Feuerwehr & Rettungsdienst

Sporttest zum Auswahlverfahren

Angehörige der Feuerwehr müssen hohen Belastungen gewachsen sein. Im Rahmen des Auswahlverfahrens ist ein umfangreicher Sporttest zu bewältigen. Hier wird Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft, Koordination und Beweglichkeit geprüft.

Nur wer geistig und körperlich topfit ist, kann den Anforderungen des Feuerwehrberufes langfristig standhalten. Um den Anforderungen der Einstellungsprüfung zu genügen, können Bewerberinnen und Bewerber durch ein gezieltes Vorbereitungstraining ihre Erfolgschancen steigern. Geprüft werden folgende Sportarten:
 

 Die Testaufgabe ,,Balancieren" dient der Überprüfung der Balancefähigkeit.

Testdurchführung

  • Ausgangsposition: Die Testperson steht ohne Schuhwerk vor dem Kasten als Aufstiegshilfe
  • Durchführung: Auf ein Startsignal besteigt die Testperson den Schwebebalken
  • Die Testperson balanciert über den Balken und nimmt am Ende des Balkens den Sandsack mit einer Hand auf, übertritt die Wendemarkierung, macht eine halbe Drehung und transportiert den Sandsack in einer Hand zum Balkenanfang. Innerhalb der Wendemarkierung dreht die Testperson erneut um, verlagert den Sandsack in die andere Hand und tranportiert diesen zurück. Am Ende des Balkens wird der Sandsack in der Markierung abgelegt. Nach einer abschließenden halben Drehung balanciert die Testperson zurück zum Anfang und steigt kontrolliert ab.
    Während des Balancierens wird jeweils in der Mitte des Balkens ein Medizinball überstiegen (kein seitliches Vorbeiführen der Beine)

Fehlerquellen

  • Verlust des Gleichgewichts: Die Testperson fällt vom Balken.
  • Keine Hindernisüberquerung: Die Testperson reißt das Hindernis um.
  • Fallen des Sandsacks: Die Testperson lässt den Sandsack während des Balancierens oder beim Aufnehmen/ Ablegen fallen.

Anforderung

  • <50 Sekunden
  • max. 2 Versuche

 

 

Balancieren auf dem Balken
Aufnehmen des Sandsacks
Transportieren des Sandsacks und übersteigen des Hindernis

Die Testaufgabe „Liegestütze“ überprüft die lokale dynamische Kraftausdauer der Armstreck- und Brustmuskulatur sowie die Rumpfstabilität.

Testdurchführung

Ausgangsposition:

  • Die Testperson nimmt eine Liegestützhaltung vorlings mit gestreckten Armen ein. Die Hände sind dabei auf Höhe der Schultergelenke auf dem Boden aufgestützt. Die Körperhaltung ist gestreckt bei geschlossenen Beinen.

 

Durchführung:

  • Auf Kommando beugt die Testperson bei gestreckter Körperhaltung die Arme bis der Ellbogenwinkel 90° beträgt (Dauer 2 s).
  • Auf Kommando streckt die Testperson bei gestreckter Körperhaltung die Arme bis der Ellbogenwinkel 180° beträgt (Dauer 2 s). Eine Hohlkreuzhaltung ist zu vermeiden.

Fehlerquellen

  • Fehlende Körperstreckung: Liegestütze, bei denen sich die Testperson im Hohlkreuz hochdrückt oder das Becken anhebt, werden nicht gezählt.
  • Öffnen der Beine: Liegestütz, bei denen die Beine nicht geschlossen sind, werden nicht gezählt.
  • Unvollständige Armstreckung/ -beugung: Liegestütze, bei denen die Testperson die Arme nicht ausreichend beugt (90°) und streckt (180°), werden nicht gezählt.
  • sofortiges Abbruchkriterium Ablegen eines Körperteils: Die Testperson legt den Oberkörper oder die Beine/ Knie ab.

Anforderungen

 

  • 12 Wiederholungen
  • max. 2 Versuche

 

Liegestütz
Liegestütz

 

Die Testaufgabe „Wechselsprünge“ dient der Überprüfung der Schnellkraftausdauer und der Reaktivkraftfähigkeit der unteren Extremitäten sowie der Ganzkörperkoordination unter Zeitdruck. Die Testperson springt mit beiden Beinen gleichzeitig so schnell wie möglich seitlich über eine 33 cm hohe Stange innerhalb von 30 s ≥ 42-mal hin und her.

Testdurchführung

Ausgangsposition:

  • Die Testperson steht absprungbereit seitlich zur Stange mit den Beinen hüftbreit auseinander.

Durchführung:

  • Nach dem Startkommando springt die Testperson mit beiden Beinen gleichzeitig seitlich über die Stange hin und her.
  • Dies wiederholt die Testperson ohne Unterbrechung und möglichst ohne Zwischensprünge bis der Testleiter den Test nach 30 s beendet.

