Ausstellungsprogramm 2026
2026 präsentiert die Stadtgalerie Kiel drei Ausstellungen: wir werfen einen vergleichenden Blick auf das Werk Harald Duwes, mit dem XI. Premio Volker Walter Feierabend-Stiftung ist junge italienische Kunst zu Gast und zum Ende des Jahres zeigen wir subversive Fotografie aus der ehemaligen DDR.
Wir sind für Sie da
0431 901-3400
stadtgalerie@kiel.de
Landeshauptstadt Kiel
Stadtgalerie Kiel
Andreas-Gayk-Straße 31, 24103 Kiel
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Human Behaviour
Harald Duwe from a comparative point of view
7. März – 24. Mai 2026
Von der Kapitulation Nazi-Deutschlands bis zu seinem Unfalltod 1984 hielt Harald Duwe mit figurativer Malerei knapp 40 Jahre lang der bundesrepublikanischen Wirklichkeit einen kritischen Zerrspiegel vor. Dabei nahm er als realistischer Maler seinerzeit in der BRD die Rolle eines Außenseiters ein und wurde nur zögerlich und vereinzelt überregional wahrgenommen. Gleichzeitig ermöglicht Duwe seine gegenständliche Ausdrucksweise, die für ihn wesentlichen gesellschaftlichen Probleme und Widersprüche anschaulich und bis heute unmissverständlich zu formulieren.
Harald Duwe wohnte seit 1951 in Großensee, war von 1975 bis zu seinem Tod Dozent für Freie Kunst/Malerei an der Kieler Fachhochschule für Gestaltung und erhielt 1981 den Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel. Die Verbindung des Künstlers mit Schleswig-Holstein und der Bezug zu Kiel sind nicht nur biografisch, Duwe macht sie insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren auch explizit zum Bildgegenstand. 2026 wäre der Maler und Grafiker 100 Jahre alt geworden, die letzte Ausstellung in Kiel, die sich seinem Werk widmete, liegt fast genau 40 Jahre zurück - ein ganzes Bündel an Gründen, die Erinnerung an das Werk Harald Duwes wachzurufen und dem Publikum der Stadtgalerie Kiel eine herausragende Position der jüngeren schleswig-holsteinischen und Kieler Kunstgeschichte vorzustellen.
Die Ausstellung vereint Leihgaben aus der Kunsthalle zu Kiel, dem privaten Nachlass und dem städtischen Kunstbesitz und verfolgt das Ziel, Inhalte, Bildsprache, Darstellungsform und -technik Harald Duwes durch den Vergleich mit Werken aus der Sammlung der Stadtgalerie Kiel im kunsthistorischen Kontext klar zu konturieren.
Die Beiträge der drei Gäste Oska Gutheil, Sven Johne und SUSI POP, allesamt zeitaktuelle Positionen junger Kunst, bieten einen Ausgangspunkt, um von Duwes Perspektive auf Phänomene seiner Zeit an gegenwärtige politische und gesellschaftliche Diskurse anzuknüpfen, rücken aber vor allem künstlerische Strategien und Verfahren in den Fokus.
Begleitend zur Ausstellung wird eine Broschüre erstellt.
Teilnehmende Künstler*innen: Ilse Ament, Joerne Diedrichsen, Harald Duwe, Heinrich Ehmsen, Richard Grune, Oska Gutheil, Sven Johne, Peter Nagel, SUSI POP, Erasmus Schröter, Joachim Thode
Die Stadtgalerie Kiel bedankt sich für die freundliche Unterstützung durch das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur.
XI. Premio Volker Walter Feierabend-Stiftung
Aktuelle Positionen italienischer Kunst
13. Juni – 30. August 2026
Dieses Jahr zeigt die Stadtgalerie Kiel die Wettbewerbsausstellung zum Premio Volker Walter Feierabend-Stiftung (vormals Premio Fondazione VAF) zum neunten Mal. Der 2003 zur Förderung junger italienischer Künstler*innen ins Leben gerufene Kunstpreis wird alle zwei Jahre vergeben.
Ziel ist es, „innovative Positionen aktueller italienischer Kunst zu fördern und in Deutschland durch Verleihung eines Preises, durch Ausstellungen und Publikationen zu vermitteln“.
Gemäß der Satzung der Volker Walter Feierabend-Stiftung wird die Ausstellung in einer Kunstinstitution in Italien und Deutschland gezeigt. Die Stadtgalerie Kiel ist der zentrale Ausstellungsort dieser elften Ausgabe. Der Aufruf im Internet, sich online für den Förderpreis zu bewerben, ergab eine Vorauswahl von über 100 Kandidat*innen, von denen 12 Künstler*innen für die Teilnahme an der Wettbewerbsausstellung ausgewählt.
