Luftreinhaltung

Akut: Luftreinhalteplanung für den Theodor-Heuss-Ring

Ballungsräume sind aufgrund des höheren Verkehrsaufkommens und der größeren Zahl an gewerblichen und industriellen Emittenten im Vergleich zu Umlandgemeinden meist von stärkeren Luftschadstoffbelastungen betroffen.

Gleichwohl ist die Luftqualität in Kiel im Vergleich zu anderen Ballungsräumen gut. Belastungen sind auf wenige, kleinräumige Abschnitte beschränkt.

Die höchsten Belastungen mit den typischen verkehrsbedingten Schadstoffen wie Feinstaub und Stickoxide werden in der Nähe von stark befahrenen Straßen gemessen. Mit zunehmender Entfernung von der Fahrbahn verringert sich die Schadstoffkonzentration schon deutlich.

Auch aufgrund anderer Schadstoffquellen muss im gesamten Stadtgebiet mit einer Grundbelastung gerechnet werden, die nicht vom Verkehr beeinflusst wird. Dies wird als städtische Hintergrundbelastung bezeichnet und ist typisch für städtische Wohngebiete.

Luftbild Theodor-Heuss-Ring

Der Luftreinhalteplan

Der aktuelle Luftreinhalteplan Kiel für den Bereich Bahnhofstraße zwischen Schwedendamm und Joachimplatz wurde im Juli 2009 durch das Umweltministerium des Landes Schleswig-Holstein in Kraft gesetzt.

Am Theodor-Heuss-Ring zwischen Krusenrotter Weg und Dithmarscher Straße werden an der Luftmessstation des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) seit mehreren Jahren Stickstoffdioxidkonzentrationen gemessen, die die Immissionsgrenzwerte weit überschreiten.

 

Fortschreibungs-Entwurf und Stellungnahme der Stadt liegen vor

Das Land hat am 28. Mai 2019 den neuen Entwurf des Luftreinhalteplans für die Landeshauptstadt Kiel vorgestellt. Er sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, um die Grenzwerte für Stickstoffdioxid am Theodor-Heuss-Ring künftig nicht mehr zu überschreiten. Der Entwurf lag bis Ende Juni 2019 öffentlich aus.

Nächster Schritt im Verfahren ist die Stellungnahme der Landeshauptstadt Kiel zum Entwurf. Diese Stellungnahme hat die Stadt am 12. Juli 2019 ans Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) übermittelt.


Schwerpunkte

Zusätzlich zu den bereits vorgeschlagenen Maßnahmen will die Stadtverwaltung ihre Anstrengungen verstärken, Berufspendler*innen umweltfreundliche Alternativen zum Auto anzubieten. Möglichst viele Berufstätige sollten mithilfe eines Jobtickets auf ein umweltfreundliches Verkehrsmittel umsteigen. Die Stadt will zum Beispiel mit einem verbilligt oder kostenlos angebotenen Jobticket spätestens ab August 2020 den städtischen Beschäftigen den Umstieg erleichtern. In einer gemeinsamen Aktion von Stadt, Unternehmen, Behörden und Einrichtungen soll möglichst vielen Kieler Beschäftigen ein attraktives Jobticket angeboten werden.

Hinzu kommen zum Beispiel Angebotsverbesserungen im ÖPNV, das neue Bike-Sharing-System Sprottenflotte, die Erprobung der kostenlosen Fahrradmitnahme auf der Schwentine-Fährlinie oder Carsharing-Angebote

Darüber hinaus setzt Kiel weiterhin auf den Einsatz von Luftfilteranlagen. Erste Tests verliefen positiv. Eine abschließende Beurteilung der Wirksamkeit durch das Umweltministerium steht noch aus. Laut Zusagen der Hersteller könnten diese Anlagen in 2020 kurzfristig geliefert und aufgestellt werden.

Anders als im Entwurf des Luftreinhalteplanes vorgesehen, schlägt die Landeshauptstadt Kiel vor, auf die Sperrung der Zufahrtsrampe in Verlängerung der Ratzeburger Straße und die Sperrung der Auffahrt zum Waldwiesenkreisel aus Gründen der Verhältnismäßigkeit zu verzichten.
 


