Nachhaltiges Kiel

Weniger Ungleichheit

Es ist bemerkenswert, dass die Agenda 2030 ein eigenständiges Ziel zur Reduzierung von Ungleichheiten beinhaltet. Damit bekennen sich die Regierungen weltweit dazu, dass sie die wachsende Ungleichheit als ein wichtiges Problem ansehen, das angegangen werden muss.

Kluft zwischen Arm und Reich ist gewachsen

Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Gewerkschaften, wie in Deutschland zum Beispiel das Bündnis „Reichtum umverteilen“, weisen darauf hin, dass die Kluft zwischen Arm und Reich innerhalb und zwischen Staaten wächst und fordern Gegenmaßnahmen von der Politik.

So ist die Einkommensungleichheit in Deutschland heute höher als noch vor 20 Jahren und die Einkommen der unteren 40 Prozent sind inflationsbereinigt seit dem Jahr 2000 gesunken. Das Vermögen ist in Deutschland viel ungleicher verteilt als zum Beispiel in Griechenland, Italien oder Frankreich: laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung besaßen die reichsten fünf Prozent im Jahr 2014 mit 51,1 Prozent mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens in Deutschland.

Ungleichheit wirkt sich negativ auf den Zusammenhalt einer Gesellschaft aus

Politiker und Wissenschaftler gehen inzwischen davon aus, dass zunehmende Ungleichheit dazu führt, den Zusammenhalt einer Gesellschaft zu gefährden und die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes negativ zu beeinflussen. Zu große Ungleichheit kann letztlich den sozialen Frieden eines Landes gefährden.

Verschiedene Formen der Ungleichheit

Dabei gibt es mehrere Perspektiven von Ungleichheit, die das SDG 10 in den Blick nimmt: zum einen geht es um die oben bereits erwähnte ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung. Politische Maßnahmen wie Beispielsweise die Einführung des Mindestlohnes oder die viel diskutierte, bisher noch nicht erfolgte Einführung einer Vermögenssteuer oder Vermögensabgabe können diese Einkommens- und Vermögensungleichheit abbauen.

Zum anderen geht es auch darum, Chancengerechtigkeit und die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen am gesellschaftlichen Leben zu fördern, um soziale Ungleichheit zu verhindern. Dies ist ein Bereich, auf den auch die Kommunen Einfluss haben.

Letztlich thematisiert das SDG 10 auch die globale Ungleichheit und fordert zum Beispiel, Entwicklungsländern mehr Mitsprachrechte in globalen Wirtschafts- und Finanzinstitutionen einzuräumen. Notwendig ist auch eine verstärkte internationale Bekämpfung der Steuerhinterziehungspraktiken von transnationalen Unternehmen und einheimischen Eliten.

Was tut Kiel gegen Ungleichheit?

Über die Einkommens- und Vermögensverteilung innerhalb der Landeshauptstadt Kiel liegen keine Daten vor. Der Kieler Sozialbericht bietet jedoch jede Menge andere Zahlen z.B. zu Arbeitslosigkeit, Gesundheit oder Sozialtransfers, die eine gute Grundlage bieten, um soziale Ungleichheit auch auf kommunaler Ebene anzugehen. 

Während die Sozial-, Lohn- und Steuerpolitik in Berlin entschieden wird, kann die Landeshauptstadt hier vor Ort dafür Sorge tragen, zum Beispiel allen Kieler Schülerinnen und Schülern möglichst gleiche Bildungschancen zu gewähren, Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben Kiels durch barrierefreien Zugang zu ermöglichen oder Menschen mit Migrationshintergrund eine gute Integration in unsere Stadtgesellschaft zu gewähren.

Hierzu gibt es von Seiten der Stadt eine große Vielzahl an Maßnahmen, Projekten und Beratungsangeboten für die unterschiedlichen Zielgruppen.

Teilhabe an der politischen Entscheidungsfindung

Auf politischer Ebene gibt es extra Beiräte für gesellschaftlich bedeutsame Gruppen, die die Arbeit der Ratsversammlung – Kiels Parlament - fachlich unterstützen.

Dazu zählen der Beirat für Seniorinnen und Senioren, der Beirat für Menschen mit Behinderungen sowie der Junge Rat, der Kinder und Jugendliche vertritt. Zudem gibt es seit einigen Jahren das Forum für Migrantinnen und Migranten. Diese Gremien erlauben diesen gesellschaftlichen Gruppen mehr Teilhabe und politische Mit- und Selbstbestimmung.

Für Toleranz und Vielfalt in der Stadtgesellschaft eintreten

Auch öffentliche Veranstaltungen und Projekte sind wichtig, um als Kommune deutlich für Toleranz und Vielfalt einzutreten. Vor diesem Hintergrund war es für Kiel eine besondere Ehre, im Mai 2018 die Special Olympics ausrichten und ein klares Zeichen für Inklusion setzten zu dürfen.

Auch die jährlich stattfindenden Tage der Vielfalt - ehemals Interkulturelle Wochen - sowie Kiels Teilnahme an den Internationalen Wochen gegen Rassismus oder die vielfältigen Aktivitäten im Rahmen der Partnerschaften für Demokratie machen deutlich, dass Kiel sich gegen jede Form der Diskriminierung stark macht. 

Zur Förderung des Zusammenlebens in Vielfalt hat die Landeshauptstadt Kiel auch den Fonds „Zusammenhalt stärken – Teilhabe sichern“ aufgelegt. Seit 2017 unterstützt das Förderprogramm Aktivitäten für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen, die Gründung neuer Netzwerke und eine tolerante und offene Kultur des Miteinanders.


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Leiterin des Büros des Stadtpräsidenten

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Koordinatorin kommunale Entwicklungspolitik

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