Kiels Mitte bekommt ein neues Gesicht. Vom Holstenplatz bis zum Alten Markt werden die Straßen und Plätze neu gestaltet.

Die Kieler Innenstadt verändert sich: Wer in den vergangenen fünf Jahren nicht mehr in Kiel war, wird die Innenstadt schon heute an vielen Stellen kaum wiedererkennen. Ob Bootshafen, Holstenfleet, neue Wohnungen, sanierte Gebäude oder neu gebaute Geschäftshäuser - überall sind die Veränderungen sichtbar. Kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen: Jetzt schaut Kiel auf seine Holstenstraße, eine der ältesten Fußgängerzonen Deutschlands.

Wie soll das Herz der Innenstadt zukünftig aussehen? Was kann man auf den Plätzen erleben? Wo sind Orte zum Ausruhen und wo sollen die vielen Veranstaltungen vom Flohmarkt bis zum Weihnachtsmarkt stattfinden, die die Innenstadt so unverwechselbar machen? Wo können Kinder besonders gut spielen, und wo können wir mit Brunnen und Wasserspielen das Wasser in die Stadt holen? Wie kann zukünftig der Holstenplatz als zentrale Haltestelle für ein hochwertiges ÖPNV-System aussehen? Und wie können dabei alle Orte in der Innenstadt noch besser erreicht werden?

 
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Das Konzept

Zwölf Büros haben an einem freiraum­planerischen Realisierungs­wettbewerb zur Umgestaltung der Holstenstraße und der angrenzenden Plätze teilgenommen. Gesucht wurde das beste Konzept zur Gestaltung des öffentlichen Raumes.

Dieses Konzept ist die Grundlage für die weitere Planung im Fördergebiet, für die Zustimmung des Fördergebers zu den Einzelmaßnahmen, und für die Realisierung. Im Mai 2021 stand der Siegerentwurf fest: Mit dem 1. Preis ist der Entwurf von Lohaus Carl Köhlmos PartGmbB Landschaftsarchitekten Stadtplaner, Hannover, ausgezeichnet worden.

3

Wasserspiele

 

50

Bäume mehr als vorher

 

200

laufende Meter mehr Sitzfläche

 
Die Bauabschnitte
Karte mit Bauabschnitten

Der erste Bauabschnitt umfasst die Holstenstraße vom Alten Markt bis zur Schevenbrücke / Beginn des Holstenplatzes, sowie den Asmus-Bremer-Platz und die westliche Hafenstraße.

 


100

neue Bäume

 

250

m2 mehr Funktionsfläche auf dem Holstenplatz

 

125

laufende Meter mehr Sitzfläche

 

 

Die Idee(n)

Visualisierung Obere Holstenstraße

Die Holstenstraße und die benachbarten Plätze bekommen durchgängig einen grau-beige changierenden Oberflächenbelag. Er erinnert an vergraute Schiffsplanken aus Holz. Im Bereich der Vorstadt wird Klinker und in der Altstadt Naturstein als Oberflächenbelag verwendet,  rutschsicher und barrierefrei begehbar. Vor den Gebäudefassaden werden breite Natursteinplatten verlegt. An den Übergängen zu den Pflasterflächen sind die Leitlinien für Menschen mit Seheinschränkungen eingebaut.

Visualisierung der neuen Haltestellenanlage

Baumreihen betonen die besondere Längsausdehnung der Innenstadt auf dem Holstenplatz, in der Holstenstraße und auf der geplanten Umwelttrasse für den öffentlichen Nahverkehr in der Andreas-­Gayk-Straße. Die Haltestellenanlagen erscheinen als weiße, filigran geschwungene Figuren, und die Dachflächen werden begrünt. Auf dem Heinrich-Ehmsen-Platz ist ein Mobilitätspavillon mit Angeboten wie zum Beispiel einem Verleih für (Lasten-)Fahrräder, E-Bikes oder Roller vorgesehen. In den ost­-west-ausgerichteten Straßen und auf Plätzen eröffenen dafür lockere Baumstellungen den Blick auf die Fähr- und Kreuzfahrt­schiffe. Die Ost-West-Verbindungen werden außerdem durch Wasserelemente und Brunnen betont.

