Nachhaltiges Kiel

Maßnahmen zum Klimaschutz

Der Klimaschutz ist für das Motto „Global denken – lokal durchstarten“ von besonders großer Bedeutung, denn das Erreichen der Klimaschutzziele liegt in den Händen jedes Einzelnen und kann mit der Vermeidung vom Standbye-Modus beginnen.

Schon heute reihen sich Extremwetterereignisse, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden, aneinander und zwingen zum Handeln. Dadurch, dass wir uns der Herausforderung stellen müssen, bieten sich auch Chancen für unsere Gesellschaft.

Neben der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit durch Innovationen und der Schaffung neuer Arbeitsplätze, wird der Zusammenhalt der Gesellschaft durch engagierte Bürger*innen, Unternehmen sowie Politiker*innen gestärkt.

Städte sind für 70 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich

Das SDG 13 fordert alle Staaten dazu auf, umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu ergreifen und die Anpassungsfähigkeit gegenüber klimabedingten Naturkatastrophen zu stärken. Es ist eng verknüpft mit dem 2015 verabschiedeten UN-Klimaschutzabkommen von Paris. Dieses verfolgt das internationale Ziel, den globalen Temperaturanstieg deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten und gleichzeitig die Anpassungskapazitäten aller Länder zu stärken.

Städte und Kommunen spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle, denn sie sind für mindestens 70 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Umso erfreulicher ist es, dass Kiel mit dem Masterplan 100% Klimaschutz eine ambitionierte Klimaschutzstrategie entwickelt hat und damit eine Vorbildfunktion einnimmt.

Kiel ist Vorreiterkommune im Klimaschutz

Projekte wie der Ersatz des Kohlekraftwerkes durch ein innovatives Gasmotorenheizkraftwerk, die Kieler Energiequartiere, klimaschonende und energieeffiziente städtische Bau- und Sanierungsaktivitäten sowie die umweltfreundliche Abfallentsorgung des ABK haben wesentlich dazu beigetragen, dass Kiel sogar im europäischen Vergleich zu den vorbildlichsten Stadtverwaltungen in Sachen Klimaschutz gehört.

Entsprechend wurde die Stadt mit dem European Energy Award® Gold ausgezeichnet, ein internationales Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsinstrument für kommunalen Klimaschutz. Auch das im Jahr 2008 gesetzte Ziel, bis zum Jahr 2020 mindestens 40 Prozent der Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 einzusparen, wird die Stadt voraussichtlich erreichen.

Masterplan 100% Klimaschutz

Anknüpfend an diesen Erfolg, wurde Kiel im Jahr 2016 vom Bundesumweltministerium als eine von 41 Modellkommunen in Deutschland ausgewählt, um einen Masterplan 100% Klimaschutz zu entwickeln und umzusetzen. Das ehrgeizige Ziel ist es, bis 2050 den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen in Kiel im Vergleich zu 1990 um mindestens 95 Prozent zu reduzieren und den Endenergieverbrauch zu halbieren.

Um aufzuzeigen, wie dieses Ziel erreicht werden kann, hat das Masterplan-Team in 14 Workshops eng mit Kieler*innen sowie Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung zusammen gearbeitet und die neue Klimaschutzstrategie mit insgesamt 250 Maßnahmen entwickelt. Mit Beschluss der Ratsversammlung am 16. November 2017 ist der Masterplan 100 % Klimaschutz Leitlinie für die klimafreundliche Entwicklung unserer Stadt.

Auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt

Nun geht es um die Umsetzung, das heißt unter anderem: Energiesparen, Effizienz steigern, erneuerbare Energien fördern. Dafür müssen Aktivitäten in vielen Bereichen ineinander greifen: bei der Mobilität, bei der Wärmeversorgung der Gebäude, bei der Effizienzsteigerung technischer Geräte und Produktionsverfahren und bei der Energieerzeugung – zu Hause, in den Kindergärten und Schulen, in Betrieben und Geschäften, in Hochschulen und Verwaltungen und auch bei der Freizeitgestaltung. Gemeinsam klimaneutral bis 2050 – unter diesem Motto engagieren sich bereits viele Kieler*innen sowie Akteure aus den verschiedensten Bereichen für den Klimaschutz in Kiel.

Klimagerechtigkeit

Das SDG 13 spricht noch einen anderen, sehr wichtigen Aspekt an: das Thema Klimagerechtigkeit. Denn es ist vor allem der hohe Lebensstandard westlicher Industrieländer, der gekennzeichnet ist von hohen Pro-Kopf-Emissionen. In den letzten Jahrzehnten sind auch andere bevölkerungsreiche und wirtschaftlich aufstrebende Länder wie beispielsweise China und Indien zunehmend verantwortlich für hohe Treibhausgasemissionen.

In anderen Teilen der Welt, wie beispielsweise Tansania, sind die Pro-Kopf-Emissionen fünfzig Mal geringer als in Deutschland. Trotzdem sind oft gerade die Menschen in diesen ärmeren Ländern besonders stark von den negativen Auswirkungen des Klimawandels betroffen, beispielsweise durch Dürren und damit einhergehende Wasserknappheit. Die Industrieländer haben deshalb im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens zugesagt, die Länder des globalen Südens technisch und finanziell beim Klimaschutz und bei Anpassungsmaßnahmen zu unterstützen.

Auch Städte können hier durch Projekte im Rahmen von Städtepartnerschaften einen kleinen Beitrag leisten. So plant Kiel zum Beispiel gemeinsam mit der Partnergemeinde Moshi Rural in Tansania den Wiederaufbau einer Baumschule. Kiel ist zudem Mitglied im Klima-Bündnis, dem größten europäischen Städtenetzwerk zum Klimaschutz. Auch hat die Ratsversammlung die Stadtverwaltung im April 2018 beauftragt, CO2-Kompensationszahlungen für alle Flüge zu leisten, die Verwaltungsmitarbeiter*innen im Rahmen von Dienstreisen wahrnehmen. Diese Gelder wiederum sollen in Klimaschutzprojekte investiert werden

 


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