Zero.Waste.City.

Die Zero Waste-Strategie

Zero Waste – Null Abfall. Mit diesem Vorhaben schließt sich die Landeshauptstadt Kiel einer internationalen Bewegung an, die die nachhaltige Bewirtschaftung aller Ressourcen erreichen will. Hierzu gehören sowohl eine verantwortungsvolle Produktion wie auch ein bewusster Konsum.

Wir wollen die Verschwendung unserer Ressourcen vermeiden, indem sie erst gar nicht zu Abfall werden. Produkte und Materialien, auf die wir nicht verzichten können, sind verstärkt einer Wiederverwendung oder einem Recycling zuzuführen, anstatt sie als Abfälle zu verbrennen oder sie zu deponieren.

 

 

Icon Strategie

Hintergrund - Warum macht Kiel sich auf den Weg zu einer Zero.Waste.City?

Zwei Milliarden Tonnen - so viele Abfälle fallen jedes Jahr weltweit an. Deutschland ist im europäischen Vergleich mit seinem jährlichen Aufkommen an Verpackungsabfällen trauriger Spitzenreiter. Viel zu große Mengen dieser Abfälle werden in Drittländer exportiert, wo sie in Land, Wasser und Luft eingetragen werden.

Mit dem viel zu hohen Abfallaufkommen verschwenden wir nicht nur die kostbaren Ressourcen unserer Erde und verschmutzen die Umwelt, wir gefährden auch Tiere, tragen noch weiter zu den steigenden Temperaturen auf der Erde bei und schaden außerdem unserer eigenen Gesundheit. Aus diesen Gründen hat sich die Kieler Ratsversammlung im September 2018 dazu entschieden, dass die Landeshauptstadt Kiel Zero.Waste.City werden soll.
 

Weltweit zieht der hohe Ressourcenverbrauch immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Die Folgen der Ressourcengewinnung und deren Entsorgung als Abfall gehören zu den größten Umweltkrisen und sind internationales Diskussionsthema.

Die Zero Waste International Alliance (ZWIA) zählt auf Ihrer Homepage mehr als 60 gemeinnützige Organisationen, Gemeinden und Unternehmen auf insgesamt sechs Kontinenten, die sich der Zero Waste-Bewegung angeschlossen haben. Abfälle vermeiden und Ressourcen schonen steht hier an oberster Stelle. Auch die Europäische Union zielt mit der Revision der Abfallrahmenrichtlinie 2018 verstärkt auf eine Einhaltung der Abfallhierarchie ab.

Mit der Entwicklung eines Zero Waste-Konzeptes wird die Landeshauptstadt Kiel genau hier anknüpfen. Um die Ressourcen zu schonen und unsere Umwelt zu schützen, soll das Abfallaufkommen in Kiel zukünftig deutlich reduziert werden.

 

 

Kiels Weg zur Zero.Waste.City

Um die Verschwendung wertvoller Ressourcen als Abfall zu vermeiden und Umwelt und Klima zu schonen, hat sich die Ratsversammlung Kiel im September 2018 dazu entschieden, dass die Landeshauptstadt Kiel Zero.Waste.City wird. In einem ersten Schritt hat sich Kiel daraufhin als erste Stadt Deutschlands bei dem Netzwerk Zero Waste Europe registriert.

Nun wird in dem Zeitraum von Juli 2019 bis Ende August 2020 unter Begleitung des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und mit Unterstützung des lokal ansässigen Zero Waste Kiel Vereines gemeinsam mit den Kieler*innen, der Stadtverwaltung, dem Gewerbe, der Politik, den Vereinen und Initiativen ein selbstverpflichtendes Abfallvermeidungskonzept für Kiel entwickelt.
 

Dabei wird nicht nur die Ist-Situation in der Landeshauptstadt untersucht und ermittelt, wie viele Abfälle insgesamt auf dem Stadtgebiet anfallen, sondern auch evaluiert, wie hoch die Abfallvermeidungspotenziale sind.

Im Rahmen von fünf halbtägigen Workshops werden gemeinsam Maßnahmen für eine Reduktion des Kieler Abfallaufkommens entwickelt. Zusätzlich werden weltweite Best Practices zur Reduzierung des Abfallaufkommens recherchiert und deren Übertragbarkeit für Kiel diskutiert. Auch bestehende Initiativen, die sich bereits aktiv für eine Reduktion des Abfallaufkommens einsetzen, werden im Rahmen der Zero Waste-Konzepterstellung ermittelt.

Die gesammelten Maßnahmen werden dann im Rahmen einer Potenzialanalyse weiter untersucht. Mit welchen Maßnahmen können die Abfallmengen in Kiel am effektivsten reduziert werden und welche der Maßnahmen wirken sich auch neben dem Aspekt der reinen Abfallreduktion besonders positiv auf unsere Umwelt aus? Diese Fragen werden unter anderem beantwortet, um aus den identifizierten Abfallvermeidungspotenzialen und -maßnahmen eine Gesamtstrategie bis zum Jahr 2035 zu erarbeiten. Auch ein Ausblick bis zum Jahr 2050 wird gegeben.

Die Workshops werden in dem Zeitraum zwischen Oktober 2019 und Januar 2020 durchgeführt. Den Startschuss hat die Zero Waste-Auftaktveranstaltung am 04. September 2019 gegeben, welche an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel stattgefunden hat. Nach Fertigstellung des Zero Waste-Konzeptes im Frühjahr 2020 wird es außerdem eine öffentliche Abschlussveranstaltung geben.

Mit der Erstellung des Zero Waste-Konzeptes wird das Fundament zur Abfallvermeidung in Kiel gelegt. Um die in dem Konzept angestrebten Ziele zu erreichen wird ab Mai 2020 dann die Umsetzungsphase beginnen, in der die entwickelten Maßnahmen aktiv umgesetzt und das Konzept kontinuierlich weiterentwickelt wird.


 

Herausforderungen

Zero Waste - Null Abfall - ist ein ambitioniertes Ziel. Dieses Ziel lässt sich nicht von heute auf morgen erreichen , sondern über einen längeren Zeitraum hinweg umsetzen. Bei der Vermeidung von Abfällen bedarf es daher einer langfristig ausgerichteten Strategie, die über die nächsten Jahre und Jahrzehnte hinweg immer weiterentwickelt werden muss.  
 

Die Erstellung des Zero Waste-Konzeptes der Landeshauptstadt Kiel bis April 2020 stellt daher nur den ersten Schritt auf dem Weg zur Zero.Waste.City dar. Nachdem mit dem Zero Waste-Konzept das Fundament für die Abfallvermeidung in Kiel gelegt ist, wird es in die langfristig ausgelegte Umsetzungsphase gehen.

Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit auf vielen verschiedenen Ebenen. Nur gemeinsam mit allen Kieler*innen, den ansässigen Unternehmen, der Politik, den Vereinen und Initiativen und der Stadtverwaltung können auf allen Ebenen und in allen Bereichen Abfälle eingespart, Ressourcen geschont und Umwelt, Klima und menschliche Gesundheit geschützt werden.

Dabei muss nicht nur ein kontinuierliches Monitoring der entwickelten Abfallvermeidungsmaßnahmen stattfinden, sondern das Konzept muss fortwährend fortgeführt und mit neuen Zielen und Maßnahmen bestückt werden.