junger Menschen e.V., nennt als Schwerpunkte: Fachkräftemangel, unzureichende Landesfinanzierung, Ausschreibungsverfahren, herausfordernde Standorte sowie die Notwendigkeit von Kooperationen.

Katharina Bruhn, Schulleiterin der Hans-Christian-Andersen-Stadtteilschule, benennt für den gebundenen Ganztag vor allem fehlende qualifizierte Fachkräfte und wenig Perspektiven für die Mitarbeitenden, eine hohe Belastung und einen hohen Krankenstand bei den Mitarbeitenden, fehlende Zeit für Austausch sowie unzureichende räumliche und sachliche Ressourcen.

Marion Muerköster, Leiterin des Jugendamtes, bringt folgende Punkte ein: Fachkräftemangel, Doppelnutzung von Räumen und eine geeignete Ausstattung, die Trennung von Unterricht und Betreuung, die nicht auskömmliche Finanzierung, Quantität vor Qualität, mittlerweile auch bei der Qualifikation der Fachkräfte, das Fehlen eines gemeinsamen Konzepts – was sich negativ auf die Kinder auswirke – sowie die Notwendigkeit enger Kooperation zwischen Ganztag und Schule.

Im Vorwege der Sitzung wurde die Perspektive des Kreiselternbeirates auf die aktuellen Herausforderungen schriftlich eingebracht. Diese wurde den Mitgliedern des Bildungsbeirates im Vorwege der Sitzung zur Verfügung gestellt.

Die Diskussion konzentrierte sich auf die Notwendigkeit von Kooperationen, die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Ganztagsschulen und die Stärkung der Schulleitungen als Innovationsträger.

Die Teilnehmer*innen betonten die Bedeutung der Perspektive der Kinder und der Notwendigkeit, ihre Bedürfnisse und Erfahrungen in den Mittelpunkt der Überlegungen zu stellen. Es wurde auch auf die Herausforderungen hingewiesen, die durch den Fachkräftemangel, unzureichende Finanzierung und administrative Strukturen entstehen.

Als zentrale Punkte für die weitere Arbeit des Bildungsbeirates wurden identifiziert:

  • Die Organisation einer Bildungskonferenz mit Impulsen und guter Praxis
  • Die Durchführung eines Workshops zu pädagogischen Ansätzen und gemeinsamen konzeptionellen Überlegungen im Tandem von Ganztagsschule
  • Die Förderung von Tandems von Schulleitungen und Ganztagsleitungen mit Angeboten
  • Die Schaffung verlässlicher Austauschformate für Beteiligte am Ganztag
  • Die Identifizierung von Gelingensbedingungen für gute Praxis
  • Die Einführung von Monitoring für die Ganztagsschulen
  • Die Stärkung der zentralen Rolle der Schulleitung für Innovation
  • Der Bildungsbeirat plant, die Erkenntnisse aus der Sitzung in eine gute Struktur zu bringen und aufzubereiten, um diese auf die relevanten Ebenen zu bringen. Die Bildungskonferenz im November bietet einen geeigneten Anknüpfungspunkt für die weitere Arbeit.

TOP 8: Öffentlichkeitsarbeit

Es wurde festgestellt, dass eine Sitzungsankündigung im Vorwege über das Pressereferat, das Ratsinfosystem, den Bekanntmachungsverteiler und die Webseite des Bildungsbeirates erfolgt war. Die Veröffentlichung der Sitzungsergebnisse erfolgt auf der Webseite und im Ratsinfosystem sowie über den Versand an den Bekanntmachungsverteiler.

TOP 9: Verschiedenes

Es wurde sich darauf verständigt, zeitnah einen Termin für eine Nachbesprechung im Juni zu koordinieren. Die nächste Sitzung findet am 18. November 2025 statt, und es wird geklärt, ob die Bildungskonferenz am 12. November 2025 auch als hybrides Format durchgeführt wird.

TOP 10: Schließung der Sitzung

Die Vorsitzende, Vertr.-Prof. Dr. Janka Goldan, schloss die Sitzung des Bildungsbeirates.

TOP 1: Begrüßung und Einführung

Bürgermeisterin Renate Treutel und Prof.in Dr. Janka Goldan begrüßen die Mitglieder, Gäste und Anwesenden im Raum zur 4. Sitzung des Bildungsbeirates. Prof.in Dr. Janka Goldan eröffnet die Sitzung. Anne Kujau übernimmt in ihrer neuen Rolle als kommissarische Leitung des Referats Bildungsmanagement die Geschäftsführung.