 

Visualisierung des Seebrunnens mit Blick zum Heinrich-Ehmsen-Platz

Im Norden des Holstenplatzes ist der Seebrunnen eingebettet: Die Kontur der Ostsee und alle Fährschiffverbindungen und ihre Häfen sind bodenbündig im Platz markiert. Langsam ansteigende und länger werdende Fontänen zeigen die unterschiedlichen Fahrrouten an. Das nächtlich dezent beleuchtete Wasserspiel hebt Kiel besonders hervor. Für Veranstaltungen und Märkte wird der Brunnen bodenbündig abgedeckt und ist frei begeh- und benutzbar.

Visualisierung Holstenplatz

Auf dem Holstenplatz bekommen die vorhandenen Bäume Zuwachs. In Verbindung mit den Bordhöhen für die barrierefreien Haltestellen wird der Platz leicht angehoben, sodass auf die Einfassungsringe der bereits dort stehenden Platanen verzichtet werden kann. 

Visualisierung Holstenplatz
Plan für den Seebrunnen am nördlichen Ende des Holstenplatzes

Auf dem Holstenplatz bekommen die vorhandenen Bäume Zuwachs. In Verbindung mit den Bordhöhen für die barrierefreien Haltestellen wird der Platz leicht angehoben, sodass auf die Einfassungsringe der bereits dort stehenden Platanen verzichtet werden kann. 

Im Norden ist der Seebrunnen in den Platz eingebettet: Die Kontur der Ostsee und alle Fährschiffverbindungen und ihre Häfen sind bodenbündig im Platz markiert. Langsam ansteigende und länger werdende Fontänen zeigen die unterschiedlichen Fahrrouten an. Das nächtlich dezent beleuchtete Wasserspiel hebt Kiel besonders hervor. Für Veranstaltungen und Märkte wird der Brunnen bodenbündig abgedeckt und ist frei begeh- und benutzbar.


Häufige Fragen – und die Antworten

Eine Jury aus Fach- und Sachpreisrichter*innen hat nach Prüfung und intensiver Diskussion den besten Entwurf ausgewählt. Am 11. Mai 2021 hat die Jury die eingereichten Wettbewerbsarbeiten diskutiert, ihre Vor- und Nachteile bewertet und schließlich drei Preise und zwei Anerkennungen vergeben. Alle Wettbewerbsarbeiten sind auf dieser Webseite ausgestellt. 

Mit dem 1. Preis ist der Entwurf von Lohaus Carl Köhlmos PartGmbB Landschaftsarchitekten Stadtplaner, Hannover, ausgezeichnet worden.

Das sagt die Jury zum 1. Preis

„Insgesamt schafft es diese Arbeit einen zeitgemäßen Auftritt und gleichsam der gewachsenen Qualitäten des Ortes gerecht zu werden. Der Erhalt und Ergänzung der Platanen, die unaufgeregte und doch sehr modernen Möblierung und nicht zuletzt der Einsatz von Klinker als Hauptbelagsmaterial überzeugten die Jury.

Der Holstenplatz besitzt eine gestalterisch und funktional überzeugende Zweiteilung, die im nördlichen Teil viele Nutzungsoptionen offenhält, im Umgang mit Wasser vielfältig ist und im südlichen Teil einen eindeutigen grünen Schwerpunkt bildet. Die Haltestellenanlage wird geschickt in die Gesamtgestaltung des Platzes integriert ohne dass ein „bahnhofsartiger“ Eindruck entsteht. Die begrünte Bedachung ist funktional angemessen und gleichzeitig eine entsprechende Geste, die den Paradigmenwechsel in der Präsenz der öffentlichen Verkehrsmittel an diesem Ort symbolisiert. 

Der Heinrich-Ehmsen-Platz wird gut in das Gesamtkonzept integriert. Die dort vorgesehene Mobilitätsstation bietet, räumlich richtig positioniert mit dem entsprechenden Pavillon Platz für Radabstellplätze sowie Leihangebote.“

Ausführliche Würdigung sowie Pläne und illustrationen  

Die Planung eines so großen und komplexen Bauvorhabens ist ein schrittweiser Prozess. So konnten zunächst die vielen Ideen der Kieler*innen im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung aufgenommen und in der Aufgabenbeschreibung des Wettbewerbs berücksichtigt werden. 