Fehlerquellen

  • Einbeiniger Absprung: Sprünge, bei denen der Absprung einbeinig erfolgt, werden nicht gezählt.
  • Frontaler Wechselsprung: Sprünge, bei denen die Stange nicht seitlich übersprungen wird, werden nicht gezählt.
  • sofortiges Abbruchkriterium Umstoßen des Sprunghindernisses: Die Testperson stößt die Stange bzw. die Pylonen um.

Anforderungen

 

  • 42 Wiederholungen in 30 Sekunden
  • maximal 2 Versuche

 

Wechselsprung
Wechselsprung
Wechselsprung

Die Testaufgabe „Beugehang“ dient der Überprüfung der lokalen statischen Kraftausdauer der Armbeuge- und Handmuskulatur. Die Testperson hängt 45 s frei mit gebeugten Armen im Kammgriff an einer Stange, so dass das Kinn ohne Berührung über der Stange verbleibt.

Testdurchführung

Ausgangsposition:

  • Die Testperson greift schulterbreit im Kammgriff an die Klimmzugstange. Dann nimmt sie die Ausgangsposition mit gebeugten Armen ein, so dass das Kinn oberhalb der Klimmzugstange gehalten werden kann. Das Einnehmen der Ausgangsposition muss ohne freihängende Klimmzugbewegung direkt mit einer Aufstiegshilfe erfolgen können.

Durchführung:

  • Die Zeitmessung beginnt sobald die Testperson die Beugehangposition erreicht hat, in der sie 45 s bei ruhiger Körperhaltung verharrt.

Fehlerquellen

  • Unruhige Körperhaltung: Die Testperson fängt aufgrund nachlassender Kräfte an mit den Beinen zu strampeln oder zu schwingen, um das Kinn oberhalb der Stange zu halten. Die Verletzungsgefahr nimmt zu und die korrekte Testposition ist nicht mehr eindeutig erkennbar.
  • Griffhaltung weiter oder enger als Schulterbreit: Die Testperson ist in einer abweichenden Ausgangsposition gestartet oder verändert sie durch das Nachgreifen der Hände. Es werden andere muskuläre Anteile in die Testaufgabe einbezogen.
  • Ablegen des Kinns auf der Klimmzugstange: Die Testperson versucht bei nachlassenden
    Kräften eine Entlastung zu finden, indem sie das Kinn aufstützt.
  • sofortiges Abbruchkriterium: Verlassen der gültigen Halteposition, Wechsel der Griffhaltung

Anforderung

  • 45 Sekunden
  • maximal 2 Versuche
Beugehang

Die Testaufgabe „seitlicher Medizinballwurf“ überprüft die Schnellkraft und die Koordination der Bein-, Rumpf- und Armmuskelkette. Die Testperson wirft in einem Wertungsdurchgang pro Seite einen 4 kg Medizinball möglichst weit (≥ 7,50 m) aus einer aufeinander abgestimmten Beinstreckung, Rumpfrotation und seitlich geführten Wurfbewegung nach vorn.

Testdurchführung

Ausgangsposition:

  • Die Testperson steht seitlich zur Abwurflinie und greift den Medizinball mit beiden Händen. Sie nimmt eine deutliche Kniebeugeposition (100-120° innerer Kniewinkel) ein. Sie rotiert den Oberkörper in gestreckter Haltung leicht entgegengesetzt zur Wurfrichtung, so dass der Medizinball mit gestreckten Armen seitlich außen neben dem Knie gehalten werden kann.

Durchführung:

  • Aus einer aufeinander abgestimmten Beinstre-ckung, Rumpfrotation und seitlich geführten Wurfbewegung wird der Medizinball soweit wie möglich nach vorn geworfen. Ein weiteres Schwungholen durch starke Oberkörperrotation oder starkes Vorbeugen im Oberkörper ist untersagt. Der Abwurf erfolgt über Schulterhöhe.

Fehlerquellen

  • Übertreten der Abwurflinie
  • Einhändiger Wurf
  • Störungen in der Wurfabfolge: Würfe, bei denen die Testperson die Bein- und Oberkörperstreckung nicht zur Wurfbewegung abstimmt, werden nicht gezählt.
  • Abwurf unter Schulterhöhe

Anforderungen

  • 7,50 Meter nach links und rechts
  • maximal 2 Versuche pro Seite

 

Medizinballwurf
Medizinballwurf
Medizinballwurf

Die Testaufgabe „Closed Kinetic Chain Upper Extremity (CKCU)-Test“ überprüft die Schnellkraftausdauer der Arm-, Schulter- und Brustmuskulatur, die dynamische Rumpfstabilität sowie die Armkoordination unter Zeitdruck. Die Testperson greift aus dem Stütz schnellstmöglich in 15 s ≥ 23-mal mit den Händen aus einer 90 cm breiten Markierungszone wechselseitig über.

Testdurchführung

Ausgangsposition:

  • Die Testperson nimmt eine Liegestützhaltung vorlings mit gestreckten Armen ein. Die Hände sind dabei auf Höhe der Schultergelenke innen an den Markierungen (90 cm) auf dem Boden platziert. Die Körperhaltung ist gestreckt bei geschlossenen Beinen.

