MASTERPLAN 100% KLIMASCHUTZ
Unsere Klimaschutzstrategie – Masterplan 100% Klimaschutz

Die Klimaschutzstrategie „Masterplan 100 % Klimaschutz“ fasst zusammen, wie Kiel bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden kann.

Rund 250 konkrete Maßnahmen und weitere Rahmenbedingungen zeigen, wie klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen um 95 Prozent reduziert und der Endenergieverbrauch halbiert werden kann, im Vergleich zu 1990.

Das Ziel der Klimaneutralität kann nur durch das gemeinsame engagierte Handeln von Kieler*innen sowie Akteur*innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung gelingen. Maßnahmen in den Handlungsbereichen Wohnen & Konsum, Bildung, Unternehmen, Verwaltung, Mobilität und Energieversorgung müssen dafür ineinandergreifen.

Am 16. November 2017 hat die Kieler Ratsversammlung die Klimaschutzstrategie beschlossen. Sie bietet damit den Leitfaden für die klimafreundliche Entwicklung unserer Stadt. Die Beschlüsse zum Climate Emergency von 2019 beschleunigen die Umsetzung.

Die Klimaschutzstrategie wurde im Rahmen des Förderprogramms „Masterplan 100 % Klimaschutz“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit entwickelt.

Von Beginn an: gemeinsam klimaneutral

Kiel kann nur klimaneutral werden, wenn die dafür notwendigen Maßnahmen akzeptiert und auch umgesetzt werden. Daher wurden die Maßnahmen mit vielen Akteur*innen und Kieler*innen und spezifisch für Kiel entwickelt.

In rund 50 Terminen haben etwa 1.000 Kieler*innen zusammengetragen, welche Aktivitäten zu Kiel passen. Die guten Ideen und Anregungen, die realistischen Einschätzungen sowie das Engagement dieser Personen haben entscheidend zu dem Erfolg und der Qualität der neuen Klimaschutzstrategie „Masterplan 100 % Klimaschutz“ beigetragen.

Übersichtsgrafik zum Masterplan-Beteiligungsprozess: 14 Workshops, 35 Arbeitstreffen, 1.000 Beteiligte

In den Workshops und Gesprächen wurde zunächst der Status Quo analysiert. Anschließend wurden die Potenziale und Maßnahmen für die verschiedenen Handlungsbereiche entwickelt.

Darüber hinaus wurden bestehende Hemmnisse und mögliche Lösungsansätze diskutiert und die Vernetzung unterschiedlicher Akteur*innen vorangetrieben, um neue Kooperationen und Denkansätze zu ermöglichen.

Zur Übersicht der Workshops und Dokumentationen

Projektschritte bei der Entwicklung des Masterplan 100% Klimaschutz: 1. Status-Quo-Analyse, 2. Identifikation und Einbindung von Schlüsselakteur*innen, 3. Potentialanalyse, 4. Partizipative Maßnahmen, 5- Umsetzungsstrategien, Öffentlichkeitsarbeit, 6. Szenarien- und Maßnahmenkatalog zur CO2-Neutralität, 7. Vorbereitung der Umsetzungsphase
Projektschritte bei der Entwicklung des Masterplan 100% Klimaschutz

Ziel erreichbar: Die Workshop-Ergebnisse

Im Entwicklungsprozess wurde deutlich: Die Zielsetzungen des „Masterplan 100 % Klimaschutz“ sind nicht ohne zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen und ein wachsendes Engagement der lokalen Akteur*innen und Einwohner*innen erreichbar.

Daher wurden im Rahmen der Workshops durch die Teilnehmer*innen abgeschätzt, welche klimaschutzwirksamen Maßnahmen zur Reduzierung des Endenergieverbrauchs durch die Akteur*innen in den jeweiligen Sektoren umgesetzt werden können. Wichtige Faktoren für das Zukunftsszenario waren:

 

  • die Maßnahmen sind wirtschaftlich,
  • die zu erwartende Akzeptanz bei den lokalen Akteur*innen ist hoch und
  • das Energiesystem wird stabilisiert.

 

Einsparpotenziale bis zum Jahr 2050: -39 Prozent bei Haushalten & Einwohner*innen, -36 Prozent bei Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, -50 Prozent bei der Landeshauptstadt, - 37 Prozent in der Industrie, - 63 Prozent in der Mobiltät
Einsparpotenziale bis zum Jahr 2050

Die Grafik zeigt die Energie-Einsparpotenziale der Endenergie, die gegenüber dem Jahr 1990 bis zum Jahr 2050 erreichbar sind. Die hellen Anteile der Balken stellen den Anteil dar, der zwischen den Jahren 1990 und 2014 bereits erreicht worden ist. Die dunklen Anteile der Balken zeigen auf, welche Endenergieeinsparung bis zum Jahr 2050 noch möglich ist.

