Gewitterregen oder Wolkenbrüche: Starke Regenfälle kommen häufiger vor als früher. Außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen fallen dann in kurzer Zeit und führen zu Überflutungen auf Straßen und Grundstücken.

Diese Extremwetterereignisse werden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und des Umweltbundesamtes als Folge des Klimawandels mit großer Wahrscheinlichkeit nicht weniger, sondern mehr und bedürfen der Vorsorge. Kiel hat deswegen Starkregen-Gefahrenkarten erstellen lassen. Gefährdete Grundstücke können so identifiziert werden, und Grundstücks-Eigentümer*innen haben ein Instrument für eine erste Bewertung von Gefährdungen. 

Die Karten zeigen, wohin Wasser an der Oberfläche im Fall eines Starkregen-Ereignisses fließt und wo die Gefahr von Überflutungen besteht. Die Stadtverwaltung nutzt die Karten als Ergänzung bei der Entwässerungsplanung, im Katastrophenschutz und bei der städtischen Planung im Bau- und Grünflächenbereichen.

 

 


Was ist Starkregen?

Bei Starkregen fällt in kurzer Zeit eine außergewöhnlich hohe Niederschlagsmenge. Solche Ereignisse sind meist lokal und treten vermehrt zwischen Mai und September auf. 

Die Ursache liegt darin, dass die Atmosphäre an heißen Tagen eine erhöhte Menge an Wasserdampf aufnehmen kann. Trifft diese hohe Luftfeuchtigkeit auf eine kräftige vertikale Luftbewegung, führt dies schlagartig zur Kondensation: Es regnet heftig auf meist relativ kleine Gebiete.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt anhand der niedergehenden Niederschlagsmenge in 3 Stufen:

  • Starkregen: 15 - 25 Liter / Quadratmeter je Stunde oder 20 - 35 Liter / Quadratmeter in 6 Stunden
  • Heftiger Starkregen: 25 - 40 Liter / Quadratmeter je Stunde oder 36 - 60 Liter / Quadratmeter in 6 Stunden
  • Extrem heftiger Starkregen: mehr als 40 Liter / Quadratmeter je Stunde oder mehr als 60 Liter / Quadratmeter in 6 Stunden

Der DWD gibt eine Unwetterwarnung aus, wenn mehr als 25 Liter pro Stunde oder mehr als 35 Liter in sechs Stunden pro Quadratmeter erwartet werden. Ab 40 Liter pro Stunde und Quadratmeter spricht der DWD von einem extremen Unwetter.

Starkregen sind seltene beziehungsweise sehr seltene Regen-Ereignisse. Sie werden anhand ihrer Stärke und Wiederkehrzeit einem Starkregenindex (SRI 1-12) und einer Kategorie (Starkregen, intensiver Starkregen, außergewöhnlicher Starkregen und extremer Starkregen) zugeordnet.

Ein Starkregen, der so heftig ausfällt, dass er statistisch betrachtet nur alle 30 Jahre auftritt, entspricht demnach einem „intensiven Starkregen“, ein Starkregen, der so heftig ausfällt, dass er statistisch betrachtet nur alle 50 oder 100 Jahre auftritt, einem „außergewöhnlichen Starkregen“ und ein Starkregen, der so heftig ausfällt, dass er statistisch betrachtet noch seltener auftritt als alle 100 Jahre, entspricht einem „extremen Starkregen“.

Für die Simulation der Überflutungs-Schwerpunkte in der Karte wurden Regenereignisse mit einer Jährlichkeit (Wiederkehrzeit) von 30 und 100 beziehungsweise seltener als 100 (90 mm Blockregen) herangezogen.

In Kiel gab es Starkregen-Ereignise zum Beispiel im Juni 2012 oder im Juli und Oktober 2021. Straßen und Keller waren großflächig überflutet, die Feuerwehr im Dauereinsatz. Mehr als ein durchschnittlicher Monats-Niederschlag (in Kiel 65 Liter / Quadratmeter) kann bei solchen Ereignissen in wenigen Stunden fallen. 

 

Ein Auto fährt durch stoßstangenhohes Wasser über eine Kreuzung

 

Welche Gefahren bestehen?