TOP 2: Genehmigung der Tagesordnung

Die Tagesordnung wurde einstimmig von den Mitgliedern genehmigt, ohne dass Ergänzungen oder Änderungswünsche eingebracht wurden.

TOP 3: Kenntnisnahme der Niederschrift der 2. Sitzung

Die Niederschrift der 3. Sitzung des Bildungsbeirates vom 01.04.2025 wird zur Kenntnis genommen. Einwände werden nicht erhoben.

TOP 4: Bericht der Vorsitzenden und Mitglieder 

Die Vorsitzende, Prof.in Dr. Janka Goldan, gibt einen kurzen Rückblick auf die letzte Sitzung vom 1. April 2025 (siehe Niederschrift der 3.Sitzung). Eine Nachbesprechung mit den Bei-ratsmitgliedern zur Klärung offener Fragen hat am 17. Juni 2025 online stattgefunden. In der heutigen Sitzung berät der Bildungsbeirat über die Weiterarbeit zum Thema Ganztag. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Handlungsmöglichkeiten der Lan-deshauptstadt Kiel in Zeiten knapper finanzieller Ressourcen zur Verfügung stehen,um den Ganztag verantwortungsvoll weiterzuentwickeln – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen, herausfordernden Rahmenbedingungen. Bürgermeisterin Renate Treutel betont, dass Kiel – wie viele andere Städte – vor ei-nem Transformationsprozess steht. Ziel sei die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzepts.

Die Mitglieder erhalten einen Überblick über die Ergebnisse der Bildungskonferenz:„Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschüler*innen ge-meinsam verantworten und gestalten“, die am 12. November im Kieler Rathaus stattgefunden hat. Eingeladene Teilnehmende der Konferenz berichten zudem aus ihrer jeweiligen Perspektive. Die Vorsitzende lädt die Zuschauenden ein, sich bei Fragen und Anregungen an zu wenden. Die Geschäftsführung stimmt Anliegen mit der Vorsitzenden und den Mitgliedern ab. Prof. Dr. Fabian Lamp hat im Jugendhilfeausschuss (10.9.2025) und im Ausschuss für Schule und Sport (11.09.2025) über Zusammensetzung, Aufgaben und bishe-rige Arbeit des Bildungsbeirates berichtet. Die Idee des Bildungsbeirats wurde posi-tiv aufgenommen, es gab interessierte Nachfragen.

TOP 5: Aktuelles der Landeshauptstadt Kiel

Bürgermeisterin Renate Treutel berichtet über aktuelle Entwicklungen und Themen aus der Landeshauptstadt Kiel: Franziska Berger, bisherige Leitung des Bildungsmanagements und Geschäftsfüh-rerin des Beirates, ist neue Amtsleitung des Jugendamtes. Anne Kujau hat die kom-missarische Leitung des Referates übernommen. Die Stelle der Referatsleitung ist ausgeschrieben und soll zum Frühjahr 2026 besetzt werden. Auch die Dezernentenstelle für Bildung, Jugend und Kultur ist ausgeschrieben und soll möglichst nahtlos ab Mai 2026 nachbesetzt werden. Die Haushaltssperre war herausfordernd, ist jedoch aufgehoben, da die Ratsver-sammlung am 16.Oktober 2025 einen Nachtragshaushalt 2025 und den Haushalts-plan 2026 beschlossen hat. Die Haushaltslage wird vermutlich in den nächsten Jah-ren angespannt bleiben, der Stellenabbaupfad wird fortgeführt.

Der Bereich Bildung und Kultur ist ebenfalls von Streichungen betroffen. Man musste sich von freiwilligen Leistungen trennen bzw. umsteuern z.B. über das Startchancen-Programm oder in dem Bereich Kita und Digitalisierung. Für freiwillige Sonderförderungen, sofern sie zusätzlich zu Landesprogrammen erfolgen, wie die vorschulische Sprachbildung in Kitas wurden bereits erste Einschränkungen verein-bart. Die Trägerlandschaft zeigt grundsätzlich Verständnis, betont jedoch, wie wich-tig es sei, bestehende Strukturen zu erhalten, da deren Wiederaufbau nur schwer möglich wäre. Der aktuelle Jugendkriminalitätsbericht wird im Dezember 2025 in den Ausschüssen vorgestellt. Er verzeichnet keinen gravierenden, aber dennoch leichten Anstieg. 