In Summe aller Sektoren kann in der Landeshauptstadt Kiel bis zum Jahr 2050 eine Endenergieeinsparung von voraussichtlich 44 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 erreicht werden.


Im Zusammenhang mit einer Umstrukturierung der Energieversorgung (nahezu CO2-neutraler Kraftwerkspark) und einer Mobilitätswende verbleibt im Jahr 2050 eine Restemission von maximal 83.000 Tonnen CO2-Äquivalente. Diese resultieren aus den fossilen Restfraktionen des in der Müllverbrennung eingesetzten Abfalls sowie einem verbleibenden fossilen Anteil im Bereich der Kraftstoffe (Sektor Mobilität).

Die CO2-Restemission im Jahr 2050 entspricht 4 Prozent der Treibhausgas-Emissionen im Jahr 1990. Die Zielsetzung für den „Masterplan 100 % Klimaschutz“ – die Treibhausgas-Emissionen um mindestens 95 Prozent zu reduzieren – wird mit dem vorgeschlagenen Zielpfad also leicht übererfüllt.

Grafik: Entwicklung der THG Emissionen 1990 - 2050: Treibhausgasemissionen halbieren sich bereits bis 2035, 2050 sind sie verschwindene gering
Entwicklung der THG Emissionen 1990 - 2050

 
Details zu den Maßnahmen und Zielszenarien aller Handlungsbereiche sind unter Dokumente und auf den Seiten der Handlungsbereiche zu finden.


Genug Ideen: Die Maßnahmen

Der Masterplan 100% Klimaschutz unterscheidet zwischen zwei Arten von Maßnahmen:

Klimaschutzmaßnahmen sind solche, die zu einer tatsächlichen (physikalischen) Treibhausgas-Einsparung führen (zum Beispiel Nutzung einer PkW-Mitfahrgelegenheit statt des eigenen Autos oder die energetische Sanierung eines Gebäudes).

Die klimaschutzwirksamen Maßnahmen müssen in der Regel langfristig und kontinuierlich bis zum Jahr 2050 (bzw. ihrer vollständigen Umsetzung) durchgeführt werden. Die Umsetzung liegt in den Händen der vielen Einzelakteur*innen, das heißt beispielsweise jedem Gebäudebesitzer*in, Autofahrer*in oder Unternehmen.

Die Umsetzung der klimaschutzwirksamen Maßnahmen durch Einzelakteur*innen ist nur in geringem Umfang durch Gesetze, Normen und Richtlinien geregelt (zum Beispiel in den EnEV-Standards bei Sanierungen und Neubauten). Umsetzungsmaßnahmen oder -strategien dienen daher der Motivation und Unterstützung von Einzelakteur*innen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen.

Im Gegensatz zu den Klimaschutzmaßnahmen werden Umsetzungsmaßnahmen in erster Linie vom Klimaschutzteam der Landeshauptstadt Kiel in Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren initiiert. Zielgruppe sind die vielen Einzelakteure und Akteursgruppen.

Die im Masterplan 100 % Klimaschutz erarbeiteten Umsetzungsmaßnahmen wurden gemeinsam mit den Teilnehmer*innen in den verschiedenen Workshops identifiziert. Sie beziehen sich auf ausgewählte Themenfelder und adressieren die unterschiedlichen Maßnahmenschwerpunkte.

Eine Übersicht der empfohlenen Klimaschutz- und Umsetzungsmaßnahmen befinden sich im Hauptbericht in den Kapiteln zu den jeweiligen Sektoren. Alternativ auch im Kurzbericht des Masterplan 100% Klimaschutz (PDF) und auf den Seiten der Handlungsfelder Wohnen & Konsum, Bildung, Verwaltung, Mobilität, Unternehmen und Energieversorgung.

Klimaschutz-Kommunikation

Zur Erreichung der Klimaschutzziele in der Landeshauptstadt Kiel ist eine spezifische Klimaschutzkommunikation notwendig. Die Kommunikation im kommunalen Klimaschutz nimmt – insbesondere in Bezug auf die verhaltensbezogenen Klimaschutzmaßnahmen jedes*r Einzelnen – eine bedeutende Rolle ein.

Vor diesem Hintergrund wurden Kommunikationsmaßnahmen entwickelt, die unterschiedliche Zielgruppen der Stadtgesellschaft ansprechen. Diese Kommunikationsmaßnahmen werden in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt.

