Warnung, Vorsorge und Verhalten
Krisenvorsorge und Katastrophenschutz in Kiel

Wer vorbereitet ist, kann sich besser schützen. Gute Vorsorge ist eine echte Entlastung. Sowohl für Sie selbst als auch für die Einsatzkräfte. Der Katastrophenschutz in der Landeshauptstadt Kiel ist für Krisenlagen vorbereitet. Hier finden Sie Infos, die Sie sich in Ruhe ansehen können – und hoffentlich sehr selten brauchen.

Unser Alltag kann aus vielen Gründen unterbrochen werden: Ein Unfall, Extremwetter oder auch ein gezielter Angriff können Strom-, Wasser-, Gas- oder Mobilfunknetze beschädigen.

Auch Cyberattacken können Systeme stören, auf die wir täglich angewiesen sind – etwa in Krankenhäusern, bei Versorgern oder im Supermarkt. Dazu kommt: Eine einzelne Störung kann mehrere Bereiche gleichzeitig beeinflussen und viele Menschen betreffen.

 

Wie sorge ich richtig vor?

In Krisensituationen kann es manchmal dauern, bis Rettungskräfte zur Hilfe kommen können. Daher ist es wichtig, dass sich jeder eine Zeit lang selbst versorgen kann.

72 Stunden. Mindestens so lange sollte sich jeder Haushalt im Ernstfall selbst versorgen können. Das empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Und genau das empfehlen wir auch.

Zeit ist ein entscheidender Faktor. In den ersten drei Tagen einer Katastrophe konzentrieren sich die Einsatzkräfte zuerst auf das Dringendste: akut bedrohte Menschen retten und die kritische Infrastruktur stabilisieren. Also etwa Krankenhäuser, Strom- und Wasserversorgung und wichtige Kommunikationswege. 

Wer also für diesen Zeitraum vorbereitet ist, hilft am Ende nicht nur sich und der eigenen Familie, sondern hält unseren Einsatzkräften, Behörden und Hilfsorganisationen in dieser wichtigen Phase auch den Rücken frei – Selbstvorsorge hilft allen.

Übrigens: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, Lebensmittel und Getränke für zehn Tage zu bevorraten. Zehn Tage sind also gut. Drei Tage sind jedoch schon mal ein guter Anfang.

Für Wasservorräte gilt übrigens die Faustregel: Zwei Liter je Tag und Person.

 

 
 

Wie werde ich gewarnt?

Anlässe für Warnungen können sehr unterschiedlich sein. Deshalb ist es wichtig, sich über mögliche Ereignisse und Notsituationen vorher zu informieren.

Wer bereits weiß, was auf einen zukommen kann, reagiert beim Eintreffen einer Warnung besonnener und ruhiger und kann sich besser schützen.

Die zuständigen Behörden warnen auf verschiedenen Kanälen vor Gefahren, wie zum Beispiel Warn-Apps, Stadtinformationstafeln, Sirenen, Internetseiten, Soziale Medien, Fernsehen und Radio. Zusätzlich kann auch über den Cellbroadcast per Handy gewarnt werden. Neben der Warnung selbst, werden auch immer Handlungsempfehlungen mitgegeben, die auf das jeweilige Ereignis abgestimmt sind.

 Sollte sich die Situation im Verlauf verändern, werden Aktualisierungen oder Entwarnungen über die gleichen Kanäle herausgegeben, wie zuvor die Warnung.

Mit der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz Warn-App NINA, erhalten Sie wichtige Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für unterschiedliche Gefahrenlagen wie zum Beispiel Gefahrstoffausbreitung oder einen Großbrand. 

Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen der zuständigen Stellen der Bundesländer sind ebenfalls in die Warn-App integriert.

Weiter Informationen zur NINA WarnAPP

Die Landeshauptstadt Kiel ist in den Sozialen Netzwerken auf Instagram und Facebook vertreten - sowohl mit gesamtstädtischen Kanälen, als auch mit Kanälen der Feuerwehr.  Alle werden in einer Krise mit den nötigen Informationen bespielt.

Instagram Stadt www.instagram.com/kiel.de

Instagram Feuerwehr www.instagram.com/feuerwehr_kiel

Facebook Stadtwww.facebook.com/Kiel.Landeshauptstadt

Facebook Feuerwehrwww.facebook.com/fwkiel

Cell Broadcast ist ein Mobilfunkdienst mit dem Warnungen als Push-Nachrichten direkt an Smartphones geschickt werden können. Dadurch lassen sich eine Vielzahl von Personen erreichen und der Warnmix wird optimal ergänzt. Übermittelt werden Textnachrichten mit maximal 500 Zeichen, keine Bilder oder Karten. Zusätzlich können akustische, visuelle und haptische Signale auf den Erhalt der Meldung hinweisen. Weitergehende Informationen und Handlungsempfehlungen können dann z.B. in der Nina Warnapp oder im Bundeswarnportal nachgelesen werden.