Starkregen führt oft zu großen Überflutungen. Gründe dafür sind:

  • Gerade im städtischen Bereich sind viele Flächen versiegelt. Regenwasser kann dort nicht im  Boden versickern. Je nach Beschaffenheit des Geländes, vor allem bei Gefälle beschleunigt sich der Abfluss des Regenwassers an der Oberfläche. Er kann sich sogar zu einem schnellfließenden Strom entwickeln.
  • Zum anderen werden, gerade bei einem vorhandenen Gefälle, Flächen einfach überlaufen, auf denen eine Versickerung möglich wäre. Das Wasser sucht sich seinen Weg und folgt dabei dem geringsten Widerstand.
  • Das vorhandene Entwässerungssystem ist aufgrund der gesetzlichen Vorgaben nicht für derartig extrem hohe Regenmengen ausgelegt, die nur selten auftreten. Es kann zum Überstau im Kanalnetz kommen, und an den Tiefpunkten des Systems - zum Beispiel in Senken und Unterführungen - tritt Wasser aus.

Auf überfluteten Grundstücken kann das Wasser in die Gebäude eindringen, wenn Kellerabgänge, Lichtschächte oder sonstige Einlässe in das Haus dies ermöglichen. Auf diesem Weg können auch wassergefährdende Stoffe zum Beispiel aus Heizölkellern in die Umwelt gelangen und zu großen Schäden führen. Eine Überflutung durch Rückstau aus dem Kanalnetz ist ebenfalls möglich, wenn das Kanalnetz überlastet ist und kein Rückstauschutz (Rückstauklappe) im Haus vorhanden ist.

Ergebnisse der Gefahrenanalyse für Kiel

Die Gefahrenkarten zeigen: Je nach zugrunde gelegter Niederschlagsintensität treten im Stadtgebiet viele verteilte, kleinräumige Überflutungsflächen mit maximalen Wassertiefen von wenigen Dezimetern auf.

Straßen sind oftmals als maßgebliche Fließwege und damit als Herkunftsquelle von großflächigen Überflutungen bei Starkregen zu erkennen.

Überflutungen durch konzentrierte Abflüsse, wie sie besonders in topografisch bewegten Gebieten und oft in Verbindung mit einem Gewässer auftreten können (Ahrtal im Juli 2021), bilden sich aufgrund der gering ausgeprägten Morphologie des Stadtgebietes von Kiel und des großen Vorfluters – der Förde – nicht aus.

 


Die Starkregen-Karte

Alle Informationen aus diesen Karten erfolgen ohne Gewähr für ihre Richtigkeit. In keinem Fall wird für Schäden, die sich aus der Verwendung abgerufener Informationen oder Online-Services ergeben, Haftung übernommen.

 

 


Ist mein Grundstück betroffen?

Ob Ihr Grundstück bei Starkregen überflutungsgefährdet ist, können Sie den Gefahrenkarten entnehmen. Diese bieten Ihnen mit einem Maßstab von maximal 1:10.000 einen Überblick über die stadtweite Überflutungsgefährdung. 

Eine detaillierte Auskunft über die Betroffenheit Ihres Grundstückes können Sie als Grundstückseigentümer*in per Formular anfordern. Sie erhalten dann einen Auszug aus den Gefahrenkarten im Maßstab von 1:3.000 (inklusive einer Fließpfeildarstellung), der es Ihnen ermöglicht, die Überflutungsgefährdung Ihres Grundstückes selbst einschätzen zu können und entsprechende Maßnahmen zur Vorsorge zu ergreifen.
 

Detailauskunft online beantragen

 

Was kann ich als Eigentümer*in tun?

Als Eigentümer*in können Sie dazu beitragen, eine Überflutungsgefährdung auf Ihrem Grundstück zu mindern beziehungsweise zu vermeiden. Dadurch kommen Sie Ihrer allgemeinen Sorgfaltspflicht (Eigenvorsorge) nach § 5 Abs.2 Wasserhaushaltsgesetz nach.
 

