Nachhaltiges Kiel

Bezahlbare und saubere Energie

Der Zugang zu sauberer Energie ist eine Grundbedingung für nachhaltige Entwicklung. Nach Schätzungen der Weltbank leben derzeit noch etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt ohne Zugang zu Elektrizität.

Allein in Indien sind es 21 Prozent der Bevölkerung, in Nigeria 42 Prozent und in Äthiopien sogar 73 Prozent. Unter Berücksichtigung der wachsenden Weltbevölkerung wird die Zahl der Menschen, die bis 2030 Zugang zu Energie benötigen, sogar auf 2,5 Milliarden heranwachsen.

Die zentrale Herausforderung besteht also darin, diesen Menschen den Zugang zu einer bezahlbaren und verlässlichen Stromversorgung zu ermöglichen ohne den globalen CO2-Ausstoß durch die Verfeuerung von Kohle, Gas und Erdöl weiter zu steigern oder auf die Nutzung von Atomkraft zurückzugreifen.

Stärkere Nutzung erneuerbarer Energien

Ein großes Potential, um für die Umwelt und das Klima schädliche Emissionen zu senken, besteht durch den weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien wie zum Beispiel Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft.

In Deutschland stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch zwischen 1990 und 2015 von 2 auf knapp 15 Prozent. Damit belegt Deutschland aber noch lange keinen Spitzenplatz: Der Anteil von erneuerbaren Energien liegt in Schweden beispielsweise bei über 50 Prozent oder in Österreich bei über 30 Prozent.

Die Bundesregierung sieht im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vor, den Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch bis 2020 auf 18 Prozent, bis 2030 auf 30 Prozent und bis 2050 auf 60 Prozent zu steigern.

Kiel ist Vorreiter bei Energieeffizienz und moderner Energieversorgung

Im Rahmen des Masterplans 100 % Klimaschutz hat Kiel sich das Ziel gesetzt, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um mindestens 95 Prozent zu reduzieren und den Energieverbrauch zu halbieren.

Es geht hier also um Energieeinsparung, um Energieeffizienz und um Erneuerbare Energien. Dabei gibt es eine Vielzahl an Handlungsfeldern – zum Beispiel im Bereich Wohnen und Gewerbe, im Bereich Mobilität oder im Bereich Energieversorgung - in denen die Stadt Maßnahmen einleiten oder weiterführen muss, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Ganz entscheidend ist das neue Kieler Küstenkraftwerk K.I.E.L., das im Jahr 2019 den Betrieb aufnehmen soll. Durch die Nutzung von Erdgas anstelle von Steinkohle wird es möglich, die Treibhausgas-Intensität der lokalen Stromerzeugung und der lokalen Fernwärmeerzeugung deutlich zu senken. Das heißt, voraussichtlich ab 2019 steht für die Kielerinnen und Kielern eine deutlich umweltfreundlichere Energieversorgung bereit.

Beim Bauen gelten hohe Energiestandards

Bereits seit 2009 nimmt Kiel zudem an dem europäischen Qualitätsmanagement und Zertifizierungsverfahren „European Energy Award (eea)“ teil, mit dem die Energie- und Klimaschutzaktivitäten von Kommunen erfasst, bewertet und überprüft werden. Im Jahr 2014 erhielt Kiel sogar die „Gold-Zertifizierung“ und gilt damit als vorbildlich im Klimaschutz. 
 
Zu den relevanten Maßnahmen zählen unter anderem, dass bei städtischen Bau- und Sanierungsarbeiten die sogenannten InBA®-Standards, die einen sehr hohen Energiestandard vorsehen, konsequent angewandt werden.

Die Stadt setzt sich zudem dafür ein, dass diese hohen Energiestandards auch in privatrechtlichen Verträgen mit Bauinvestoren berücksichtigt werden. Es geht  darum, nicht nur bezahlbaren, sondern auch umweltfreundlichen Wohnraum zu schaffen.

Im Rahmen mehrerer „Energiequartiere“ konnten in Kiel zudem in verschiedenen Stadtteilen gemeinsam mit Immobilienbesitzern und Anwohnern Aktivitäten wie die Erneuerung von Heizungsanlagen, Dämmmaßnahmen oder die Installation von Photovoltaikanlagen auf Dächern durchgeführt werden – auch dies sind wichtige Bausteine für mehr Energieeffizienz und einen geringeren Ausstoß klimaschädlicher Gase.

Mobilität schrittweise umstellen

Das Thema Mobilität spielt im Kontext moderner Energie ebenfalls eine entscheidende Rolle. In Kiel geht es dabei nicht nur um den Straßen- und Schienenverkehr, sondern auch um den Binnen- und Seeschifffahrtsverkehr.

So wurde zum Beispiel im Frühjahr 2018 entschieden, die erste Landstromanlage zu bauen, um endlich den umweltbelastenden Energieverbrauch durch laufende Dieselmotoren der im Hafen liegenden Kreuzfahrtschiffe anzugehen.

Zudem werden in Kiel seit Jahren die Radfahrwege kontinuierlich ausgebaut.

Sowohl beim öffentlichen Nahverkehr der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) als auch beim kommunalen Fuhrpark der Stadt findet eine schrittweise Umstellung auf Elektromobilität statt. Ausführliche Informationen und Maßnahmen lassen sich im Masterplan Mobilität nachlesen.


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Koordinatorin kommunale Entwicklungspolitik

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