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen macht deutlich, dass die Täter*innen bundesweit tendenziell jünger werden, also häufiger Kinder unter 14 Jahren betroffen sind. Es wurde die These aufgestellt, dass sich die Kriminalität nach vorne verlagert: Sie beginnt früher, endet jedoch auch früher wieder. Um diese Entwicklung für Kiel genauer zu betrachten, wurde gemeinsam mit der Polizei geprüft, wie entsprechende Daten erhoben werden können. Daher wurde die Jugendkriminalitätsstatistik um die Kategorie „straffällige Kinder“ erweitert, um die Entwicklung künftig nachvollziehen und auswerten zu können.

Die Umsetzung der neuen Kitaförderung hat sich inzwischen stärker etabliert. Die Einrichtungen profitieren davon, etwa weil der Personaleinsatz in den Kitas etwas flexibler gestaltet werden kann. Über die landesweite Kita-Datenbank stehen zudem verlässlichere und klarere Daten zur Verfügung.

Eine weitere Verbesserung ist der Einsatz von Hilfskräften: Das in Kiel entwickelte Modell der „Helfenden Hände“ kann nun über das Land abgerechnet werden. Freie Kitaplätze sind in Kiel weiterhin nur vereinzelt vorhanden. Die Ausnahmerege-lung mit bis zu 22 Kindern pro Gruppe besteht zwar fort, jedoch bleibt das Ziel be-stehen, die Gruppengröße auf 20 Kinder zu reduzieren. Wichtig ist außerdem, auch jene Kinder zu erreichen, die derzeit nicht in einer Kita angemeldet sind.

Die Wahl des 6. Jungen Rates findet vom 20. bis 27. November statt. 46 Kandidie-rende aus vier Bezirken stehen zur Wahl. Wahlberechtigt sind alle Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren, die ihre Vertreter*innen für eine zweijährige Amtszeit wählen können.
Die Ministerien für Bildung und Jugend haben sich vorgenommen, die multiprofessi-onelle Zusammenarbeit am Schulstandort gemeinsam mit den schulischen Vertre-tungen, der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe weiterzuentwickeln (Stichwort:
Pooling-Modell). In Schleswig-Holstein sollen dazu verschiedene Projekte umge-setzt und unterschiedliche Modelle erprobt werden, die wissenschaftlich begleitet werden. Kiel ist an diesem Prozess beteiligt. Im Januar 2026 beginnen die ersten Vorgespräche dazu.
Darüber hinaus berichtet Renate Treutel über die Weiterentwicklung der Bildungs-berichterstattung des Referats Bildungsmanagement. Diese soll übersichtlicher und effizienter gestaltet werden. Doppelstrukturen sollen vermieden und digitale For-mate genutzt werden. Die neue Ausrichtung der Bildungsberichterstattung kann in einer der nächsten Sitzungen ausführlich betrachtet werden.
Zum Status des Ganztags merkt Renate Treutel an, dass ein erster Richtlinienent-wurf des Landes zur Ganztagsfinanzierung vorliegt. Nach wie vor bleiben jedoch viele Fragen offen. So sollen laut Entwurf 75 % der Kosten des Ganztags durch das Land erstattet werden – unklar bleibt allerdings, auf welche konkreten Kosten sich diese 75 % beziehen. Der aktuelle Entwurf berücksichtigt ausschließlich das päda-gogische Personal; Koordinator*innen, Leitungs- sowie Verwaltungskräfte sind bis-her nicht mitgedacht. Außerdem sieht der Entwurf vor, dass der Elternbeitrag lan-desweit vereinheitlicht werden soll – trotz sehr unterschiedlicher Rahmenbedingun-gen und Angebotsstrukturen vor Ort.

TOP 6: Beratung der Themenauswahl

TOP 6.1 Ergebnisse der Konferenz

Renate Treutel berichtet über die Bildungskonferenz „Ganztag für Grundschü-ler*innen gemeinsam verantworten und gestalten“, die am Mittwoch, den 12. November, im Ratssaal des Kieler Rathauses stattfand. Bürgermeisterin Renate Treutel und Schulrätin Bettina Becker eröffneten dort die Veranstaltung und beton-ten die gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten für die Qualitätsentwicklung des Ganztags an den Kieler Grundschulen. 

