Programm Soziale Stadt

Fördergebiet Neumühlen-Dietrichsdorf

Zum Programm Soziale Stadt zählt seit Ende 2014 Neumühlen-Dietrichsdorf. Der Antrag auf Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm war ein Ergebnis des im Frühjahr 2014 vorgelegten Integrierten Entwicklungskonzepts Ostufer (IEK Ostufer 2014).

Das IEK Ostufer 2014 zeigt einerseits die vielfältigen Potentiale des nördlichsten Stadtteils auf dem Ostufer auf, die dort zusammengefassten Sozialdaten weisen andererseits auf die Gefahr einer Fehlentwicklung hin.

Ebenso zeigt die im IEK beschriebene Bestandsaufnahme hinsichtlich des öffentlichen Raums Defizite auf.

Der im IEK Ostufer festgestellte Förderbedarf für den nordöstlichen Teil des Ostufers wurde in Abstimmung mit dem Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein auf den Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf eingegrenzt, da die Förderung über die „Soziale Stadt“ dort als Chance gesehen wird, die Lebensbedingungen im Stadtteil zu verbessern.

Fördergebiet Neumühlen-Dietrichsdorf

 

 

  • Aufwertung des Stadtteils als Wohnquartier

    Der Stadtteil soll für alle Bevölkerungsgruppen Wohnraumangebote vorhalten und ein attraktives Wohnumfeld bieten

  • Verbesserung der Entwicklungschancen für Kinder & Jugendliche
  • Angebote im Bereich Bildung & Gesundheit

    Es wird geprüft werden, ob die bestehenden Kapazitäten im Stadtteil ausreichen.

  • Implementierung der Fachhochschule und ihrer Nutzer*innen in den Stadtteil

    Der Campus soll eine bessere Anbindung an den Stadtteil bekommen. Dafür braucht es Anreize für die Bildung entsprechender Infrastruktur im Freizeit- und / oder Kulturbereich.

  • Verbindungen schaffen

    Die Potentiale der Schwentinemündung und die Wassernähe besser für den Stadtteil nutzen, so dass er von dem Naherholungs- und touristischen Potential, aber auch von der Wirtschafts- und Wissenschaftskapazität und dem Gesundheitssektor profitiert. Dafür sind die Barrieren nach Norden und Westen abzubauen.

  • Verbindung zum Westufer optimieren

 


Das Verfahren

In Ergänzung zum IEK Ostufer 2014 wurden als Grundlage für eine systematische Vorbereitung der Maßnahme vorbereitende Untersuchungen mit städtebaulichem Schwerpunkt durchgeführt.

Sie konkretisieren, erweitern und ergänzen die im IEK formulierten Ziele.  Die Ratsversammlung beschloss die Einleitung der vorbereitenden Untersuchungen in ihrer Sitzung am 19. März 2015. 

Im Stadtteil fanden Informations- und Beteiligungsveranstaltungen statt, darunter am 9. März 2016 eine Bürgerwerkstatt im Vereinslokal NDTSV Holsatia.

Die Vorbereitenden Untersuchungen wurden vom Büro S.T.E.R.N. Berlin Ende 2017 abgeschlossen.

Die Ratsversammlung beschloss am 15.11.2018 den Bericht, den Plansatz und das Maßnahmenkonzept zu den vorbereitenden Untersuchungen inkl. Teilfortschreibung des IEK Kieler Ostufer 2014 - 2018. Ebenso wurde das Fördergebiet der städtebaulichen Gesamtmaßnahme Neumühlen-Dietrichsdorf festgelegt.


Neumühlen-Dietrichsdorf gestern & heute

Bis zur Jahrhundertwende um 1900 herrschte in Dietrichsdorf landwirtschaftliche Nutzung vor, Neumühlen lebte wirtschaftlich von den Mühlen an der Schwentine. Im Jahr 1900, 24 Jahre vor der Eingemeindung zu Kiel, wurden die beiden Orte zu Neumühlen-Dietrichsdorf zusammengelegt.

Mit der Ansiedlung und dem nachfolgenden Aufschwung der Werften sowie der Etablierung eines Marinestandorts auf dem Ostufer wurde diese Nutzung verdrängt. Neben den Werft- und Marineanlagen entstanden zahlreiche Wohnsiedlungen für die Arbeiter und Angestellten.

Als Marinestandort war Neumühlen-Dietrichsdorf, wie die übrigen Ostuferstadtteile, im zweiten Weltkrieg vorrangiges Ziel von Bombenangriffen. Sowohl Bebauung als auch Infrastruktur wurden in erheblichem Umfang zerstört.

Heute weist der Stadtteil eine Mischbebauung aus Gründerzeit-, 1930er bis 1940er-Bebauung - hierzu gehört das unter Denkmalschutz stehende Afrikaviertel - und ergänzender Bebauung aus der Nachkriegszeit auf.

Der Teil westlich des Langen Rehm, dessen trennende Wirkung durch Rückbau reduziert wurde, ist später entstanden als der östliche Teil. Um den Masurenring entstand Ende der 1950er Jahre ein Wohnquartier in Zeilenbebauung. Außerdem finden sich angrenzende Ein- und Zweifamilienhausgebiete.

Seit dem Jahr 2014 wird vermehrt in Wohnraum für Studierende investiert. In der Nähe der Fachhochschule sind bereits mehrere Wohngebäude für Studierende errichtet worden bzw. befinden sich noch im Bau. Weitere Wohnbauflächen sind im Angebot.

Im Stadtteil leben derzeit auf 434,2 Hektar Fläche etwa 12.000 Menschen, Tendenz steigend.

Neumühlen-Dietrichsdorf hat sich aufgrund seiner dörflich geprägten Identität und der durch die Förde gefühlten Distanz zu der auf dem Westufer gelegenen einen eigenen Charakter bewahrt. Besondere Bedeutung kommt der Fachhochschule Kiel mit den Fachbereichen Informatik und Elektrotechnik, Maschinenwesen, Medien, Soziale Arbeit und Gesundheit zu.

Wirtschaftlich von Bedeutung und prägend sind der Ostuferhafen, unter anderem mit den dritten Fährterminal und das Gemeinschaftskraftwerk. Im Jahr 1998 wurde der gemeinsame Campus in Neumühlen-Dietrichsdorf bezogen.

Außerdem liegt auf der anderen Seite der Schwentinemündung das Gewerbegebiet Seefischmarkt mit dem Helmholtz-Institut für Meeresforschung GEOMAR. Auch der Ostuferhafen und das am nördlichen Stadtrand gelegene Gemeinschaftskraftwerk prägen den Stadtteil.

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Kontakt

Landeshauptstadt Kiel 
Büro Soziale Stadt Neumühlen-Dietrichsdorf
Langer Rehm 39
24149 Kiel

David Vetter

0431 97 99 53 47

 

Madleen Bergmann

0431 97 99 53 48