Was geschieht als Nächstes?

Das generelle Ziel muss bleiben, die Kraftfahrzeuge als Verursacher der Emissionen sauberer zu bekommen. Das kann aber eine Stadt nicht lösen. Sie kann nur die punktuellen Belastungen senken.

Kiel tut das. Dazu prüft die Stadt, wie die Grenzwerte am Theodor-Heuss-Ring am besten eingehalten werden können.

Über den vollständigen Stand der Prüfungen, Pläne und Umsetzungen informiert die Verwaltung regelmäßig die Ratsversammlung, zuletzt in der Geschäftlichen Mitteilung 0234/2019. Hier finden sich auch aktuelle Gutachten, zum Beispiel zu den Umsetzungsfristen der Maßnahmen.
 

Vorläufige Messwerte für das erste Halbjahr 2019 vielversprechend

Schon jetzt zeichnet sich bei der Schadstoffbelastung am Theodor-Heuss-Ring eine Trendwende ab. Der Durchschnittswert für die Stickoxidbelastung im ersten Halbjahr 2019 lag bei 52,6 μg/m³ (Mikrogramm pro Kubikmeter), das sind 14,6 μg/m³ weniger als der Halbjahreswert im Vergleichszeitraum 2018. Weil in der zweiten Jahreshälfte die Belastung erfahrungsgemäß niedriger ist als in der ersten Jahreshälfte, erscheint für 2019 ein Jahresmittelwert unter 50 μg/m³ Stickoxidbelastung als realistisch.

Vorläufige Durchschnittswerte für NO2 für die Monate Januar - Juni 2019 im Vergleich zu den Vorjahren
Vorläufige Durchschnittswerte für NO2 für die Monate Januar - Juni 2019 im Vergleich zu den Vorjahren

Für die nächsten Maßnahmen ist folgende Zeitschiene vorgesehen:

 

  • Sperrung der Bahnhofstraße für Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen ab 1. Dezember 2019. Die LKWs fahren dann von der Werftstraße über Gablenzstraße / Sophienblatt / Hamburger Chaussee / Waldwiesenkreisel zum Theodor-Heuss-Ring (B 76) beziehungsweise von der Kaistraße über den Ziegelteich und Schützenwall zur A 215 und B 76.

    Für diese neuen Verkehrsführungen sind die großen Kreuzungen Sophienblatt / Hummelwiese / Gablenzstraße im September und Exerzierplatz / Kronshagener Weg / Schützenwall Anfang November angepasst worden. Damit ist die Grundlage geschaffen, um den Lkw-Verkehr von den Skandinavienfähren und den Werften in Richtung Hamburg (A 215) und Lübeck (A 21) umzuleiten. Die durch die Sperrung verursachten Verkehrsverlagerungen und die damit entstehenden zusätzlichen Belastungen auf den Ausweichstrecken werden in der Gesamtabwägung als nicht so stark eingestuft wie die Belastungen bei einem möglichen Fahrverbot.
     
  • Zufluss am Überflieger: Herbst 2019
     
  • Sanierung der Brückenbauwerke Barkauer Kreuz und Waldwiese, Einbau eines photokatalytischen Belags in den Nebenflächen des Theodor-Heuss-Rings sowie dauerhafter Umbau der Einmündungen: ab April 2020.
     

Der Verkehr soll stetiger fließen und nicht ins Stocken kommen.

  • Deswegen sind seit den Osterferien 2019 einige kleinere Zufahrten zum Theodor-Heuss-Ring aufgehoben worden. Die zunächst ebenfalls gesperrte Auffahrt vom Gewerbegebiet Stormarnstraße / Ratzeburger Straße wurde in der 20. Kalenderwoche wieder freigegeben.
Karte
Änderungen in der Verkehrsführung

 

  • In beiden Richtungen gilt in diesem Straßenabschnitt Tempo 50
  • Der Verkehr vom Schwedenkai zur Autobahn wird statt über die Bahnhofstraße über den Schützenwall geleitet. Markierung und Beschilderung sind entsprechend angepasst und die Ampelschaltungen darauf eingestellt worden.