Als Einstieg in die Beratungen zeigt Anne Kujau ein kurzes Reel mit dem Titel „Ganztag aus Kindersicht“, in dem Kinder der Schulkindbetreuung der Gerhard-Hauptmann-Schule „Räuberhöhle“ ihre Wünsche und Ideen zum Ganztag äußern.

Die Impulsvorträge waren:
Gerhard-Hauptmann-Schule: Sabine Camps (Schulleiterin) und Herr Adam (Leitung „Räuberhöhle“) mit dem Beitrag „Wir gehören zusammen!Gemeinsame Konzepte als Grundlage für gute Zusammenarbeit“
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel: Prof. Dr. Fabian Lamp mit dem Vortrag „Blick aufs Kind: Gemeinsam fachliche Perspektiven für multiprofessionelle Teams in der Ganztagsschule entwickeln“
Renate Treutel betont, dass auf der Konferenz eindrücklich sichtbar wurde, wie viel Zeit und Aufwand erforderlich sind und wie viele Akteur*innen im System Schule zusammenwirken müssen. Ein guter Flow sei entscheidend – auch bei Personal-wechseln – und hängt maßgeblich von gelingender Kommunikation und Lösungs-orientierung ab.
Im Vortrag von Prof. Dr. Fabian Lamp wurde anschaulich dargestellt, wie Kinder im psychosozialen Gleichgewicht bleiben können und welche Schritte notwendig sind,wenn dieses Gleichgewicht ins Wanken gerät. Beide Vorträge waren sehr praxis-nah, ergänzten sich gegenseitig und gaben wertvolle Impulse für die anschließen-den Dialogforen zu den Fragen: „Unser Gesamtkonzept für einen guten Ganztag:
Wo stehen wir? Wo wollen wir hin?“ Renate Treutel erweitert diese Perspektive um eine weitere zentrale Frage: „Und wie wollen wir dahin?“
Die Vorsitzende Prof.in Dr. Janka Goldan begrüßt die Gäste, die von ihren Eindrü-cken und den Ergebnissen der Konferenz berichten.
Jesko Raupach, stellvertretende Leitung der Betreuten Grundschule Russee e.V.,bestätigt den positiven Eindruck Renate Treutels in Bezug auf die Vorträge. Gleich-zeitig weist er jedoch auf Verunsicherungen der Teilnehmenden in den Dialogforen hin – etwa hinsichtlich Personal, finanzieller Mittel, Rahmenbedingungen, Stan-dards sowie des unterschiedlichen Wissensstands zu Weiterbildungsangeboten für Bestandsmitarbeiter*innen der Träger.
Er berichtet von positiven Erfahrungen an seinem eigenen Standort: Als Elterninitia-tive funktioniere die Zusammenarbeit sehr gut, die Professionalisierung habe zuge-nommen, und eine aktive Mitgestaltung im Prozess sei möglich gewesen. Gleich-zeitig betont er, dass SPA und FSJ nicht als Fachpersonal anerkannt werden.
Ben Nagels, Einrichtungsleitung der Betreuten Grundschule Gaarden, bestätigt diese Eindrücke und ergänzt, wie herausfordernd der unterschiedliche Umgang mit Datenschutz in der täglichen Arbeit sei.
Maringan Tambunan, Koordinator an der Klaus-Groth-Gemeinschaftsschule, und Sören Bussenius, Koordinator des Offenen Ganztags derselben Schule, begrüßen,dass alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel vor Augen hatten und sowohl der Schulträger als auch das Amt für Schulen vertreten waren. Besonders positiv hoben sie den Paradigmenwechsel hervor – weg von einer Trennung zwischen Vor- und Nachmittag, hin zu einer „Schule von 7 bis 17 Uhr“.

Sorgen äußern sie im Hinblick auf das Gesamtkonzept: die fehlende Sichtbarkeit des Ganztags, die Frage, ob die 75%-Finanzierung auskömmlich sein wird, die un-geklärte Finanzierung externer Angebote, die unklare Rolle der Lehrkräfte am Nachmittag sowie die Gefahr, Eltern nicht ausreichend einzubeziehen. Hervorgeho-ben wird außerdem die große Bedeutung der Netzwerkarbeit zwischen den ver-schiedenen Akteur*innen.