Neben dem Hauptpreis vergibt die Stiftung zusätzlich zwei Anerkennungspreise. Von dem*der Gewinner*in bzw. dem*der Zweit- und Drittplatzierten werden im Höchstwert von jeweils 12.000 Euro bzw. 6.000 Euro und 3.500 Euro Kunstwerke angekauft und in die Sammlung der Volker Walter Feierabend-Stiftung aufgenommen. Über die Vergabe der Preise entscheidet das Kuratorium ausgehend von den künstlerischen Arbeiten, welche die Künstler*innen für die Präsentation in der Ausstellung ausgewählt haben. Die Verleihung des XI. Premio Volker Walter Feierabend-Stiftung fand 2026 bei der Ausstellungseröffnung in Kiel statt. Die Preisträgerinnen der elften Ausgabe des Premio Volker Walter Feierabend-Stiftung sind mit dem ersten Preis Selene Frosini, mit dem zweiten Platz Alice Faloretti und mit dem dritten Platz Emma Scarafiotti.
Neben der Auslobung der Förderpreise für junge Künstler*innen wird im Rahmen des Premio Volker Walter Feierabend-Stiftung auch eine*n Künstler*in, der*die in der umfangreichen italienischen Kunstsammlung der Stiftung vertreten ist, für sein*ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Dieser Ehrenpreis wird 2026 an den Maler Mario Raciti, der 1934 in Mailand geboren wurde und als wichtiger Vertreter des abstrakten Symbolismus gilt, verliehen. Neben den Arbeiten der Wettbewerbsteilnehmer*innen werden außerdem – außer Konkurrenz – Werke von Roberto Rinella und das Projekt „The Prism“ von Stefano Simontacchi in der Ausstellung vertreten sein.
Die Ausstellung präsentiert aktuelle Positionen italienischer Kunst aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Fotografie, Grafik, Installation und Neue Medien und wird von einem dreisprachigen Katalog (Deutsch/Italienisch/Englisch) begleitet.
Teilnehmende Künstler*innen der Wettbewerbsausstellung: Luca Boffi, Alice Faloretti, Selene Frosini, Annalisa Fulvi, Martin Lucchini, Marco Mastropieri, Giulia Nelli, Federica Pamio, Emma Scarafiotti, Irinashkap, Alessandro Sicioldr, Mattia Sinigaglia
Ehrenpreisträger/ Lifetime Achievement Award: Mario Raciti
Künstler mit einer Teilnahme außer Konkurrenz/ Out of competition:
Roberto Rinella
Kunstauszeichnung: Stefano Simontacchi "The Prism"
Ausstellungspause aufgrund von Sanierungsarbeiten
19. September – 29. November 2026
Im Herbst müssen wir unsere Ausstellungsräume leider für einige Wochen schließen. Statt einer Herbstausstellung bekommen die Räume der Stadtgalerie Kiel eine neue Beleuchtung. Der Dauerbetrieb seit 25 Jahren und veränderte technische Standards machen dies erforderlich, um auch künftig den Museumsbetrieb wie bisher gewährleisten zu können.
Ungebremste Selbstbewegungen
Experimentelle Fotografie aus der späten DDR
12. Dezember 2026 – Februar 2027
Die DDR-Fotografie ist reich an Strömungen. In den letzten Jahren sind im Ausstellungsgeschehen in Deutschland zunehmend gewichtige Positionen neu entdeckt und umfangreich präsentiert worden. Nach wie vor sind Fotograf*innen aus dem Spektrum der nicht-staatstragenden Kunst und dort insbesondere Vertreter*innen einer Haltung, die »Kunst mit Fotografie« verbindet, im öffentlichen Bewusstsein eher seltener vertreten. Diese nutzen ästhetische Perspektiven, die sich vom üblichen Kontext der Fotografie in der DDR grundsätzlich dadurch unterscheiden, dass sie nicht zum Beispiel journalistisch dokumentarisch auf eine abgebildete Wirklichkeit verweisen, sondern die eigenen Rahmenbedingungen reflektieren. Sie definieren sich über die Idee und nicht über die äußere Form.
Im Verbund von Künstler*innen verschiedener Disziplinen entwickelten sich in den 1980er Jahren Ausprägungen einer »andere Fotografie der DDR«, einer »Fotografie von unten«, die gebunden war an sub-kulturelle Entwicklungen einer »Kunst mit Fotografie«, die nicht zuletzt vielfach Veröffentlichung fand in privat produzierten Foto-Mappen und halblegalen Zeitschriften.
Die Ausstellung stellt Bestände des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) sowie Leihgaben vor. Sie wird produziert vom BLMK und kuratiert von Christoph Tannert. Die fotografische Sammlung des BLMK ist die einzige in der DDR begründete Museumskollektion für Fotografie. Durch kluge Sammlungs- und Erwerbskonzepte gelang es ab den 1970er Jahren eine einzigartige Kollektion zu profilieren. Neben der sogenannten Autorenfotografie der DDR finden sich darin auch in signifikantem Umfang Werke und Positionen experimenteller Fotografie.