 

Die Firma Purevento aus Trittau hat der Landeshauptstadt Kiel kostenfrei einen Test mit einer strombetriebenen Pilotanlage angeboten. Die Stadt und das Umweltministerium erkunden zusammen mit der Firma, ob eine aktive Luftreinigung dazu beitragen kann, die Schadstoffgrenzwerte am Theodor-Heuss-Ring einzuhalten.

Das zweistufige Filtersystem enthält einen Filter für Feinstaub sowie eine Aktivkohle-Filterebene für gasförmige Schadstoffe - zum Beispiel Stickstoffdioxid. Die Anlage ist 4,80 Meter lang, 2,40 Meter breit und 2,50 Meter hoch, fahrbar und mit einer einklappbaren Anhängerdeichsel versehen. 

Der Stadt liegen mittlerweile auch Angebote von zwei weiteren Herstellern von Luftreinigungsanlagen vor. 

Testphase 2

Vom 1. - 3. April 2019 wurde das neue, kalibrierte Messgerät am Theodor-Heuss-Ring direkt neben dem Messgerät des Landes platziert und mit ihm abgeglichen.

Das Gerät ist mobil konzipiert und steht auf einem Schiebegestell.

Vom 3. - 9. April stand erneut das Luftreinigungsgerät am Theodor-Heuss-Ring. Das Messgerät ist in dieser Zeit in verschiedenen Szenarien eingesetzt worden. Das bedeutet, es hat mehrfach den Ort gewechselt. Der Reiniger wurde zu unterschiedlichen Zeit aus- und eingeschaltet.

Das Umweltministerium beziehungsweise die Lufthygienische Überwachung Schleswig-Holstein (LÜSH) haben die Messungen des Anbieters begleitet. Die Vor-Ort-Messungen können nur eine Momentaufnahme darstellen. In einem weiteren Schritt ist eine Computerberechnung nötig, um Jahresmittelwerte zu ermitteln. Die Messungen und das Gutachten müssen dann vom Land ausgewertet werden.
 

Testphase 1
Karte Standort der Testanlage
Standort der Testanlage im Februar 2019

Am 6. Februar wurde die Versuchsanlage auf dem Radweg zwischen Dithmarscher Straße und Krusenrotter Weg am Fahrbahnrand des Theodor-Heuss-Rings aufgestellt, um die Auspuffgase der dort vorbeifahrenden Autos abzusaugen.

Damit begann ein ein- bis zweiwöchiger Test, mit dem zunächst Handhabung, Optik, Ansaugkraft, Auslass-Stärke und Lautstärke geprüft werden. Die Herstellerfirma gibt einen Schallpegel von 75 dB(A) für die Anlage bei Volllast an. Nachts lief die Anlage nicht, nur tagsüber an vier bis sechs Stunden zu Stoßzeiten.

Nach dieser ersten Testphase ging die Pilotanlage in weitere interessierte Kommunen. Vom 3. - 9. April 2019 wird sie erneut in Kiel aufgestellt. Dann zeichnet ein zertifiziertes mobiles Messgerät die Daten zur Wirksamkeit auf und ermöglicht auch einen Datenvergleich mit der von der Landesbehörde betriebenen stationären Messanlage. Die Stadt erwartet nicht, dass die Anlage allein zur Grenzwertunterschreitung führt, aber einen deutlichen Beitrag zur Reduzierung der Luftschadstoffbelastung leisten kann.

Verläuft auch dieser zweite, mehrtägige Test erfolgreich, könnten gegebenenfalls mehrere Anlagencontainer auf knapp 200 Metern Länge am Theodor-Heuss-Ring verteilt für reinere Luft sorgen, und zwar solange, wie die Verursacher der Schadstoffe - das sind vor allem die Kraftfahrzeuge - nicht entsprechend nachgerüstet oder ersetzt sind.