Mehr Informationen zur Weiterentwicklung des Masterplan 100% Klimaschutz im Rahmen des Climate Emergency.

Sie wollen mitmachen, haben Fragen oder Anregungen? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!


Klimaschutzgremium – Klimaschutzziele schneller erreichen

Klimaschutzgremium bei der Auftaktsitzung
Das Klimaschutzgremium bei seiner Auftaktsitzung | Foto: LH Kiel / Kerstin Graupner

Im Mai 2019 hat das von Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer angeregte Klimaschutzgremium seine Arbeit aufgenommen. Vertreter*innen aus Wirtschaft, Umweltverbänden, Zivilgesellschaft und Verwaltung trafen sich, um die Klimaschutzziele für Kiel schneller voranzutreiben.

Die Atmosphäre des Treffens war durch großes Interesse und Engagement geprägt. Gemeinsam möchten alle Beteiligten dazu beitragen, dass die Klimaschutzziele so schnell wie möglich erreicht werden.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: „Das Gremium soll helfen, den ‚Masterplan 100 % Klimaschutz‘ schneller umzusetzen, mit neuen Ideen anzureichern, Pilotprojekte anzustoßen und in der Bevölkerung für den Klimaschutz zu werben. Wenn es um Klimaschutz geht, dürfen wir keine Zeit mehr verlieren.“

Das Klimaschutz-Gremium trifft sich in der Regel zwei mal pro Jahr, um sich über unterschiedliche Aspekte des Klimaschutzes und konkrete Klimaschutzaktivitäten der Stadt Kiel zu informieren. Darüber gibt es einen Austausch über die eigenen Aktivitäten und Bestrebungen den Klimaschutz vor Ort weiter voranzutreiben.

  • Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer

  • Doris Grondke, Dezernat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt

  • Umweltschutzamt

  • Tiefbauamt

  • Eigenbetrieb Beteiligungen

  • SEEHAFEN Kiel GmbH & Co. KG

  • Müllverbrennung Kiel GmbH & Co. KG

  • KVG Kieler Verkehrsgesellschaft mbH

  • Stadtwerke Kiel AG

  • Gebäudemanagement SH AöR

  • FRANK Ecozwei GmbH

  • Handels- und Industriepark Kiel-Wellsee e.V.

  • Förde Sparkasse

  • Industrie- und Handelskammer zu Kiel

  • BUND

  • ADFC Kiel

  • Bürgerinitiative Klimanotstand Kiel

  • Fridays for Future

  • Dr. Meeno Schrader, WetterWelt GmbH

  • GEOMAR Helmholtzzentrum für Ozeanforschung Kiel

  • Ratsfraktionen

  • Junger Rat


Gefördert durch das Bundesprogramm „Masterplan 100 % Klimaschutz“

Das Bundesumweltministerium unterstützt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative Kommunen bei ihren Klimaschutzaktivitäten. Hierzu gehört auch das Förderprogramm „Masterplan 100 % Klimaschutz“.

Die einjährige Konzepterstellung und die daran anschließende dreijährige Umsetzungsphase werden im Auftrag des Bundesministeriums durch ein Team von Wissenschaftlern begleitet. Die Förderung erfolgt durch einen Zuschuss in Höhe von 95 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie auf www.klimaschutz.de.

Für Kiel beläuft sich die Förderung auf insgesamt 707.940,00 Euro. Davon entfallen 199.846,56 Euro auf die Konzepterstellung der Klimaschutzstrategie, 35.102,50 Euro auf die damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit und den zivilgesellschaftlichen Prozess sowie 472.990,18 Euro für die zwei geschaffenen Projektstellen im Umweltschutz- und im Tiefbauamt bis Juni 2020 (inklusive Sachkosten).

Vorreiterkommunen

Mit der Teilnahme am Förderprogramm übernimmt die Landeshauptstadt Kiel eine Vorreiterrolle für den lokalen Klimaschutz. Deutschlandweit nehmen 40 weitere Kommunen an dem Programm teil. Detaillierte Informationen finden Sie auf www.klimaschutz.de.


Förderhinweis

Das Projekt „Masterplan 100% Klimaschutz“ wird gefördert im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative“.

Logo des Bundesumweltministeriums und der Nationalen Klimaschutzinitiative
Förderkennzeichnen: 03KP0012

Mit der nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen leisten.

Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen.

Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative träge zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucher*innen ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.


Signet Klimaschutzstadt Kiel.100%

Kontakt

Carina Knebel 
Projektleitung Masterplan 100% Klimaschutz 
0431 901-3771 

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