  • Schützen Sie sich vor Rückstau aus dem Kanal. Die Straßenoberkante dient hierbei als Rückstauebene. 
  • Schützen Sie Ihr Haus vor eindringendem Regenwasser durch Gebäudeöffnungen. Leiten Sie das Wasser oberflächlich weg vom Gebäude.
  • Asphaltierte oder gepflasterte Höfe, Zufahrten und Parkplätze tragen zu einem höheren und schnelleren Abfluss bei, der die Regenwasserkanalisation zusätzlich belastet. Entsiegeln Sie ihre befestigten Flächen mit wasserdurchlässigen Materialien. So können Sie auch Niederschlagswasser-Gebühren einsparen.
  • Verzichten sie auf Schottergärten oder die Versiegelung von Gartenflächen. Geben Sie dem Wasser Raum. Nähere Informationen finden Sie auf kiel.de/schottergaerten.
  • Dach- und Fassadenbegrünung verzögert den Abfluss des Niederschlagswassers und mindert somit das Schadenspotenzial. Die Landeshauptstadt Kiel bietet ein Förderprogramm unter dem Motto „Kiel grünt auf - Grün auf's Dach und an die Wand“ an.
  • Werfen Sie einen Blick in die Informations-Broschüre der Hansestadt Lübeck „Lübeck sorgt vor: Schutz vor Starkregen“. Sie liefert viele hilfreiche Tipps. 
  • Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Versicherung auf und prüfen Sie, ob für Sie eine Elementarschutzversicherung sinnvoll ist.
  • Das Land Schleswig-Holstein informiert im Rahmen der Kampagne „Elementarschäden durch Naturgefahren“ .
  • Lassen Sie sich durch eine Warn App rechtzeitig über Extremwetterereignisse informieren (z.B. NINA vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe).
  • Nehmen Sie Kontakt zu eine*r Fachberater*in auf, wenn Sie Hilfe bei der Beurteilung Ihrer Uberflutungsgefährdung brauchen.
  • Hinweise und Tipps für Notsituationen finden Sie auch auf der Internetseite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

 

Person mit Fahrrad im strömenden Regen bis zum Tretlager im Wasser

 

Was macht die Stadt?

Die Ergebnisse der Gefahrenanalyse und die Starkregen-Gefahrenkarten dienen dazu, eine Gefährdung bereits vor Eintritt eines entsprechenden Regenereignisses zu erkennen und vorsorgen zu können. Sowohl bei städtischen Bestandsobjekten, bei der Planung von Neubauobjekten und Grünanlagen, als auch in der Bauleitplanung, beim Katastrophenschutz und bei der Entwässerung des Stadtgebietes werden die neu gewonnenen Erkenntnisse berücksichtigt. Durch geeignete Maßnahmen sollen künftig die Gefahrenschwerpunkte reduziert und die Überflutungsgefährdung gemindert werden. Einige dieser Maßnahmen könnten sein:

  • Wassersensible Verkehrs-, Straßen, Stadt- und Bauleitplanung
  • Multifunktionale Nutzung von Freiflächen
  • Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung
  • Überflutungsgefährdete Bereiche freihalten
  • Retentionsräume an und für Gewässer schaffen 

 

Kontakt

Haben Sie Fragen zu den Karten? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.

Umweltschutzamt – Untere Wasserbehörde
Holstenstraße 108, 24103 Kiel

Bärbel Laarmann-Ackermann
0431 901 3736


Andrea Müller
0431 901 3748


Angela Maaß
0431 901 3766
 


Häufige Fragen

In Kiel gibt es einige neuralgische Bereiche, in denen es bei zurückliegenden Starkregen-Ereignissen bereits zu Überflutungen gekommen ist. In den Starkregen-Gefahrenkarten heben sie sich durch besonders farbintensive Bereiche hervor. 

Je nach zugrunde gelegter Niederschlags-Intensität treten im gesamten Stadtgebiet viele verteilte, kleinräumige Überflutungsflächen mit maximalen Wassertiefen von wenigen Dezimetern auf. 

Häufig sind die Überflutungsschwerpunkte in Senken im Straßenbereich oder stehen im Zusammenhang mit Gewässern und insbesondere mit Gewässerverrohrungen.

Straßen sind als maßgebliche Fließwege und damit als Herkunftsquelle von großflächigen Überflutungen bei Starkregen zu erkennen.