Zum Herunterladen: Datenblatt zur Versuchsanlage

www.purevento.com

 

Angebote von zwei weiteren Herstellern

air2public GmbH

Die Firma air2public GmbH hat vorgeschlagen, auf dem Mittelstreifen des Theodor-Heuss-Ringes in der Nähe der Messstelle eine Filteranlage "smartAIR1" zu installieren, um damit die Feinstaub- und Stickoxidkonzentrationen zu reduzieren. Auf einer Länge von etwa 200 Metern soll bodennah die Luft angesaugt, der Filteranlage zugeführt und gereinigt in etwa 5 Metern Höhe horizontal ausgeblasen werden. Die erforderliche zentrale Technikeinheit soll mit einer Mediawand (z.B. unmittelbar vor der Fußgängerbrücke Krusenrotter Weg) kombiniert werden, um Werbeeinnahmen zu generieren.

Derzeit wird noch einmal intensiv geprüft, welches Genehmigungs- beziehungsweise Zulassungsverfahren für die Errichtung und den Betrieb einer solchen Anlage im Straßenkörper erforderlich wäre. In Kürze wird hierzu ein Rechtsgutachten vorliegen.

www.air2public.com/smartair1

 

MANN+HUMMEL

Als weiterer Anbieter einer Stickoxid-Filteranlage ist kürzlich die Firma MANN+HUMMEL an die Stadt herangetreten. Ihre bereits in Stuttgart installierten "Filter Cubes", die die schadstoffbelastete Luft ansaugen, können nun auch mit einem neuentwickelten Kombifiltermedium, das Feinstaub und Stickoxide binden soll, ausgerüstet werden.

Die einzelnen Blöcke können bei Bedarf modular zu einer höheren Säule verbunden werden. Eine Wirkungsanalyse wird durch die Herstellerfirma veranlasst, die Stadtverwaltung stellt die hierfür erforderlichen Verkehrs- und Umweltdaten zur Verfügung.

Informationen zur Technik

Mit einer am 25. März 2019 veröffentlichten Förderrichtlinie stellt das Land für Kommunen, in denen der NO2-Grenzwert überschritten wird, insgesamt 500.000 Euro für die Förderung technischer und baulicher Maßnahmen zur Verbesserung der Schadstoffsituation an städtischen Verkehrsschwerpunkten zur Verfügung. Für solche Maßnahmen übernimmt das Land bis zu 50 Prozent der Kosten. Was genau gefördert wird entscheidet das Verkehrsministerium auf Antrag der betroffenen Kommunen.

Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer: „Wir freuen uns über die vom Land bereitgestellten Fördergelder und prüfen derzeit, für welche Maßnahmen zur Luftreinhaltung wir sie beantragen werden. Dafür kommen auch die Luftfilteranlagen in Betracht sofern deren Wirksamkeit nachgewiesen ist und vom Umweltministerium anerkannt wird.“

Die Meldung des Landes finden Sie hier.

 

Ziel des „Sofortprogramms Saubere Luft“ der Bundesregierung ist die schnelle und nachhaltige Verbesserung der Luftqualität
in den Kommunen, in denen der Luftqualitätsgrenzwert für das Jahresmittel bei Stickstoffdioxid überschritten wird. Das Programm ist mit 1,5 Milliarden Euro ausgestattet.

Gegenstand des Programms sind Maßnahmen für die Elektrifizierung des urbanen Verkehrs und die Errichtung von Ladeinfrastruktur, Maßnahmen für die Digitalisierung von Verkehrssystemen oder Maßnahmen zur Nachrüstung von Diesel-Bussen im ÖPNV.
 

Auch für die private Wirtschaft

Förderung gibt es unter anderem auch für die Nachrüstung von schweren und leichten Handwerker- und Lieferfahrzeugen mit Stickoxidminderungssystemen, Kaufprämien für Elektrofahrzeuge sowie Förderungsmöglichkeiten für den Radverkehr.

Eine Übersicht über die Fördermöglichkeiten für die private Wirtschaft finden Sie hier.