Durchführung:

  • Auf ein Startsignal greift die Testperson schnellstmöglich, wechselseitig mit den Fingerspitzen seitlich über die Markierungen, wobei die Stützhand neben der jeweiligen Markierung platziert ist. Die Körperhaltung verbleibt gestreckt mit geschlossenen Beinen. Eine Hohlkreuzhaltung oder das Anheben des Beckens ist zu vermeiden.

Fehlerquellen

  • Fehlende Körperstreckung
  • Unvollständiges Übergreifen
  • Öffnen der Beine
  • sofortiges Abbruchkriterium: Ablegen eines Körperteils

Anforderungen

  • 23 Wiederholungen in 15 Sekunden
  • maximal 2 Versuche
CKCU Test
CKCU Test
CKCU Test

Die Testaufgabe „Kasten-Bumerang-Test“ überprüft die Ganzkörperkoordination innerhalb einer komplexen Bewegungsaufgabe. Die Testperson durchläuft schnellstmöglich nach einem festgelegten Laufweg innerhalb von ≤ 19 s den Parcours aus drei Kastenteilen, die einerseits übersprungen und andererseits durchkrochen werden müssen.

Testdurchführung

Ausgangsposition:

  • Die Testperson steht in Schrittstellung vor der Mattenkante, die als Start-/ Ziellinie fungiert.

Durchführung:

  • Nach dem Startsignal beginnt die Testperson mit einer Rolle vorwärts über die Matte den Parcours.
  • Die Testperson läuft zum Kastenteil 1, indem sie den Medizinball rechts umläuft. Sie überspringt das Kastenteil 1 und durchkriecht es in Richtung des Medizinballs. In der Folge umläuft die Testperson jeweils rechts den Medizinball auf dem Weg zu den Kastenteilen 2 + 3, die sie ebenfalls überspringt und durchkriecht.
  • Nach Kastenteil 3 umläuft die Testperson den Medizinball wieder rechts und läuft auf der rechten Seite der Matte bis hinter die Start-/ Ziellinie.

Fehlerquellen

  • Falscher Laufweg
  • nicht vollständiges überspringen des Kastens

Anforderungen

  • < 19 Sekunden
  • maximal 2 Versuche 

Aufbauuchema Kastenbumerang Test
Aufbauuchema Kastenbumerang Test
Kasten Bumerang Test
Kasten Bumerang Test
Kasten Bumerang Test
Kasten Bumerang Test

Die Testaufgabe „Personenrettung (Dummy ziehen)“ dient der Überprüfung einer berufsspezifischen Ganzkörperbelastung zur Kraftausdauer des Ober- und Unterkörpers, der Handkraft sowie der Ausdauer. Die Testperson zieht rückwärtig einen 75 kg schweren Dummy innerhalb von ≤ 60 s drei Runden insg. 66 m um zwei Pylonen herum (Pylonenabstand 11 m).

Testdurchführung

Ausgangsposition:

  • Der Dummy liegt mit dem Kopf in Zugrichtung vor der Start-/ Ziellinie.
  • Die Testperson greift den Dummy an den Schulterriemen, so dass der Oberkörper des Dummys vom Boden abhebt, die Beine jedoch noch vollständig aufliegen.
  • Die Testperson nimmt mit angehobenem Dummy eine aktionsbereite Startposition an der Startlinie mit dem Rücken zur Laufstrecke ein.

Durchführung:

  • Nach dem Startsignal beginnt die Testperson den Dummy schnellstmöglich, aber dennoch kontrolliert, rückwärtig über den Boden zu ziehen. Eine Grifferneuerung am Schulterriemen des Dummys ist erlaubt.
  • Die Pylonen signalisieren für die Testperson die jeweilige Wendemarkierung, um die sie den Dummy herumzieht.
  • Insgesamt wird der Dummy drei Runden um die Pylonen gezogen. Die Laufrichtung verbleibt immer rückwärtig.

Fehlerquellen

  • Zu hohes oder zu niedriges Anheben des Dummys
  • Einhändiges Ziehen / Falsche Griffhaltung
  • Berühren einer Pylone
  • Sofortiges Abbruchkriterium: Ablegen des Dummy, Hinfallen

 Anforderungen

  • Strecke in 60 Sekunden beenden
  • 1 Versuch

 

Dummy ziehen

Die Testaufgabe „3000 m-Lauf“ dient der Überprüfung der Grundlagenausdauer. Die Testperson läuft schnellstmöglich eine Strecke von 3000 m (≤ 15 min).

Testdurchführung

Ausgangsposition:

  • Die Testperson stellt sich im Hochstart an die Startlinie.

Durchführung:

  • Die Testperson läuft schnellstmöglich die Stre-cke von 3000 m (7,5 Stadionrunden).

Anforderungen

  • 3000 Meter in <15 Minuten