Um Warnungen über Cell Broadcast erhalten zu können, muss das Smartphone eingeschaltet sein, über ein aktuelles Betriebssystem verfügen und darf sich nicht im Flugmodus befinden. 

Weiter Informationen zum Cell Broadcast
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Zwei Megaphone
 

Wie verhalte ich mich im Krisenfall?

In den Warnungen stehen Handlungsempfehlungen - diese sollten Sie ernst nehmen und befolgen.

Es gibt aber für unterschiedliche Lagen auch Grundsätze, mit denen Sie sich bereits im Vorfeld vertraut machen können.

 
 

Hochwasser

Sturmflutszenarien werden in Schleswig-Holstein vorwiegend mit der Nordseeküste verbunden. Aber auch an der Ostsee gibt es einige überflutungsgefährdete Bereiche.

Weitere Infos
Handlungsempfehlungen des Landes  

Hitze

Über einen längeren Zeitraum anhaltende Hitzewellen übersteigen in unseren Breiten oftmals die Anpassungsfähigkeit insbesondere der älteren Bevölkerung. Auch die Infrastruktur ist häufig nicht darauf eingerichtet. So war die Hitzewelle im Sommer 2003 Anlass, das Hitzewarnsystem beim Deutschen Wetterdienst einzurichten.

Weitere Infos
Handlungsempfehlungen des Landes  

Starkregen

Starke Regenfälle kommen häufiger vor als früher. Außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen fallen dann in kurzer Zeit und führen zu Überflutungen auf Straßen und Grundstücken.

Weitere Infos
Handlungsempfehlungen des Landes  

Sturm

Ab einer Windgeschwindigkeit von 75 Stundenkilometern spricht man von einem Sturm, bei über 118 Stundenkilometern von einem Orkan. Die auftretenden Böen haben viel Kraft und können Schäden an Gebäuden verursachen oder zu umstürzenden Bäumen führen.

Handlungsempfehlungen des BBK  

Schnee

So schön eine verschneite Winterlandschaft ist - sie kann auch Gefahren bergen. Hohe Schneelasten können beispielweise die Statik von Gebäuden gefährden. Starke Schneefälle und Vereisungen führen oft zu beschädigten Stromleitungen.

Handlungsempfehlungen des BBK

Deutschland ist ein Industriestandort. Es gibt viele Unternehmen, die chemische Stoffe verarbeiten. Diese Unternehmen erfüllen umfangreiche Auflagen. Sie müssen eigene Feuerwehren einrichten und die Anwohner*innen sofort informieren, falls bei einem Unfall zum Beispiel gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt werden. 

Für Betroffene ist es oft schwer, die Auswirkung von chemischen Stoffen einzuschätzen. Öffentliche Feuerwehren und Unternehmen arbeiten in solchen Fällen eng zusammen, um die Gefahr abzuwehren sowie die Bevölkerung zu warnen und Handlungsempfehlungen zu geben.

Handlungsempfehlungen des BBK

Wenn die Versorgung mit elektrischem Strom ausbleibt, hat das direkte schwerwiegende Auswirkungen auf unseren Alltag. Nicht nur private Haushalte können betroffen sein, sondern auch Tankstellen, Lebensmittelgeschäfte, Banken, Ampelanlagen, Aufzüge etc. Häufig fallen auch die Telefonnetze aus. 

Erklärvideo: Was tun bei Stromausfall?
Handlungsempfehlungen des Landes
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In unserem hochindustrialisierten Land sind die meisten Menschen auf eine Infrastruktur angewiesen, die sie mit Strom, Gas, Fernwärme, Telekommunikation, Trinkwasser, Abwasserversorgung und einem Internetzugang versorgt. Die wichtigsten Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäuser haben Notsysteme, um eine mögliche Versorgungslücke für eine kurze Zeit überbrücken zu können. In solchen Situationen, die den Alltag unmittelbar beeinflussen, sind ständige aktuelle Informationen zur Lage, Schutzempfehlungen und direkte Ansprechstellen besonders wichtig. Diese Informationen können auch Teil einer Warnung sein.

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Bakterien, Viren, Pilze oder biologische Gifte können die Gesundheit von Menschen und Tieren gefährden. Handelt es sich um besonders ansteckende Infektionskrankheiten, die sich schnell verbreiten, sprechen wir von Epidemien oder Pandemien bzw. bei Tieren von Seuchen. Warnungen geben auch hier Empfehlungen zum Schutz der eigenen Gesundheit und zum Schutz der Nutz- und Haustiere. In Fällen, in denen die Behörden verpflichtende Anordnungen aussprechen (zum Beispiel die Pflicht zur Aufstallung von Nutztieren), können diese Informationen auch über die Warnung weitergegeben werden.