Flyer des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

 

Kontakt:

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Geschäftsstelle des Sonderbeauftragten Sofortprogramm Saubere Luft

Projektgruppe Lotsenstelle
Invalidenstraße 44
10115 Berlin

030 18 300-6541 (Hotline Lotsenstelle)




Häufige Fragen

Immissionsgrenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2)

 

  • Der über ein Kalenderjahr gemittelte Immissionsgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) beträgt 40 µg/m³.
  • Der über eine volle Stunde gemittelte Immissionsgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) beträgt 200 µg/m³ bei 18 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr.

 

Werden Immissionsgrenzwerte für Schadstoffe überschritten, so sind entsprechend § 27 der Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen (39. BImSchV) Luftreinhaltepläne durch die zuständigen Behörden zu erstellen. 

 

Stickstoffdioxid - Jahresmittelwerte
Stickstoffdioxid: Jahresmittelwerte
Station
Grenzwert
µg/m³
2013
µg/m³
2014
µg/m³
2015
µg/m³
2016
µg/m³
2017
µg/m³

2018
µg/m³

Theodor-Heuss-Ring40676465655660
Bahnhofstraße40373741424139
Stickstoffdioxid: Anzahl der Überschreitungen der Stundenwerte > 200 µg/m³
Stickstoffdioxid: Anzahl der Überschreitungen der Stundenwerte > 200 µg/m³
StationGrenzwert201320142015201620172018
Theodor-Heuss-Ring1891120809
Bahnhofstraße18200000

Hauptverursacher für die Grenzwertüberschreitungen ist das hohe Verkehrsaufkommen auf dem Theodor-Heuss-Ring (~ 100.000 Kraftfahrzeuge an Werktagen) und der hohe Anteil an Diesel-Kraftfahrzeugen. 

 

Auf Grund der dauerhaften Überschreitung der Luftqualitätsgrenzwerte für Stickstoffdioxid muss der bestehende Luftreinhalteplan aus dem Jahr 2009, der bislang nur einen Abschnitt der Bahnhofstraße berücksichtigt, zwingend um den Theodor-Heuss-Ring zwischen Krusenrotter Weg und Dithmarscher Straße erweitert und fortgeschrieben werden.

Der derzeit gültige Luftreinhalteplan für Kiel  

 

Luftreinhaltepläne werden in Schleswig-Holstein durch das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) aufgestellt. Zuständig für die
Überwachungsmessungen ist das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

Der derzeit gültige Luftreinhalteplan für Kiel

Arbeitspapier zur Fortschreibung des Luftreinhalteplans Kiel (MELUND, 05/2018)

 

Zur Verbesserung der Luftqualität in Kiel und speziell am Theodor-Heuss-Ring sind eine Vielzahl von Maßnahmen vorstellbar. Diese lassen sich in folgende Kategorien einteilen:

  • Räumliche und zeitliche Verlagerung des Kfz-Verkehrs
    Verschiedene Fahrverbotsvarianten sowie weitere Möglichkeiten zur Verlagerung des Verkehrs.
  • Modale Verkehrsverlagerung
    Verlagerung des Kfz-Verkehrs auf andere Verkehrsmittel (ÖPNV, Rufservice, Fahrräder etc.).
  • Verstetigung des Verkehrsflusses
    Flüssigeren Verkehrsfluss am Theodor-Heuss-Ring ermöglichen und Stauanteile reduzieren.
  • Erneuerung und Elektrifizierung der Fahrzeugflotte
    Umstieg auf emissionsfreie oder moderne Fahrzeugantriebe mit deutlich reduzierten Emissionen im Stadtbetrieb.
  • Maßnahmen mit direkter Immissionswirkung
    Immissionsschutzwand oder die Filterung der schadstoffbelasteten Luft

Ein wichtiges Bewertungskriterium stellt dabei die kurzfristige Umsetzbarkeit der jeweiligen Maßnahme dar.

 

Durch zwei Gutachten werden zur Zeit die verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität untersucht. Inhaltlich stehen vor allem die verkehrlichen Auswirkungen im Vordergrund der Beurteilung.

