Postareal - vom ehemaligen Postgelände zum lebendigen Stadtquartier

Ziele der Planung

Das Areal an der Werftstraße und am Karlstal, das bis Ende 2020 von der Deutschen Post als Briefverteilzentrum genutzt wurde, wird unter dem Projekttitel „Werftterrassen“ neu entwickelt. Wo früher Briefe sortiert wurden, entstehen auf einer Fläche von rund fünf Hektar rund 900 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau. So wird ein bedeutender Beitrag zur Schaffung dringend benötigten Wohnraums in der Landeshauptstadt geleistet. 

Daneben entstehen gewerbliche sowie gastronomische Nutzungen und eine Kindertagesstätte. 30 Prozent der Wohnfläche sind mit Fördermitteln als sozialer Wohnungsbau vorgesehen. Ziel ist es, qualitätvolle Architektur und hochwertige Grün- und Freiflächen mit Aufenthaltsqualität zu realisieren.

Ein zentral gelegener grüner Anger und begrünte Hangterrassen schaffen über Treppen eine direkte Verbindung zum Pastor-Gosch-Weg. Über die Verbindungen zur Schulstraße, zum Karlstal und zur Werftstraße werden schnelle, barrierefreie Anbindungen an das Gaardener Zentrum und die Innenstadt ermöglicht. So soll der Brückenschlag zwischen Ost- und Westufer Kiels weiter gestärkt werden.

Eine besondere Herausforderung und zugleich Besonderheit des Quartiers sind die Höhenunterschiede auf dem Gelände: Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Punkt liegen rund 16 Meter, die in der Planung berücksichtigt und gestaltet werden.

Altes Postareal: Werftterrassen Isometrie (Schenk Fleischhaker Architekten Part mbB, arbos landscape GmbH, Quantum AG)

Eigentum und Kosten

Das Grundstück befindet sich im Privateigentum von der Vorhabenträgerin Tom Kyle Quartier GmbH. Entsprechend werden die Kosten des Projektes von der Vorhabenträgerin getragen.

Wettbewerb

Als Grundpfeiler der Planung wurde ein Wettbewerb für das Quartier durchgeführt. Dabei wurden übergeordnete städtebauliche Qualitäten wie die Quartierstruktur, Verkehrsvernetzung und Grundlagen für die Freiräume bestimmt. Auf dieser Basis wird der Bebauungsplan Nummer 1023 „Altes Postareal“ erarbeitet, der die rechtliche Grundlage für die Realisierung des neuen Quartiers schafft.

Freiraum

Der Freiraum wird als zentrales und verbindendes Element des neuen Quartiers verstanden. Deshalb wird ein Freiflächengestaltungsplan entwickelt, der besonderen Wert auf die Gestaltung und die Aufenthaltsqualität der Freiräume legt.

In der urbanen Lage des Quartiers entsteht so ein hochwertiges Freiraumnetz mit vielfältig nutzbaren Plätzen und begrünten Höfen, das prägend für das Quartier ist und unterschiedliche Nutzungen sinnvoll miteinander verbindet. Auf diese Weise kommen Aufenthaltsqualität, ökologische Funktionen und städtisches Leben in ein ausgewogenes Miteinander.

Ein besonderes Merkmal des Quartiers bilden die sogenannten Hangterrassen. Sie vermitteln zwischen dem grünen Mittelpunkt des Quartiers und dem höher gelegenen Pastor-Gosch-Weg. Der Höhenunterschied von bis zu 16 Metern wird durch abwechslungsreiche Spiel- und Erholungsflächen erlebbar gemacht.

Eine gestaltete Treppenanlage gliedert diese Räume und schafft zugleich einen neuen, direkten Schulweg zur neuen Grundschule Gaarden. Ergänzend dazu sorgt eine barrierefreie Rampe zur Schulstraße dafür, dass der Freiraum für alle gut erreichbar und nutzbar ist.