Künstler*innen: Claus Bach, Tina Bara, Micha Brendel, Kurt Buchwald, Klaus Elle, Thomas Florschuetz, Else Gabriel, Klaus Hähner-Springmühl, Erich-Wolfgang Hartzsch, Frank Herrmann, York der Knoefel, Matthias Leupold, Werner Lieberknecht, Olaf Martens, Maix Mayer, Florian Merkel, Erhard Monden, A. R. Penck + Wolf Kahlen, Christoph Sandig, Cornelia Schleime, Götz Schlötke, Erasmus Schröter, Andreas Seliger, Gabriele Stötzer
Gottfried Brockmann Preis 2025
6. Dezember 2025 – 15. Februar 2026
Seit 1985 wird alle zwei Jahre der Gottfried Brockmann Preis der Landeshauptstadt Kiel durch die Ratsversammlung verliehen. Diese mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung ist der einzige Kunstpreis der Stadt und dient der Förderung junger Kieler Künstler*innen, die das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und, wie es die Vergaberichtlinien formulieren, »für die Zukunft eine aussichtsreiche Entwicklung erwarten lassen«. Der Preis ist nach dem Maler, ehemaligen Kieler Kulturreferenten und Professor der Muthesius-Werkschule Gottfried Brockmann (1903-1983) benannt.
Die Ausstellung zum Gottfried Brockmann Preis zeigt aktuelle Arbeiten der Preisträgerin Paula Oltmann. Zusätzlich wählt die überregional besetzte Jury weitere Künstler*innen aus dem Wettbewerb aus, die ihre Werke in den Räumen der Stadtgalerie Kiel präsentieren. Somit stellt die Ausstellung zum Gottfried Brockmann Preis in einem biennalen Rhythmus junge, herausragende Positionen des künstlerischen Kieler „Nachwuchses“ vor.
Teilnehmende Künstler*innen:
Jakob Braune, Letizia Calasso, Maria Gerbaulet, Ole Goldt, Irina Janson, Ramona Kortyka, Paula Oltmann, Sára Petrickova, Farhang Rafiee, Quin Wenn und Zeyang Xu
Bisherige Preisträger*innen:
Rainer Grodnick (1985), Johannes Michler (1987), Carsten Höller und Thomas Karp (1989), Julia Bornefeld (1991), Ilka Kollath (1993), Hansjörg Schneider und Claudia Sweekhorst (1995), Miron Schmückle (1997), Kai Zimmer(1999), Matthias Meyer (2001), Johanna Domke (2003), Nina Heinzel (2005), Katrin Pieczonka (2007), Hendrik Lörper (2009), Samuel Seger (2011), Benjamin Mastaglio (2013), Constanze Vogt (2015), Anne Steinhagen (2017), Hannah Bohnen (2019), Nikolai Renée Goldmann (2021), Mateusz Dworczyk (2023)
Bildmaterial:
- Gottfried Brockmann Preis 2025, Ausstelllungsansicht, Foto: Irina Janson
- Gottfried Brockmann Preis 2025, Ausstellungsansicht, Foto: Irina Janson
- Gottfried Brockmann Preis 2025, Ausstellungsansicht, Foto: Irina Janson
Ausstellungsarchiv
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13. Juni - 30. August 2026 XI. Premio Volker Walter Feierabend-Stiftung
Aktuelle Positionen italienischer Kunst
Dieses Jahr zeigt die Stadtgalerie Kiel die Wettbewerbsausstellung zum Premio Volker Walter Feierabend-Stiftung (vormals Premio Fondazione VAF) zum neunten Mal. Der 2003 zur Förderung junger italienischer Künstler*innen ins Leben gerufene Kunstpreis wird alle zwei Jahre vergeben. Ziel ist es, „innovative Positionen aktueller italienischer Kunst zu fördern und in Deutschland durch Verleihung eines Preises, durch Ausstellungen und Publikationen zu vermitteln“.
Gemäß der Satzung der Volker Walter Feierabend-Stiftung wird die Ausstellung in einer Kunstinstitution in Italien und Deutschland gezeigt. Die Stadtgalerie Kiel ist der zentrale Ausstellungsort dieser elften Ausgabe. Der Aufruf im Internet, sich online für den Förderpreis zu bewerben, ergab eine Vorauswahl von über 100 Kandidat*innen, von denen 12 Künstler*innen für die Teilnahme an der Wettbewerbsausstellung ausgewählt.