Mit dem nun vorliegenden Ergebnis wurde von einer großen Jury aus Fach- und Sachpreisrichter*innen aus elf Arbeiten ein erster Preis ausgewählt, der die gestellten Anforderungen am besten umsetzt. 

Der 1. Preis bildet jetzt die grundlegende Entwurfsidee. Sie wird nun im weiteren Prozess weiter verfeinert und angepasst. Dazu brauchen wir wieder Sie.

Selbstverständlich wird die Öffentlichkeit weiter beteiligt. Dies hat in Kiel einen hohen Stellenwert, denn nur eine Planung, die von der Bevölkerung mitgetragen wird, soll auch umgesetzt werden. Die Kieler Ratsversammlung hat darum am 19. August 2021 beschlossen, dass die Öffentlichkeit, die anliegenden Geschäfte, Anlieger*innen und die Beiräte zur Freiraumplanung für den 1. Bauabschnitt angemessen beteiligt werden sollen.

Im Jahr 2022 werden wir Sie um Ihre konkreten Anmerkungen und Optimierungsvorschläge für die weitere Planung bitten. 

Darüber hinaus wird es während der Planungs- und Bauphase weitere Infoveranstaltungen geben. Vor allem die unmittelbar vor Ort betroffenen Anlieger*innen, Geschäftsleute und Gewerbetreibende sollen über den Stand der Planung informiert werden.

Der 1. Bauabschnitt umfasst die Holstenstraße vom Alten Markt bis zur Schevenbrücke / Beginn des Holstenplatzes, sowie den Asmus-Bremer-Platz und die westliche Hafenstraße. 

Ideen, Anregungen, Wünsche und Kritikpunkte der Kieler*innen werden zunächst nach Themen sortiert und dokumentiert. Dann bekommt sie das Planungsbüro, zusammen mit dem Auftrag, zu klären ob und wie sie umgesetzt werden können.


Ideen, Anregungen, Wünsche und Kritikpunkte der Kieler*innen werden zunächst nach Themen sortiert und dokumentiert. Dann bekommt sie das Planungsbüro, zusammen mit dem Auftrag, zu klären ob und wie sie umgesetzt werden können.

Die Ratsversammlung hat entschieden, dass der*die 1. Preisträger*in mit der weiteren Planung beauftragt wird und welcher Bereich als erster Bauabschnitt planerisch weiter ausgearbeitet werden soll.

Im Jahr 2022 wird die Öffentlichkeit zum ersten Bauabschnitt beteiligt. 

Anschließend wird das Planungsbüro den Entwurf weiter detaillieren, und die Zustimmung des Landes Schleswig-Holstein als Fördergeberin wird eingeholt. 

Der beschriebene Planungs- und Abstimmungsprozess nimmt mindestens zwei Jahre in Anspruch, sodass der erste Spatenstich nicht vor 2023 erfolgen wird. Begonnen wird mit der Sanierung und Erneuerung der Entwässerungskanäle. Erst danach kann die Gestaltung in Angriff genommen werden.

Die Holstenstraße, die angrenzenden Plätze und die Andreas-Gayk-Straße werden nicht alle auf einmal, sondern in mehreren Bauabschnitten umgebaut. Wie lange die Bauphase dauert, kann derzeit noch nicht gesagt werden. 

Da der erste Spatenstich nicht vor 2023 stattfinden wird, haben die Geschäftsleute der Innenstadt Planungssicherheit, dass mindestens die kommenden zwei Jahre keine Einschränkungen durch Baustellen entstehen. 

Derzeit kann noch keine Aussage zu möglichen Baukosten gemacht werden. Die Kosten sind unter anderem von den verwendeten Materialien und dem Umfang der Arbeiten abhängig. 

Je weiter die Planung fortschreitet und detailliert wird, desto konkreter werden die Kostenangaben. Das Projekt soll mit Mitteln der Städtebauförderung kofinanziert werden. Dadurch beträgt der Kostenanteil für die Landeshauptstadt Kiel an den sogenannten förderfähigen Kosten in der Regel rund ein Drittel. Da die Städtebaufördermittel zweckgebunden sind, können diese Gelder nicht in andere Projekte investiert werden.