Renate Treutel informiert, dass multiprofessionelle Teams im Ministerium ein Thema werden, das aus ihrer Sicht nicht losgelöst vom Ganztag diskutiert werden kann. In Kiel liegen beide Bereiche in einer Hand. Das Sozialministerium will im Hinblick auf die Eingliederungshilfe prüfen, ob beispielsweise Schulbegleitungen anders eingesetzt werden können – nicht nur für ein einzelnes Kind.
Auf die Frage der Vorsitzenden Prof.in Dr. Janka Goldan zur Rolle der Lehrkräfte erklärt Renate Treutel, dass diese – ebenso wie die Rolle der Schulleitungen – noch nicht vollständig definiert sei. Deshalb sei der Austausch unter Schulleitungen wichtig, ebenso der Diskurs mit der Stadt als Schulträgerin. Jesko Raupach betont zu-dem, dass die Teilnahme der Schulleitungen künftig unverzichtbar sei, da es nach wie vor häufig das Denken gebe: „Wir sind Schule, die anderen sind nachmittags.“

Henry Njinembo vom Migrant*innen-Elternnetzwerk Schleswig-Holstein schließt sich den Ausführungen an und hebt die Bedeutung von Kommunikation hervor. Aus Elternsicht zeige sich immer wieder, wie wichtig Schulsozialarbeit ist: Sie kann Probleme klar benennen und behält einen umfassenden Blick auf das Kind.
Die Mitglieder des Bildungsbeirats unterstreichen die zentrale Rolle der Schulleitung: Für das Gelingen des Ganztags fungiert die Schulleitung als verbindende Klammer. Schulentwicklungsprozesse stehen und fallen mit der Schulleitung – em-pirische Studien und Transformationsprozesse zeigen, dass diese auch Zugeständ-nisse machen müssen. Für ein gutes Gelingen und den Abbau von Bildungsbarrie-ren sind gemeinsame Zeiten und Unterstützungsformate für Schulleitungen notwen-dig. Die Rolle der Schulleitung in Bezug auf den Ganztag muss neu gedacht wer-den. Austauschtermine sollten daher so abgestimmt werden, dass eine hohe Beteiligung der Schulleitungen gewährleistet ist.
Die Vorsitzende Prof.in Dr. Janka Goldan stellt die Frage nach der Rolle der Lan-deshauptstadt Kiel? Gibt es Standortgespräche zwischen Stadt und Schulleitung?Woher können finanzielle und personelle Ressourcen kommen?
Für Prof. Dr. Fabian Lamp sind neben den Schulleitungen auch die Koordinatoren für Ganztag wichtig als Pendant für fachliches Gespräch. Deren Qualifikationen können sehr heterogen seien, oft ist es daher schwer konzeptionell den Schulleitun-gen etwas entgegen zu setzen. Wichtig ist, jeder könne seinen eigenen Weg gehen, da alle andere Voraussetzungen haben. Zum Thema Kooperation muss die Praxis zurückmelden was tatsächlich umgesetzt wird, damit die Vorgaben zum Le-ben erweckt werden. Auch für Maringan Tambunan ist es der richtige Weg, wenn Schulleitungen und Koordinatoren gestärkt werden.

Renate Treutel betont, dass dem Ministerium bewusst sein müsse, wie viele zeitliche Ressourcen der Aufbau eines solchen Paradigmenwechsels erfordert. Jesko Raupach bestätigt dies aus der Praxis: Netzwerk- und Kommunikationsarbeit brauche Zeit. Viele zusätzliche Stunden würden beispielsweise für die Teilnahme an Stadtteilkonferenzen und Ortsbeiratssitzungen aufgewendet. Zudem besuchen sie Kitas, um sich die Kinder im Vorfeld anzusehen, und ermöglichen den Kindern, den Ganztag bereits vorab kennenzulernen. Er schlägt vor, den Schulentwicklungstag (SET) zu nutzen, sofern der Schulträger die Betreuung der Kinder an diesem Tag sicherstellen kann.
Richard Heinen stellt die Frage, wie eine Plattform geschaffen werden kann, die vorhandene Zeit optimal nutzt – eine kluge Aufgabenteilung sei hierfür entschei-dend. Er plädiert dafür, effizient zu arbeiten, die Kinder einzubeziehen und zunächst diejenigen Akteur*innen zu unterstützen, die bereits aktiv sind und Veränderungen vorantreiben wollen. Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen zeigen, dass Schulen,an denen sich etwas bewegt, deutlich attraktiver werden.
Die Dokumentation zur Bildungskonferenz mit allen aufgekommenen Fragen wird derzeit aufbereitet. Der zentrale Ausblick lautet: „Wir wollen mehr Austausch.“ Offen ist dabei, in welcher Form dieser stattfinden soll: gemeinsam mit allen Beteiligten,zunächst unter den Schulleitungen oder stadtteilbezogen. Zudem stellt sich die Frage, ob es dafür fachliche Inputs braucht.
Im Anschluss an die Konferenz wird eine Bedarfsabfrage unter den Schulleitungen und Ganztagsträgern zu ihrem Austauschbedarf durchgeführt. Diese wird aktuell vorbereitet.