Neben dem Hauptpreis vergibt die Stiftung zusätzlich zwei Anerkennungspreise. Von dem*der Gewinner*in bzw. dem*der Zweit- und Drittplatzierten werden im Höchstwert von jeweils 12.000 Euro bzw. 6.000 Euro und 3.500 Euro Kunstwerke angekauft und in die Sammlung der Volker Walter Feierabend-Stiftung aufgenommen. Über die Vergabe der Preise entscheidet das Kuratorium ausgehend von den künstlerischen Arbeiten, welche die Künstler*innen für die Präsentation in der Ausstellung ausgewählt haben. Die Verleihung des XI. Premio Volker Walter Feierabend-Stiftung fand 2026 bei der Ausstellungseröffnung in Kiel statt. Die Preisträgerinnen der elften Ausgabe des Premio Volker Walter Feierabend-Stiftung sind mit dem ersten Preis Selene Frosini, mit dem zweiten Platz Alice Faloretti und mit dem dritten Platz Emma Scarafiotti.
Neben der Auslobung der Förderpreise für junge Künstler*innen wird im Rahmen des Premio Volker Walter Feierabend-Stiftung auch eine*n Künstler*in, der*die in der umfangreichen italienischen Kunstsammlung der Stiftung vertreten ist, für sein*ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Dieser Ehrenpreis wird 2026 an den Maler Mario Raciti, der 1934 in Mailand geboren wurde und als wichtiger Vertreter des abstrakten Symbolismus gilt, verliehen. Neben den Arbeiten der Wettbewerbsteilnehmer*innen werden außerdem – außer Konkurrenz – Werke von Roberto Rinella und das Projekt „The Prism“ von Stefano Simontacchi in der Ausstellung vertreten sein.
Die Ausstellung präsentiert aktuelle Positionen italienischer Kunst aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Fotografie, Grafik, Installation und Neue Medien und wird von einem dreisprachigen Katalog (Deutsch/Italienisch/Englisch) begleitet.
Teilnehmende Künstler*innen der Wettbewerbsausstellung: Luca Boffi, Alice Faloretti, Selene Frosini, Annalisa Fulvi, Martin Lucchini, Marco Mastropieri, Giulia Nelli, Federica Pamio, Emma Scarafiotti, Irinashkap, Alessandro Sicioldr, Mattia Sinigaglia
Ehrenpreisträger/ Lifetime Achievement Award: Mario Raciti Künstler mit einer Teilnahme außer Konkurrenz/ Out of competition: Roberto Rinella Kunstauszeichnung: Stefano Simontacchi "The Prism"
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13. Juni - 30. August 2026 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel
Mathilda Serjeant: Try Me
Mathilda Serjeants Skulptur Try Me präsentiert ein skelettartiges Gebilde, das, eng von einem Gurt umschnürt, auf ausrangierten Operationstischen in einem sterilen Raum liegt. Neben der Latexhaut betonen auch die Haare die Physis der Skulptur und erzählen von etwas Lebenden und Intimen. Es ist dieser Kontrast des leibhaften Werkstoffs zum kühlen Stahl, der eine unverlangte haptische Nähe erzwingt und so Ekel provoziert. Die direkte Ansprache Versuch’s doch, trau dich!, überwindet schließlich verbal die letzte Distanz, die der umschnürte Körper noch aufrechterhielt. In den Worten liegt der Wille zur Bewährung, aber auch ein unausgesprochener Affektstau, ein Aufbegehren gegen Ohnmacht und Zurückweisung. Wer diese Herausforderung ausspricht, erklärt sich bereit, geprüft zu werden und fordert zugleich das Recht zur Wehr zurück. Provokant hallen die Worte aus dem bedrohlichen Leib. Sie stellen vor eine Zwickmühle: Der Impuls, helfend einzugreifen, prallt auf das Unbehagen, das zum Selbstschutz mahnt. Letztlich justiert Try me das Verhältnis zwischen Verletzbarkeit und Widerstand neu. Das Werk zeigt den Willen, bestehende Dynamiken umzudrehen, um in einer Situation extremer Ausgeliefertheit wieder Macht und Kontrolle über den eigenen Körper zu erlangen. Mathilda Serjeant studiert Bildhauerei an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale). In ihrer Arbeit erforscht sie die Verzahnung von physischer Zerbrechlichkeit, brutaler Macht und Kontrolle, die sie durch materielle Symbiosen und Kontraste greifbar macht. Stets auf den Spuren des Undefinierbaren konfrontiert sie auf diese Weise die paradoxen Nuancen (zwischen-)menschlicher und gesellschaftlicher Dynamiken. English: Mathilda Serjeant’s sculpture Try Me presents a skeletal form that, tightly bound by a strap, lies upon discarded operating tables within a sterile room. Alongside the latex skin, the hair further emphasizes the sculpture’s physicality, speaking of something living and intimate. It is this contrast between the corporeal material and the cool steel that compels an unsolicited haptic proximity, thereby provoking a sense of revulsion. The direct address — Go ahead, try me! — ultimately verbally bridges the final distance that the bound body had still maintained. Embedded in these words lies a will to prove oneself, but also an unspoken accumulation of pent-up emotion—an act of rebellion against powerlessness and rejection. Whoever issues this challenge declares themselves ready to be tested, while simultaneously reclaiming the right to defend themselves. The words echo provocatively from within this menacing form. They present a dilemma: the impulse to intervene and offer aid clashes with a sense of unease that warns one to protect oneself. Ultimately, Try Me recalibrates the relationship between vulnerability and resistance. The work demonstrates a determination to overturn existing dynamics in order to regain power and control over one’s own body, even in a situation of extreme exposure and helplessness. Mathilda Serjeant studies sculpture at Burg Giebichenstein in Halle (Saale). In her work, she explores the intricate interplay between physical fragility, brutal power, and control—themes she renders tangible through material symbiosis and contrast. Constantly tracing the contours of the indefinable, she thus confronts the paradoxical nuances of interpersonal and societal dynamics.