Straßen und Plätze im der Bereich der Fußgängerzone - mit Ausnahme des neu gebauten Holstenfleets - sind noch im Ausbauzustand der 1980er Jahre und sind in die Jahre gekommen. Außerdem ergeben sich durch neue Mobilitätsformen, zum Beispiel durch das neue hochwertige ÖPNV-System, auch neue Anforderungen an die Gestaltung von Straßen und Plätzen. 

Damit das Innenstadtzentrum ein attraktiver Ort für Handel, Begegnung und Erleben bleibt, hat der Bauausschuss der Landeshauptstadt Kiel 2018 beschlossen, dass die Holstenstraße bis zum Alten Markt, die Andreas-Gayk-Straße sowie angrenzende Plätze gestalterisch aufgewertet werden. Am Anfang stand ein Planungswettbewerb, der unterschiedliche Möglichkeiten der Neugestaltung aufzeigen sollte. Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf wird nun planerisch weiter ausgearbeitet.

 


Chronik & nächste Schritte

2020 / 2021 - Der Wettbewerb

Die gesamte Fläche des Wettbewerbsgebietes beträgt 3,4 Hektar - das entspricht fast fünf Fußballfeldern. Es umfasst die Holstenstraße, den Holstenplatz, die Andreas-Gayk-Straße, den Heinrich-Ehmsen-Platz mit westlicher Fabrikstraße, den nördlichen Stresemannplatz und den Asmus-Bremer-Platz.

Hier stoßen ganz unterschiedliche Arten von öffentlichen Räumen aufeinander: breite Straßen für die zukünftige ÖPNV-Trasse, kleine grüne Plätze, Veranstaltungsflächen und Bereiche für Fußgänger*innen. Eine herausfordernde, aber spannende Aufgabe für die Planer*innen.

 

Wettbewerbsaufgabe

 

  1. Spezifische Identität des öffentlichen Raums entwickeln
     
    Die Neugestaltung der Fußgängerzone und der Plätze soll einen Beitrag zur Entwicklung einer spezifischen Identität der Innenstadt leisten und die Hauptlauflage stärken. Ziel ist es, in der im Rahmen dieses Wettbewerbs zu entwickelnden, konzeptionellen Leitidee für den öffentlichen Raum eine selbstbewusste und eigenständige Gestaltung mit hohem Wiedererkennungswert bzw. eine Kiel-typische “Handschrift”, eine Adresse und eine “Kieler Atmosphäre” herauszuarbeiten.
     
    Vorhandene Stärken, Potenziale, maritime Alleinstellungsmerkmale, der Kleine Kiel Kanal, im Bau befindliche Gebäude und deren künftige Nutzungen sind dabei zu bedenken. Dem übergeordneten stadträumlich-gestalterischen Ziel der klaren Ablesbarkeit der beiden Quartiere Altstadtinsel und Vorstadt muss in der Gestaltung der öffentlichen Räume durch einen differenzierten Einsatz an Gestaltungsmitteln entsprochen werden.
     
  2. Stadträume vernetzen, Sichtbeziehungen herausarbeiten
     
    Gleichzeitig müssen jedoch die zentrale Achse Holstenstraße, die Querverbindungen und die Plätze besser miteinander vernetzt und als Abfolge verschiedener, ineinander übergehender Räume gedacht und überplant werden (Stichwort: „Perlenkette“). Auch eine Vernetzung über das Wettbewerbsgebiet hinaus, mit den umgebenden Parks, den Grün- und Freiräumen sowie weiteren Plätzen in der Innenstadt (zum Beispiel Rathausplatz, Anna-Pogwisch-Platz, Alter Markt) ist zu gewährleisten. Ein wichtiger Aspekt und ein Alleinstellungsmerkmal sind die freien Blickbeziehungen, vor allem zum Fördeufer mit den Hafen- und Liegebereichen der großen Linien- und Kreuzfahrt-Schiffe. Diese gilt es als besondere Momente herauszuarbeiten und zu stärken.
     
  3. Verschiedenste Nutzungsansprüche vereinen
     
    Ziel sind urbane, attraktive und nutzbare Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität im Spannungsfeld von Urbanität und Grünräumen. Sie sollen unterschiedlichen Nutzungsansprüchen und Nutzer*innen gerecht werden. Die öffentlichen Räume sollen neben den Verbindungsfunktionen auch Angebote für Kommunikation, Aufenthalt, Spiel und gleichermaßen Raum für Veranstaltungen, Märkte und städtisches Leben bieten. 
     