TOP 6.2 Weiterarbeit zum Thema Ganztag 

Zu Beginn von TOP 6.2 erläutert die Vorsitzende Prof.in. Dr. Janka Goldan die Aus-gangslage für die Weiterarbeit zum Thema Ganztag. Sie dankt für die Eindrücke aus der Bildungskonferenz und erinnert daran, dass der Bildungsbeirat die Idee entwickelt habe, als Ergebnis des Prozesses eine Empfehlung zu formulieren. Sie hebt hervor, dass sich aus der Diskussion im ersten Teil der Sitzung die Frage ergeben habe, welche Perspektive der Bildungsbeirat bei der Formulierung einer Empfeh-lung einnehmen sollte. Aus ihrer Sicht könne die Empfehlung in erster Linie auf die Ebene des Schulträgers gerichtet sein. Gleichzeitig seien viele Aspekte, die in der Konferenz angesprochen wurden, Themen, die vor allem an den einzelnen Stand-orten ausgehandelt und standortspezifisch gelöst werden müssten. Deutlich gewor-den sei insbesondere der Wunsch nach strukturierter Vernetzung und dem Bedarf nach einer Plattform für regelmäßigen Austausch. Dies könne – so ihre Einschätzung – ein zentraler Bestandteil eines Empfehlungspapiers sein. Der Bildungsbeirat setzt die Beratung zum Themenfeld Ganztag fort. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, beispielsweise zu Monitoring-Möglichkeiten und zu Weiterentwicklungen unter den aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen. Dabei wird der Wunsch der Akteurinnen nach strukturierter Vernetzung berücksichtigt. Die Empfehlungen, die auch die Richtlinien des Landes einbeziehen, werden den Akteurinnen zur Verfügung gestellt.
Prof.in Dr. Janka Goldan schlägt darüber hinaus Standortgespräche vor, um fol-gende Fragen zu klären: Wo stehen wir? Was haben wir erreicht? Welche quantifizierbaren Ziele wurden erreicht? Wie entwickeln sich die Kinder an den Schulen?

Renate Treutel fragt, wie die Standards der Stadt Kiel mit denen des Landes zu-sammenpassen werden. Sie regt an, die verschiedenen Fäden zusammenzuführen:
Konzeptentwicklung vor Ort, Rollenklärung in allen Akteursgruppen sowie zeitliche Entlastung für Prozesse und Austauschformate.
Prof. Dr. Fabian Lamp schlägt vor, an den Schulen eine kooperative Selbstevaluation durchzuführen: Wo liegen unsere Stärken? Materialien hierfür können vom Bildungsbeirat bereitgestellt werden. Mit einem Monitoring hätten die Schulen zudem ein „Pfund in der Hand“, auch für politische Entscheidungen, ergänzt Prof.in Dr. Janka Goldan.
Renate Treutel merkt an, dass bisher keine Person in der Verwaltung für das Thema zuständig ist. Der Bildungsbeirat könnte eine Infrastruktur für die Prozess-steuerung empfehlen. Die Mitglieder diskutieren, ob das Land eine solche Stelle schaffen, Synergieeffekte nutzen oder ein Modellprojekt erproben könnte.
Richard Heinen fragt, ob eine zentrale Prozesssteuerung überhaupt nötig sei, wenn mehrere Schulen im Rahmen des Startchancen-Programms vorhandene Gelder für Prozessbegleitung nutzen und diese Maßnahmen in den einzelnen Stadtvierteln umsetzen. Dies stelle eine sehr niedrigschwellige Möglichkeit dar.