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7. März - 25. Mai 2026 Human Behaviour
Harald Duwe from a comparative point of view
Von der Kapitulation Nazi-Deutschlands bis zu seinem Unfalltod 1984 hielt Harald Duwe mit figurativer Malerei knapp 40 Jahre lang der bundesrepublikanischen Wirklichkeit einen kritischen Zerrspiegel vor. Dabei nahm er als realistischer Maler seinerzeit in der BRD die Rolle eines Außenseiters ein und wurde nur zögerlich und vereinzelt überregional wahrgenommen. Gleichzeitig ermöglichte Duwe seine gegenständliche Ausdrucksweise, die für ihn wesentlichen gesellschaftlichen Probleme und Widersprüche anschaulich und bis heute unmissverständlich zu formulieren. Harald Duwe wohnte seit 1951 in Großensee, war von 1975 bis zu seinem Tod Dozent für Freie Kunst/Malerei an der Kieler Fachhochschule für Gestaltung und erhielt 1981 den Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel. Die Verbindung des Künstlers mit Schleswig-Holstein und der Bezug zu Kiel sind nicht nur biografisch, Duwe macht sie insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren auch explizit zum Bildgegenstand. 2026 wäre der Maler und Grafiker 100 Jahre alt geworden, die letzte Ausstellung in Kiel, die sich seinem Werk widmete, liegt fast genau 40 Jahre zurück - ein ganzes Bündel an Gründen, die Erinnerung an das Werk Harald Duwes wachzurufen und dem Publikum der Stadtgalerie Kiel eine herausragende Position der jüngeren schleswig-holsteinischen und Kieler Kunstgeschichte vorzustellen. Die Ausstellung vereint Leihgaben aus der Kunsthalle zu Kiel, dem privaten Nachlass und dem städtischen Kunstbesitz und verfolgt das Ziel, Inhalte, Bildsprache, Darstellungsform und -technik Harald Duwes durch den Vergleich mit Werken aus der Sammlung der Stadtgalerie Kiel im kunsthistorischen Kontext klar zu konturieren. Die Beiträge der drei Gäste Oska Gutheil, Sven Johne und SUSI POP, allesamt zeitaktuelle Positionen junger Kunst, bieten einen Ausgangspunkt, um von Duwes Perspektive auf Phänomene seiner Zeit an gegenwärtige politische und gesellschaftliche Diskurse anzuknüpfen, rücken aber vor allem künstlerische Strategien und Verfahren in den Fokus.
Teilnehmende Künstler*innen: Ilse Ament, Joerne Diedrichsen, Harald Duwe, Heinrich Ehmsen, Richard Grune, Oska Gutheil, Sven Johne, Peter Nagel, SUSI POP, Erasmus Schröter, Joachim Thode
Die Stadtgalerie Kiel bedankt sich für die freundliche Unterstützung des Ministeriums für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein.
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7. März - 24. Mai 2026 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel
Hülya Braasch: Love Game
LOVE GAME ist eine fortlaufende performative Rauminstallation. Ausgangspunkt ist das Tennisspiel - ein Spiel, das ohne Punkteverlust gewonnen wird, in dem jedoch verliert, wer nicht punktet. Die Null wird als „Love“ gezählt: Liebe hat keinen Wert, bedeutet also nichts. In der Arbeit werden emotionale Dynamiken auf Objekte, Maschinen und Materialien übertragen. Gänseblümchen, Tennisballmaschinen und Netze, Herzluftballons und der Kaktus, Ballsammelroboter und Liebesschlösser werden zu Akteur*innen, die Bewegungen ausführen, Gesten senden, Bälle wie Küsse werfen – sie prallen ab, fallen zu Boden oder bleiben unbeantwortet. Mit jeder Wiederholung entstehen Spuren, kleine Verschiebungen, Zeichen der Bemühung. LOVE GAME erzählt von Bindung, Projektion und dem immer-wieder-Versuchens - auch dann, wenn nichts zurückkommt. Hülya Braasch Hülya Braasch studiert Bildhauerei und Bühnenraum an der HFBK Hamburg und macht derzeit ihren Abschluss. Ihre Arbeiten verbinden Skulptur, Bühne und Performance, indem sie emotionale Dynamiken in Objekte, Maschinen und performative Handlungen übersetzt. So treten die Arbeiten in direkte Beziehung zum Publikum und verbinden Material, Bewegung und Gefühl auf unmittelbare Weise.