Aufgrund der flachen Geländestruktur (Topografie) des Kieler Stadtgebiets und des großen Vorfluters - der Förde - bilden sich Überflutungen jedoch meistens nicht durch konzentrierte Abflüsse aus, wie es besonders in topografisch lebhaften Gebieten (Mittel- und Süddeutschland) und oft in Verbindung mit einem Gewässer der Fall wäre.

Je intensiver der Starkregen ausfällt, und je extremer das Ereignis, desto größer sind auch die Überflutungen, die auftreten können.

Die Stadtverwaltung berücksichtigt die Ergebnisse der Starkregen-Gefahrenkarten vor allem in der Planung im öffentlichen Raum, zum Beispiel in der Bauleitplanung, der Katastrophenabwehr und der städtischen Entwässerung, um die Überflutungsgefährdung im Stadtgebiet zu vermindern beziehungsweise sogar zu vermeiden. Dadurch können die Schäden, die durch die Überflutungen entstehen würden, wesentlich reduziert werden.

Für die Sicherung des Privatgrundes sind die Grundstückseigentümer*innen selbst verantwortlich - und im Rahmen der Eigenvorsorge nach § 5 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) auch verpflichtet.

Starkregenereignisse sind seltene, nicht genau vorhersehbare Ereignisse. Weder der Ort wo sie niedergehen noch ihre Stärke und ob sie wirklich niedergehen, kann sicher und vorzeitig vorhergesagt werden. 

Im Rahmen der Gefahrenanalyse, aus der die Starkregen-Gefahrenkarten hervorgegangen sind, wurde das gesamte Kieler Stadtgebiet mittels einer Simulation zeitgleich mit einem definierten Starkregen beaufschlagt. Tatsächlich treten Starkregenereignisse jedoch überwiegend lokal und nur auf kleinen Gebieten auf.

Die in den Karten dargestellte Überflutungsgefährdung gibt also nicht das wieder, was sicher sein wird, sondern das, was im ungünstigsten Fall sein könnte - und wenn nicht vorsorglich gehandelt werden würde.  Grundstückseigentümer*innen haben jedoch die Möglichkeit , vorsorglich tätig zu werden und können sowohl ihr Grundstück als auch ihr Gebäude durch technische und gestalterische Mittel an eine Überflutungsgefährdung anpassen. Das Schadenspotential kann damit reduziert beziehungsweise vollkommen vermieden werden. Die Aussage, dass Ihr Grundstück durch Starkregen überflutungsgefährdet sein kann, rechtfertigt daher in keiner Weise eine Wertminderung.

Um die Überflutungsgefährdung in Kiel beurteilen zu können, hat die Stadt eine Gefährdungsanalyse durch ein Ingenieurbüro in Auftrag gegeben. In diesem Zusammenhang wurden stadtweite Starkregen-Gefahrenkarten erstellt, die die Überflutungsgefährdung bei verschiedenen Starkregenereignissen darstellen.

Zur Berechnung der Starkregengefahrenkarten wurde eine zweidimensionale (2-D) Simulation von oberflächigen Abflüssen auf einem digitalen Oberflächenmodell (Beregnung der Geländeoberfläche) durchgeführt.

Das Kanalnetz wurde durch die Ergebnisse von hydrodynamischen Kanalnetzberechnungen im Modell berücksichtigt und ihre Leistungsfähigkeit über Verlustansätze und Überstauvolumina ermittelt. 

Für die Simulation der Überflutungsschwerpunkte wurden Regenereignisse mit einer Jährlichkeit (Wiederkehrzeit) von 30 und 100 beziehungsweise seltener als 100 (90 mm Blockregen) herangezogen.

  • Dabei entspricht ein Regenereignis mit einer Jährlichkeit von 30 einem intensiven Regen, der statistisch gesehen einmal in 30 Jahren für die Dauer von 1 Stunde auftritt (35,88 Liter pro Quadratmeter). 
  • Entsprechend stellt ein Regenereignis mit einer Jährlichkeit von 50 einen außergewöhnlichen Regen dar, der statistisch gesehen einmal in 50 Jahren auftritt (39,24 Liter pro Quadratmeter). 
  • Ein Regenereignis mit einer Jährlichkeit von 100 ist ein außergewöhnlicher Regen, der statistisch gesehen einmal in 100 Jahren auftritt (43,8 Liter pro Quadratmeter). 
  • Ein Regenereignis mit einem Blockregen von 90 mm ist ein extremer Regen, der statistisch gesehen weniger als einmal in 100 Jahren auftritt (90 Liter pro Quadratmeter).