Altes Postareal Werftterrassen Masterplanung Entwurf Lageplan
Altes Postareal: Werftterrassen Masterplanung Entwurf Lageplan (Schenk Fleischhaker Architekten Part mbB, arbos landscape GmbH, Quantum AG)

Letter Of Intent mit der Vorhabenträgerin

Angesichts der schlechten konjunkturellen Lage und drastischer Verschlechterungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Baubranche wurde zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens eine höhere bauliche Ausnutzung des Gebiets geprüft. Unter Wahrung der städtebaulichen Grundidee und des charakteristischen „Grüngerüsts“ wurde eine Erhöhung der baulichen Dichte um rund 9.000 Quadratmeter Geschossfläche für verträglich erachtet. Dazu wurde ein neues Baufenster im Westen des Quartiers ausgewiesen (Baufeld 1) und das Baufeld 3 im Nordosten am Pastor-Gosch-Weg vergrößert. 

Dieses Ergebnis wurde zwischen Vorhabenträgerin und Verwaltung in einem „Letter of intent“ (LOI) festgehalten. Der LOI wurde im Dezember 2024 vom Bauauschuss beschlossen.

Letter of Intent mit der Vorhabenträgerin Tom Kyle Quartier GmbH


Die nächsten Schritte

Auf Basis des Wettbewerbs und beauftragter Gutachten wird der Bebauungsplan Nummer 1023 „Altes Postareal“ entwickelt, welcher die planungsrechtliche Grundlage für die spätere Realisierung des Quartiers ermöglichen wird. 

Parallel dazu wird mit der Vorhabenträgerin ein städtebaulicher Vertrag erarbeitet, der Inhalte regelt, die nicht im Bebauungsplan gesichert werden können (wie zum Beispiel die Übertragung von bisher privaten Grundstücken in das Eigentum der Landeshauptstadt oder Regelungen für den Bau der Kita).

Zeitplanung des Bebauungsplans

Im Februar 2026 hat die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan Nummer 1023 stattgefunden. Ende 2026 soll die Veröffentlichung des Bebauungsplanentwurfs erfolgen, bei der sich die Öffentlichkeit erneut beteiligen und Hinweise, Anregungen und Stellungnahmen einbringen kann. Der Entwurfsbeschluss ist für Ende 2026 vorgesehen. Der Satzungsbeschluss soll in 2027 erfolgen.

Sie sind an einer Wohnung oder Gewerbefläche interessiert?

Das Projekt befindet sich noch in der Phase der Bauleitplanung, so dass zum aktuellen Zeitpunkt keine Auskünfte über Wohnungsgrößen, Preise oder Eigentum möglich sind. Diese werden erst mit der späteren konkreten Hochbauplanung der privaten Vorhabenträgerin Tom Kyle Quartier GmbH bekannt.


Bisherige Beschlüsse der Politik

Kontakt

Landeshauptstadt Kiel
Stadtplanungsamt
Rathaus, Fleethörn 9, 24103 Kiel

René Niggemann
0431 901-2552

Steckbrief

  • Neuer Wohnraum für rund 900 Wohnungen mit verschiedenen Wohnungsgrößen (1 bis 5 Zimmer)
  • 2 Grünanlagen und Spielflächen
  • 1 Quartiersplatz
  • Neue Verbindungen in umliegende Quartiere und Straßen
  • Direkte, kurze Wegeverbindung über eine Treppe zum Pastor-Gosch-Weg und zur dortigen Grundschule und Kita (barrierefrei über den Zugang Schulstraße gut erreichbar)
  • 1 neue Kita im Quartier
  • Private Stellplätze in Tiefgaragen unter den Gebäuden und Innenhöfen
  • Öffentliche Kurzzeitparkplätze an der Straße
  • Mobilitätsstation mit Carsharing
  • Unterflurbehälter für die Abfallentsorgung
  • Gründächer