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6. Dezember 2025 - 15. Februar 2026 Gottfried Brockmann Preis 2025
Die Ratsversammlung der Landeshauptstadt Kiel vergibt seit vierzig Jahren den Gottfried Brockmann Preis. Diese mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung ist der einzige Kunstpreis der Stadt und dient der Förderung junger Kieler Künstler*innen, die das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und, wie es die Vergaberichtlinien formulieren, »für die Zukunft eine aussichtsreiche Entwicklung erwarten lassen«. Der Preis ist nach dem Maler, ehemaligen Kieler Kulturreferenten und Professor der Muthesius-Werkschule Gottfried Brockmann (1903-1983) benannt. Die Ausstellung zum Gottfried Brockmann Preis zeigt aktuelle Arbeiten der Preisträgerin Paula Oltmann. Zusätzlich wählt die überregional besetzte Jury weitere Künstler*innen aus dem Wettbewerb aus, die ihre Werke in den Räumen der Stadtgalerie Kiel präsentieren. Somit stellt die Ausstellung zum Gottfried Brockmann Preis in einem biennalen Rhythmus junge, herausragende Positionen des künstlerischen Kieler „Nachwuchses“ vor.
Teilnehmende Künstler*innen: Jakob Braune, Letizia Calasso, Maria Gerbaulet, Ole Goldt, Irina Janson, Ramona Kortyka, Paula Oltmann, Sára Petrickova, Farhang Rafiee, Quin Wenn und Zeyang Xu. Jury des diesjährigen Gottfried Brockmann Preises: Mateusz Dworczyk (Gottfried Brockmann Preisträger 2023), Dr. Ingmar Lähnemann (Leitung Städtische Galerie Bremen), Anna Nowak (Leitung Kunsthaus Hamburg), Shi Shi (Gallery Cubeplus, Kiel), Johanna Göb (Leiterin Amt für Kultur und Weiterbildung, Landeshauptstadt Kiel), Dr. Peter Kruska (Direktor Stadtgalerie Kiel), Sönke Kniphals (wissenschaftlicher Mitarbeiter Stadtgalerie Kiel) Bisherige Preisträger*innen: Rainer Grodnick (1985), Johannes Michler (1987), Carsten Höller und Thomas Karp (1989), Julia Bornefeld (1991), Ilka Kollath (1993), Hansjörg Schneider und Claudia Sweekhorst (1995), Miron Schmückle (1997), Kai Zimmer(1999), Matthias Meyer (2001), Johanna Domke (2003), Nina Heinzel (2005), Katrin Pieczonka (2007), Hendrik Lörper (2009), Samuel Seger (2011), Benjamin Mastaglio (2013), Constanze Vogt (2015), Anne Steinhagen (2017), Hannah Bohnen (2019), Nikolai Renée Goldmann (2021), Mateusz Dworczyk (2023)
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6. Dezember 2025 - 15. Februar 2026 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel
Lisa Schubert: In Our Hands
Kobaltoxid – ein tiefes Blau in der Glasur traditioneller Keramik, ist heute ein zentrales Material in den Batterien digitaler Geräte. Der Großteil des weltweit gehandelten Kobalts stammt aus dem Kongo, wo es unter fragwürdigen Bedingungen abgebaut wird. Handygroße Kacheln zeigen Bilder und Textfragmente, die die Spuren extraktivistischer Prozesse auf die Lebensrealitäten von Menschen und Umwelt dokumentieren. „In Our Hands“ reflektiert die Geschichten, die in den Oberflächen unserer Technologie verborgen sind.
Lisa Schubert wurde 1997 in Friedrichshafen geboren. Nach einer Ausbildung zur Grafikdesignerin studiert sie aktuell im Master Freie Kunst mit Schwerpunkt Keramik an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. In ihrer künstlerischen Praxis setzt sie sich auf vielfältige Weise mit verschiedenen Themen auseinander und sammelt gerne leise und unscheinbare Momente, erforscht zwischenmenschliches oder beschäftigt sich mit unserer Umwelt.