Vor Bränden wird dann gewarnt, wenn ein größerer Bereich betroffen ist und Anwohner*innen sich schützen müssen, entweder vor den Brandgasen durch Schließen von Fenstern und Türen oder - zum Beispiel bei großflächigen Waldbränden - vor dem Feuer selbst durch Evakuierung. 

In besonders trockenen Wetterperioden warnen die Behörden auch vor Brandgefahr. Dann muss offenes Feuer, Feuerwerk oder Rauchen im betroffenen Gebiet vermieden werden.

Handlungsempfehlungen des BBK
 
 

Wo finde ich Notfallinfopunkte?

In der Landeshauptstadt Kiel stehen flächendeckend Notfall-Infopunkte zur Verfügung. Davon sind 14 ortsfest vorgeplant - die meisten in Feuerwehrhäusern. Zusätzlich können 18 mobile Infopunkte aufgebaut und der Lage entsprechend entwickelt werden.

An Notfallinfopunkten erhalten Sie in besonderen Lagen wichtige Informationen und Unterstützung. Außerdem kann an diesen Stellen ein Notruf abgesetzt werden.

 

Schild an einem Notfallinfopunkt

 

Notfallinfopunkte an festen Orten

 
 

Welche Notrufnummern muss ich kennen?

Hier finden Sie wichtige Telefonnummern, mit denen Sie im Notfall Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei erreichen.

Herzinfarkt, Schlaganfall, schwere Unfälle am Arbeitsplatz, in Haushalt, Schule oder Verkehr: Bei medizinischen Notfällen wie diesen, alarmieren Sie bitte den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112. Unter derselben Notrufnummer können Sie bei Bränden auch die Feuerwehr erreichen. 

Den Notruf können Sie vom Mobil- und Festnetz-Telefon ohne Vorwahl wählen - sie gelangen dann automatisch zur nächstgelegenen Notrufzentrale. Die Person mit der sie dort sprechen, wird gezielte Fragen stellen, um die passenden Rettungsmittel zu Ihnen zu alarmieren:

  • Was ist passiert?
  • Wo ist es passiert?
  • Wer ist verletzt/krank?
  • Wie viel Verletzte gibt es?
  • Wer ruft an?

 

Bleiben Sie beim Telefonat ruhig, beantworten Sie die Fragen so gut es geht. Warten Sie auf weitere Rückfragen. Und nennen Sie am Schluss Ihren Namen und die Telefonnummer, von der aus Sie anrufen.

Wählen Sie den Notruf der Polizei unter 110 , wenn Sie zum Beispiel Zeuge eines Unfalls sind, eine Straftat beobachten oder sehen, dass jemand in Gefahr ist.
Die Person, mit der Sie unter der 110 sprechen, wird Ihnen Fragen zum Sachverhalt stellen:

  • Was ist passiert?
  • Wo ist es passiert?
  • Wer ist beteiligt?
  • Wie viel Verletzte gibt es?
  • Wer ruft an?

Bleiben Sie beim Telefonat ruhig, beantworten Sie die Fragen so gut es geht. Warten Sie auf weitere Rückfragen. Und nennen Sie am Schluss Ihren Namen und die Telefonnummer, von der aus Sie anrufen.

Unter der Rufnummer 116117 erreichen Sie den Ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die kostenfreie Nummer gilt rund um die Uhr und deutschlandweit.

Die Ärzt*innen am Telefon helfen Kranken außerhalb der Sprechzeiten bei Krankheiten und Symptomen, die sonst in der Praxis behandelt werden, die aber nachts, an Feiertagen oder Wochenenden auftreten und deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann. 

Sprechen Sie mit Ärzt*innen am Telefon, die mit einer fachlichen Information helfen, müssen Sie nicht unbedingt zur Notaufnahme der nächsten Klinik fahren. Natürlich helfen die Ärzt*innen auch Eltern, wenn das Kind krank ist. Außerdem vermittelt die Hotline freie Termine bei Haus- und Fachärzt*innen in der Nähe.

Bitte nicht verwechseln: Der Ärztliche Notfalldienst ist kein Rettungsdienst!

Über die App Nora können Notrufe abgesetzt werden, ohne dass gesprochen werden muss. Das ermöglicht Menschen mit eingeschränkten Sprach- und Hörfähigkeiten den direkten Kontakt zu den Leitstellen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.

Nora nutzt die Standort-Funktion des Mobil-Geräts, um den genauen Standort an die zuständige Leitstelle zu übermitteln. So können Einsatzkräfte Hillfsuchende besser finden, auch wenn sie selber nicht genau wissen, wo sie sind.

Weitere Infos zur Notruf-App nora
 
 

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