Die Auswirkungen auf die NO2-Belastung am Theodor-Heuss-Ring und an den Ausweichstrecken müssen abschließend noch mit den Fachleuten Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) abgestimmt werden.

 


Maßnahmenkatalog

Die Landeshauptstadt Kiel hat am 17. Dezember 2018 ein Portfolio mit Maßnahmen, die innerhalb der nächsten 24 Monate umgesetzt werden können, und ein Gutachten zur Wirkungsanalyse (PTV-Gutachten) an das schleswig-holsteinische Umweltministerium übergeben.  Lesen Sie hier die Meldung dazu: Gesundheit schützen, Grenzwerte einhalten und Fahrverbote vermeiden

 

Das Umweltministerium (MELUND) ist aufgrund seiner Zuständigkeit für die Aufstellung des Luftreinhalteplans federführend verantwortlich. Die fachliche Bewertung von Maßnahmen zur Verbesserung der lufthygienischen Situation erfolgt durch das Landesamt.

Die Durchführung von straßenverkehrlichen und straßenbaulichen Maßnahmen liegt im Zuständigkeitsbereich der Landeshauptstadt Kiel. Dazu zählen beispielsweise Maßnahmen wie das Aufstellen von Straßenverkehrsschildern, die Koordinierung von Ampelschaltungen oder bauliche Maßnahmen der Streckenführung.

Bei der Aufstellung beziehungsweise Änderung eines Luftreinhalteplans wird die Öffentlichkeit von der zuständigen Behörde (MELUND) beteiligt. Der Luftreinhalteplan wird einen Monat lang ausgelegt. Bis zwei Wochen nach Ablauf der Auslegefrist kann gegenüber dem Umweltministerium dann Stellung genommen werden.

Diese Stellungnahmen werden bei der Entscheidung über die Annahme des Plans angemessen berücksichtigt. Anschließend wird die Landeshauptstadt Kiel um ihr verkehrsbehördliches Einvernehmen gebeten - erst nach dieser Erteilung kann der Luftreinhalteplan in Kraft treten. 


Klimaschutz & Masterplan

  

Kiel ist seit

1995

Klimaschutzstadt

Bis

2050

soll der Ausstoß von Treibhausgasen

um mindestens

95 %

im Vergleich zu 1990 reduziert werden.


Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020 – auch interessant für die lokale Wirtschaft

Ziel des „Sofortprogramms Saubere Luft“ der Bundesregierung ist die schnelle und nachhaltige Verbesserung der Luftqualität
in den Kommunen, in denen der Luftqualitätsgrenzwert für das Jahresmittel bei Stickstoffdioxid überschritten wird. Das Programm ist mit 1,5 Milliarden Euro ausgestattet.

Gegenstand des Programms sind Maßnahmen für die Elektrifizierung des urbanen Verkehrs und die Errichtung von Ladeinfrastruktur, Maßnahmen für die Digitalisierung von Verkehrssystemen, Maßnahmen zur Nachrüstung von Diesel-Bussen im ÖPNV und schweren und leichten Handwerker- und Lieferfahrzeugen mit Stickoxidminderungssystemen, Kaufprämien für Elektrofahrzeuge sowie Förderungsmöglichkeiten für den Radverkehr.


Green City Plan

Die Landeshauptstadt Kiel hat mit dem Green City Plan mehr als 40 Sofortmaßnahmen zur Gestaltung einer nachhaltigen und emissionsfreien Mobilität entwickelt, die in den kommenden fünf Jahren umgesetzt werden sollen.

Durch die Erstellung des Green City Plans hat die Kiel die Voraussetzungen für die Anwerbung von Projektmitteln aus dem „Sofortprogramm Saubere Luft“ der Förderrichtlinie Digitalisierung des Verkehrs und anderen Förderprogrammen des Bundes und des Landes geschaffen.

Lesen Sie mehr zum Green City Plan


Informationen für die Ratsversammlung

 


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Kontakt

Landeshauptstadt Kiel
Umweltschutzamt
Holstenstraße 108
24103 Kiel

Klaus-Peter Juhl 

0431 901-3792
  

 

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