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13. September 2025 - 23. November 2025 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel
Studio Wochenende: Boxenstopp
Studio Wochenende sind Emily Xylander und Wenzel Rehbach. Sie arbeiten mit Holz, Metal und Farbe an der Werkbank, am Siebdrucktisch und im Kinderzimmer. Es geht um Erinnerungen, Spiel und Witz.
Boxenstopp handelt von Nostalgie. Von Autorennen auf dem Spielteppich und Urlaubsfahrten auf dem Kindersitz. Malereien und Installationen im Raum. Der Frachtcontainer als Garage, als Spielzeugkiste, als Ort voller Geschichten. Herzliche Einladung zu einem Halt am Streckenrand.
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13. September 2025 - 23. November 2025 Hans Peter Kuhn & Junko Wada
s/he loves me... s/he loves me not
Bereits unmittelbar nach ihrem Studium in Tokio begann Junko Wada (geb. 1955 in Tokio, lebt und arbeitet in Berlin) ihre großformatige, abstrakte Malerei mit Körperbewegungen und Tanz in Verbindung zu bringen. Ausgehend vom physischen Akt des Malens, der Bewegung des Pinsels auf dem Malgrund, überträgt Junko Wada durch raumgreifende, improvisierte Bewegungsabläufe ihres Körpers das flache Gemälde als ephemere, dreidimensionale Skulptur in den Raum. Ihre Praxis führte zur Zusammenarbeit mit internationalen Klangkünstlern und einer eigenen Form des Tanzes. Mit Tanzperformances trat sie in den letzten 30 Jahren weltweit, unter anderem im ZKM Karlsruhe, im Centre Pompidou, Paris, in der Neuen Nationalgalerie, Berlin, im Museo de Arte Sao Paulo, im Asian Art Museum San Francisco, im Stedelijk Museum Amsterdam, auf dem Telstra Adelaide Festival und der Ruhrtriennale Essen auf. Seit 2005 findet Junko Wadas Auseinandersetzung mit Tanz und Malerei zunehmend in großflächigen Gemälden und seriellen Installationen ihren Ausdruck. Der international agierende Künstler und Komponist Hans Peter Kuhn (geb. 1952 in Kiel, lebt und arbeitet in Berlin und Amino, Kyoto/Japan) zeichnet sich für unzählige Projekte im Bereich der Lichtkunst, der Performance, des Tanzes und Theaters verantwortlich, die sich mit Klängen und den Phänomenen des Hörens beschäftigen. 2024 wurde er mit dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Für sein hohes künstlerisches Renommee spricht nicht nur die Liste seiner langjährigen Ausstellungstätigkeiten, sondern auch Auszeichnungen, wie etwa der Goldene Löwe der Biennale von Venedig, den er 1993 zusammen mit dem US-amerikanischen Künstler Robert Wilson erhalten hat. Hans Peter Kuhns Licht- und Klanginstallationen werden von vielen Museen und Galerien gezeigt u. a. im Museum of Fine Arts Boston, im Centre Pompidou, Paris, in der Neuen Nationalgalerie, Berlin, im Seattle Art Museum oder an öffentlichen Plätzen u. a. in Leeds, Singapur, New York, Berlin, Warschau, Adelaide ausgestellt. Gleichzeitig bleibt ein Bezug zu Schleswig-Holstein und seiner Geburtsstadt Kiel aktuell. 2012 realisierte Kuhn die große Lichtinstallation »Seefahrer denk an die Sirenen, ahoi« im Bereich des Ostuferhafens und 2022 » … im Leben angekommen« am öffentlichen Aufzug in Gaarden. „s/he loves me… s/he loves me not…“ – privat ein Paar, haben Hans Peter Kuhn und Junko Wada in verschiedenen Projekten auch künstlerisch immer wieder zusammengearbeitet. Mit der Ausstellung in der Stadtgalerie Kiel wurden ihre unterschiedlichen Arbeiten zum ersten Mal in einer Ausstellung zusammengeführt. Performative Malerei und Tanz verbinden sich mit Licht- und Klanginstallationen zu einer Gesamtinstallation des Ausstellungsraumes der Stadtgalerie Kiel.
Die Ausstellung wurde gefördert durch das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein.
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14. Juni bis 23. November 2025 Heinrich-Ehmsen-Stiftung
1923-1948: 25 Jahre XX. Jahrhundert Werke der Kieler Künstler Richard Grune und Heinrich Ehmsen
Seit 1988 werden in den Räumen der Heinrich-Ehmsen-Stiftung in der Stadtgalerie Kiel Werke des 1886 in Kiel geborenen Künstlers präsentiert und regelmäßig mit Positionen anderer Künstler*innen in einen Dialog gesetzt. In dieser Ausstellung trafen Grafiken aus den 1920er Jahren und einzelne Malereien Heinrich Ehmsens, die nach dem Ende des 2. Weltkriegs entstanden, auf eine Reihe von Lithografien Richard Grunes.