Prof.in Dr. Janka Goldan betont die Bedeutung von Monitoring. Um Spill-over- bzw. Übertragungseffekte zu ermöglichen, sollen vorhandene Daten genutzt und zusätzlich benötigte Daten geprüft werden. Beim Startchancen-Programm werden bereits systematisch relevante Daten erhoben. So muss nicht zwingend eine eigene Stelle geschaffen werden.
Renate Treutel ergänzt, dass es sich hierbei um einen idealtypischen Ansatz han-delt, dessen Machbarkeit jedoch noch geprüft werden müsse. Richard Heinen betont, dass Entwicklungsprozesse zeitnah betrachtet werden sollten. Reflexion sei entscheidend: Wenn etwas in der Praxis funktioniert hat, sollte es übernommen werden.
Prof. Dr. Fabian Lamp schlägt vor, in Sozialräumen anzusetzen und prüft die Frage,ob es bereits Foren gibt, in denen Akteur*innen zusammenkommen. Er verweist auf den Landesarbeitskreis für Schulsozialarbeit, der sich einmal im Monat trifft. Ben Nagels begrüßt die Idee eines stadtteilbezogenen Austauschs. Jesko Raupach berichtet über Austauschtreffen des Dachverbands der Elterninitiativen, und Henry Njinembo verweist auf Treffen mit dem IQSH und dem Ministerium zu Perspektivschulen, etwa zur Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund.

Eine vollständige Bestandsaufnahme hält Renate Treutel nicht für zwingend not-wendig. Ein Messinstrument zur Sichtbarmachung von Fortschritten sei jedoch sinnvoll. Richard Heinen schlägt vor, die Stadtteile jeweils einzeln zu betrachten und mit stadtteilbezogenen Indikatoren zu arbeiten, etwa zur Deutschkompetenz oder zur sozialen Integration. Prof.in Dr. Karina Schlingensiepen-Trint ergänzt, dass Indikatoren auf der Steuerungsebene erforderlich seien, während Mittel und Maß-nahmen je nach Stadtteil variieren müssten. In der anschließenden Diskussion wird deutlich, dass kein Konsens darüber besteht, ob ein übergeordnetes Monitoring aus einer „Vogelperspektive“ im Vordergrund stehen sollte oder ob der Schwerpunkt auf kontextbezogenen Indikatoren auf Ebene von Stadtteilen oder einzelnen Schulen liegen müsse. Dieser unterschiedliche Blick auf Zielsetzung und Ebene eines Moni-torings wird als zentraler Dissens innerhalb des Gremiums festgehalten.
Jesko Raupach schlägt vor, kleinräumig zu denken, da große Foren nie für alle gleichermaßen funktionieren. Informationen sollten gebündelt werden, sodass dieje-nigen, die etwas wissen oder beitragen können, teilnehmen. Auf diese Weise bilden sich passende Gruppen, ohne dass Teilnehmende überfordert oder gelangweilt werden.
Maringan Tambunan schlägt vor, Schüler*innen-Feedback zu nutzen, das ohnehin künftig erhoben werden soll. Das Befragungstool LeOniE.SH könnte hierfür um den Bereich Ganztag ergänzt werden.
Renate Treutel sieht den Spagat zwischen Stadt, die mit dem Prozess beschäftigt ist und Not vor Ort. Ihr ist es wichtig Schulterschluss mit Schulaufsicht zu suchen und an die Bildungskonferenz anzuknüpfen. Der Partizipationsprozess ist gestartet,Erwartungen sind geweckt. Die Gäste aus der Praxis betonen: wir sind viele, die wollen und müssen.
In der Diskussion um klare Zielwerte wird deutlich, dass es wichtig ist zu berück-sichtigen, dass die Richtlinien des Landes. Daher könnten Empfehlungen nur eine kurzfristige Perspektive haben, führt Heike Hackmann aus.