In den Gefahrenkarten wird eine Überflutungsgefährdung anhand einer bläulichen Einfärbung dargestellt. Dabei gilt: Je dunkler die Farbgebung, desto höher der Wasserstand durch die Überflutung an dem jeweiligen Ort.

Die Veröffentlichung von Starkregengefahren-Karten ist ein wichtiger Schritt, um die Eigenvorsorge der Bürger*innen stärken zu können und damit die negativen Auswirkungen eines Starkregenereignisses vor allem für Immobilienbesitzer*innen vermeiden oder vermindern zu können.

Neben der verwaltungsinternen Berücksichtigung der Starkregenkarten, wie zum Beispiel in der Bauleitplanung, der Katastrophenabwehr und der städtischen Entwässerung, ist die Stärkung der Eigenvorsorge der Bürger*innen äußerst wichtig und anzustreben. Durch die Veröffentlichung der Gefahrenkarten können sich Bürger*innen, die Wirtschaft und öffentliche Institutionen einen Überblick über eine mögliche Gefährdung durch Starkregen verschaffen. 

Durch Anpassung des Geländes an die Gefährdung beziehungsweise durch technische Einrichtungen im und am Gebäude, kann eine Gefährdung gemindert beziehungsweise vermieden werden. Das Eigentum kann demzufolge bereits vor Eintritt eines Starkregenereignisses vor negativen Folgen geschützt werden.

Extremwetter-Ereignisse wie Starkregen haben in den letzten Jahren zugenommen und werden aufgrund des Klimawandels weiter zunehmen. Die in der Vergangenheit aufgetretenen Extremregenfälle wie in Bremen (2011), Münster (2014), Wuppertal (2018) und besonders im Ahrtal (2021) hatten gravierende Auswirkungen und haben dazu beigetragen, dass immer mehr Kommunen ihre mögliche Gefährdung durch Starkregen vorsorgend analysieren lassen. 

Die Landeshauptstadt Kiel hat diese Analyse, die die Berechnung der Starkregengefahren-Karten einschließt, im Jahr 2020 in Auftrag gegeben.

Auch die Stadt Lübeck hat bereits Starkregen-Gefahrenkarten veröffentlicht. Zukünftig beabsichtigt das Land Schleswig-Holstein, Starkregen-Hinweiskarten für das gesamte Land erstellen zu lassen. Hinweiskarten dienen einer ersten Einschätzung bezüglich einer Überflutungsgefährdung. Sie sind jedoch nicht so genau und müssen durch Gefahrenkarten konkretisiert werden.

Die Oberflächen-Gegebenheiten im Stadtgebiet ändern sich ständig, zum Beispiel hinsichtlich der Ver- und Entsiegelung, Bebauung, Struktur sowie unter der Oberfläche (Entwässerungsnetz). Daher sollte die Gefahrenanalyse hinsichtlich der Überflutung durch Starkregen möglichst alle fünf Jahre überprüft beziehungsweise neu vorgenommen werden. 

Für die im Jahr 2022 veröffentlichten Starkregengefahren-Karten bedeutet dieses eine Überprüfung voraussichtlich im Jahr 2026.

Bei der Erstellung der Starkregen-Gefahrenkarten handelt es sich in Kiel um eine freiwillige Aufgabe der Verwaltung. Zum einen dienen die Karten verwaltungsintern als informative Grundlage zum Beispiel in der Bauleitplanung, für die Katastrophenabwehr und für die Entwässerung des Stadtgebietes. 

Zum anderen ermöglichen sie es, die Bürger*innen und Grundstückseigentümer*innen über die Überflutungsgefährdung im Stadtgebiet zu informieren, damit diese vorsorglich tätig werden können. Denn nach § 5 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) ist jede Person, die von Hochwasser betroffen sein kann verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadensminimierung zu treffen.