    Bei der Neukonzeption der Freiräume wird eine intensive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Platzbegabungen, Charakteren und Nutzungsansprüchen der Teilräume erwartet. Auch hier gilt: der öffentliche Raum soll ein stabiles räumliches Gerüst und gleichzeitig flexible, kreative und temporäre Nutzungen fördern. 
     
  4. Verkehrsraum als Stadtraum gestalten
     
    Die Verkehrsräume dienen dem Fortbewegen, Flanieren, Treffen, Austausch und Aufhalten. Die Planung der öffentlichen Verkehrsräume wird deswegen als städtebauliche Aufgabe verstanden, bei der der Verkehrsraum als Stadtraum in funktionaler, räumlicher und gestalterischer Hinsicht zu denken und zu planen ist. Dies gilt insbesondere für die Integration einer Umwelttrasse in die Andreas-Gayk-Straße als zentrale Verkehrsachse, aber auch für die angrenzenden Plätze.
     
    Ziel ist neben der Verbesserung der Funktionalität in Bezug auf Umsteigeverkehre / Mobilität insbesondere eine Steigerung der Attraktivität als Orientierungs-, Aufenthalts- und Begegnungsraum. Die Gestaltung von Straßen und Wegen ist so vorzunehmen, dass eine funktionale Abwicklung der Verkehre mit den oben genannten Zielen einer hohen Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit für alle Bevölkerungsgruppen und Verkehrsarten konfliktfrei und komfortabel überein geht. 
     
  5. Nachhaltige Entwicklung sichern und Räume für die Zukunft planen
     
    Die Kieler Ratsversammlung hat sich am 16. Mai 2019 der Resolution zur Ausrufung des „Climate Emergency“ angeschlossen. Die Eindämmung des Klimawandels und seiner Folgen hat für Kiel ab sofort Priorität: Bei allen Handlungen und Beschlüssen sind die Auswirkungen auf das Klima zu berücksichtigen. Ziel ist es, bei allen Maßnahmen die Auswirkung auf das Klima so gering wie möglich zu halten beziehungsweise Maßnahmen mit höherer Klimafreundlichkeit zu fördern.
     
    Dies betrifft auch den Wettbewerbsentwurf, der von der Ratsversammlung zur Umsetzung beschlossen wird. Aspekte zukünftiger Mobilität, Vernetzung, kurze Wege, Förderung und Stärkung des Umweltverbundes gehören genauso dazu, wie der Erhalt / die Nutzung von qualitätsvollem Bestand (zum Beispiel Asmus-Bremer-Platz), ein ressourcenschonender Umgang mit Flächen, Oberflächenmaterialien und finanziellen Mitteln oder dem Einsatz nachhaltiger Materialien. Auch Vorschläge zur Verbesserung des örtlichen Klimas / Außentemperaturen, zum Beispiel durch Wasserelemente, Begrünung, stadtklimaresistente Pflanzenauswahl oder - entwurfsabhängig - Vorschläge zur Entsiegelung, zu Verzögerung des Regenwasserabflusses fallen darunter und sollen im Rahmen des Wettbewerbs verortet werden. 
Kriterien zur Bewertung der Arbeiten

Die eingegangenen Arbeiten wurden unter anderem nach den folgenden Kriterien bewertet:

  • Leitidee und konzeptionelle Qualität
  • Städtebauliche und freiräumliche Qualität
  • Gestaltqualität des öffentlichen Raums inkl. Nutzungs- und Aufenthaltsqualität
  • Erfüllung der funktionalen Anforderungen (u.a. Verkehrsfunktionen, Freiraumfunktionen)
  • Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
  • Realisierbarkeit der Vorschläge
  • Realisierbarkeit in Bauabschnitten

Die dargestellte Reihenfolge der Aspekte ist keine Wertung. Das Preisgericht behält sich für die Bewertung der eingereichten Arbeiten vor, die angegebenen Kriterien zu differenzieren und eine Gewichtung vorzunehmen.

Preise und Anerkennungen

Als Bearbeitungshonorar stellt die Landeshauptstadt als Ausloberin eine Summe von 114.000 Euro zur Verfügung. Sie wird je zu gleichen Teilen an die teilnehmendem Büros ausgeschüttet, sofern die in der Auslobung definierten Leistungen vollständig erbracht wurden.