Prof.in Dr. Janka Goldan verweist aus Sicht der Steuerungs- und Schulentwicklungsforschung auf die Bedeutung einer klaren Zieldefinition. Best-Practice-Beispiele aus der Praxis des Ganztags könnten dabei keine unmittelbare Steuerungs-grundlage darstellen. Stattdessen müsse kurz-, mittel- und langfristig die Frage im Mittelpunkt stehen, wie vereinbarte Ziele bzw. Leitlinien erreicht werden können.
Die Nutzung von Indikatoren könne hierzu beitragen, Prozesse, Strukturen und Wirkungszusammenhänge sichtbar zu machen und eine empirisch fundierte Steuerung zu ermöglichen.
Prof. Dr. Fabian Lamp bringt die Idee eines Aufrufs zur Vernetzung sowie von Fragen zur Selbsteinschätzung ein. Dabei sei es wichtig, keine Rollen vorzugeben;diese müssten sich aus den beteiligten Akteur*innen selbst heraus entwickeln. Er-gänzend hebt Prof.in Dr. Janka Goldan hervor, dass sich die Empfehlungen des Bildungsbeirats aus ihrer Sicht an die Landeshauptstadt Kiel in ihrer Rolle als Schul-trägerin richten sollten. Dies entspreche ihrem Verständnis der Aufgabe des Bil-dungsbeirats als beratendes Gremium.
Im Rahmen der Vereinbarung zu den weiteren Schritten wird festgehalten, dass Prof.in Dr. Janka Goldan den aktuellen Forschungsstand (insbesondere aus der Steuerungs- und Schulentwicklungsforschung) zusammenführt, während Prof. Dr. Fabian Lamp einen ersten Aufschlag zu möglichen Leitfragen bzw. Fragen zur Selbsteinschätzung erarbeitet.
Prof.in Dr. Janka Goldan betont, dass es Ziel der beratenden Tätigkeit des Bildungsbeirats ist, strategische Empfehlungen für die Landeshauptstadt Kiel als Schulträgerin zu formulieren.
Ben Nagels beschreibt mehrere praxisbewährte Maßnahmen, darunter Klassenbegleitungen am Vor- und Nachmittag, gemeinsam genutzte Räumlichkeiten, ein gemeinsames Standortverständnis, Dienstbesprechungen nach 16 Uhr sowie eine einheitliche Begriffsverwendung zum Ganztag. Er hebt hervor, dass alle beteiligten Akteur*innen relevant seien. Renate Treutel ergänzt, dass auch auf der Bildungskonferenz – insbesondere durch den Beitrag von Sabine Camps – gute Rahmenbedingungen anschaulich herausgearbeitet wurden. Prof. Dr. Fabian Lamp unter-streicht erneut den hohen Stellenwert von Vernetzung. Maringan Tambunan beschreibt die aktuelle Situation an den Schulen als sehr belastet („Überlebensmodus“); die verfügbare Zeit für konzeptionelle Arbeit sei knapp, und jede Form von Unterstützung werde als hilfreich empfunden.
Renate Treutel regt an, zunächst mit Leitfragen bzw. Fragen zur Selbsteinschätzung auf Ebene der einzelnen Schulen zu arbeiten, um standortspezifische Unterschiede systematisch zu berücksichtigen.
Als weiteres Vorgehen stimmen sich die Mitglieder ab:
Erarbeiten eines Überblicks über den aktuellen Forschungsstand zu Evaluation von gutem Ganztag, zu Gelingensbedingung und wirksamen Maßnahmen durch Prof.in Dr. Janka Goldan
Aufbereitung von Fragen und Impulsen für die Diskussionen vor Ort, Prof. Dr. Fabian Lamp macht hierzu einen ersten Aufschlag
Weitergabe der Dokumentation der Bildungskonferenz an den Bildungsbei-rat sowie an die Teilnehmenden durch das Referat Bildungsmanagement. Die Vorsitzende dankt für die verschiedenen Perspektiven. Renate Treutel dankt den Gästen für die Anregungen aus der Praxis.

TOP 7: Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit über Kieler Ratsinfosystem Allris, kiel.de-Webseite und E-Mail-Verteiler. Renate Treutel regt an, wie die Empfehlungen die breite Öffentlichkeit erreichen können, hierzu soll es eine Anfrage bei der Pressestelle geben.

TOP 8: Verschiedenes

Keine Punkte zu Verschiedenes 

TOP 9: Schließung der Sitzung

Die Vorsitzende, Prof. Dr. Janka Goldan, schloss die Sitzung des Bildungsbeirates.

 
Bürgermeisterin Renate Treutel und die Vorsitzende des Beirates Dr. Janka Goldan