Folgende Preise und Anerkennungen werden insgesamt 110.000 Euro vergeben:

  • 1. Preis 44.000 Euro
  • 2. Preis 33.000 Euro
  • 3. Preis 22.000 Euro
  • Zwei Anerkennungen mit je 5.500 Euro für bemerkenswerte Teilleistungen.

Das Preisgericht behält sich vor, durch einstimmigen Beschluss die Wettbewerbssume anders aufzuteilen. Die Wettbewerbssumme kommt dabei immer zur Ausschüttung.


Die Entscheidungen des Preisgerichts werden mehrheitlich getroffen.

Fachpreisrichter*innen, stimmberechtigt
  1. Doris Grondke, Stadträtin für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt, Landeshauptstadt Kiel
  2. Martin Rein-Cano, Berlin
  3. AW Faust, Berlin
  4. Prof. Kees Christiaanse, Rotterdam
  5. Prof. Kunibert Wachten, Dortmund
  6. Prof. Dr. Hartmut Topp, Kaiserslautern
Fachpreisrichter*innen, Stellvertretungen
  1. Florian Gosmann,  Leiter Stadtplanungsamt Kiel
  2. René Rheims, Krefeld
  3. Prof. Carsten Gertz, Hamburg
Sachpreisrichter*innen, stimmberechtigt

  1. Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, Landeshauptstadt Kiel
  2. Silke Nowotny, Referatsleiterin Städtebauförderung, Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung Schleswig-Holstein
  3. Wolfgang Erichsen - Vorsitzender Forum Innenstadt
  4. Uwe König, Vorsitzender Förderkreis Altstadt
  5. Fabian Winkler, Vorsitzender Ortsbeirat Mitte

Sachpreisrichter*innen, Stellvertretungen
  1. Jochen Schulz, 1. stellvertretender Vorsitzender Ortsbeirat Mitte
  2. Marion Wecken, Referat Städtebauförderung, Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung Schleswig-Holstein
 
Das Wettbewerbsgebiet
Karte des Wettbewerbsgebiets
 

 

 

19. August 2021
Die Ratsversammlung beschließt, dass das mit dem 1. Preis ausgezeichnete Büro mit der Umsetzungsplanung beauftragt wird und der 1. Bauabschnitt planerisch weiter ausgearbeitet werden soll.


Juni 2021
Ausstellung von Auszügen aus den Entwürfen der Preisträger*innen und die Anerkennungen in Schaufenstern von fünf Geschäften im Wettbewerbsgebiet.
 

Ab Mitte Mai 2021
Die Wettbewerbsbeiträge sind auf www.kiel.de zu sehen.
 

11. / 12. Mai 2021
Preisgerichtssitzung - Am Ende des Wettbewerbsverfahrens beraten Fachleute unter anderem aus den Bereichen Landschaftsarchitektur, Architektur, Verkehrs- und Stadtplanung sowie aus der Stadtverwaltung, dem Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein und Kaufleute über die Ergebnisse und wählen den besten Entwurf für die weitere Bearbeitung aus. Ursprünglich war die Sitzung für den 1. und 2. Dezember 2020 vorgesehen. Coronabedingt musste die Jurysitzung verschoben werden. 

 
30. Juni 2020 - 11. November 2020
Europaweite Bekanntmachung des Wettbewerbs - Der Wettbewerb ist so umfangreich, dass er nach den Vorschriften des Vergaberechts europaweit ausgeschrieben werden muss. Aus den zahlreichen Bewerbungen wurden 15 Teilnehmer*innen / Büros ausgewählt. Die Abgabefrist läuft bis 11. November
 

4. Juni 2020
Beschluss im Bauauschuss über den Auslobungstext und die Durchführung des Wettbewerbs
 

17. Dezember 2019
Vorstellung der Wettbewerbs-Auslobung im Ortsberat Mitte
 

7. September 2018
Bürgerbeteiligungs-Veranstaltung Offenes Innenstadtatelier - Einen Tag lang stand die Stadtverwaltung im Holstentörn für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Viele Ideen und Wünsche der Bürger*innen sind in die Wettbewerbsbedingungen eingeflossen.