Heinrich Ehmsen (1886 – 1964) übersiedelte 1929 von München nach Berlin. Im Bestand der Heinrich-Ehmsen-Stiftung befindet sich ein größeres Konvolut grafischer Arbeiten, die das großstädtische Leben über die gesamte Epoche der Weimarer Republik spiegeln. In das Zentrum der kritischen Sittenbilder rückt Ehmsen karikaturesk verzerrte Personenstudien; signifikant ist die z.T. vielfache Wiederholung einzelner Szenerien, Charaktere und Personengruppen. Themen und Motive entsprechen denen der kritisch-realistischen veristischen Maler der 1920er Jahre wie Otto Dix, Georg Grosz oder Rudolf Schlichter: Alkoholismus, Invalidität, Vergnügungssucht, Amüsierbetrieb, Prostitution, Armut und Dekadenz. 1937 wurden Ehmsens Werke in der nationalsozialistischen Ausstellung „Entartete Kunst“ diffamiert. Kurz vor Kriegsende wurde sein Berliner Atelier durch Bomben zerstört. Nach dem Ende des Krieges verarbeitet Ehmsen das Erlebte in seiner Malerei. In den drei ausgestellten Ölgemälden der Nachkriegszeit wird die Zerstörungen und das Leid des Krieges thematisiert. Die dargestellten Figuren, deren hoffnungslose Gesichter vom Erfahrenen gezeichnet sind, spiegeln Verlust, Verzweiflung und Trauer wider.
Richard Grune (1903 – 1983) wurde 1903 in Flensburg geboren, 1915 siedelte seine Familie nach Kiel, Gaarden um. An der Kieler Handels- und Kunstgewerbeschule, aus der die heutige Muthesius Kunsthochschule hervorgegangen ist, absolviert Grune eine Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker; 1922/23 nahm er an zwei Vorkursen am Bauhaus in Weimar teil, kehrt anschließend nach Kiel zurück, beteiligt sich dort u.a. 1926 an einer Ausstellung in der Kieler Kunsthalle und übernimmt 1927 die kunstpädagogische Leitung der „Kinderrepublik Seekamp“. Ein Jahr nach seinem Umzug nach Berlin, wurde Grune 1934 im Zuge einer Verhaftungswelle gegen homosexuelle Männer von der Gestapo festgenommen. Aufgrund der Verurteilung nach §175 war er bis 1945 in verschiedenen Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert, darunter in Sachsenhausen und Flossenbürg. Nach der Befreiung kehrte Grune nach Kiel zurück. Getrieben von dem inneren Bedürfnis, von den Schrecken des Lagerlebens zu berichten, schuf er innerhalb weniger Wochen mehr als vierzig Zeichnungen, die Szenen aus den Konzentrationslagern zeigen. Ab Herbst 1945 stellte er diese in mehreren Städten der britischen und amerikanischen Besatzungszone aus. Die Wanderausstellung „Die Ausgestoßenen“ stieß jedoch auf wenig Resonanz; in Kiel wurde sie sogar mutwillig zerstört. Erst Jahrzehnte nach seinem Tod erfuhren Grunes Werke internationale Anerkennung als eindringliche Zeugnisse des nationalsozialistischen Terrors.
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14. Juni - 31. August 2025 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel
Ana Kostova: Contours of Memory
Die Ausstellung „Contours of Memory“ ist eine raumbezogene, malerische Installation, in der sich persönliche Erinnerungen, kulturelle Traditionen und sakrale geometrische Formen miteinander verweben. Zwischen skulpturalen Strukturen erscheinen organische Linien und rhythmische Wiederholungen, die an rituelle Gesten der bulgarischen Volkskultur erinnern – Symbole für Schutz, Heilung und Erneuerung. Die Werke der Ausstellung stellen keine konkreten rituellen Objekte dar, sondern reflektieren deren Energie und symbolische Kraft, gefiltert durch die visuelle Intuition von Ana Kostova. In ihren Kompositionen ist die Erinnerung an Rituale spürbar, die mit Gesundheit, Fruchtbarkeit und Naturverbundenheit in Zusammenhang stehen – Bewegungen, die ein Gefühl von sakraler Zyklenhaftigkeit und innerer Transformation erzeugen. Kostova schafft keinen narrativen Raum, sondern einen Ort der Kontemplation, der die Betrachter*innen einlädt, ihre Wahrnehmung von Zeit, Ort und Spiritualität neu zu überdenken. Ihre geometrischen Kompositionen erschaffen eine symbolische Landschaft, durchdrungen von Farbe, Rhythmus und diesen kulturellen Codes, mit der die Künstlerin die Verbindung zwischen ihrer persönlichen Geschichte und dem kollektiven Gedächtnis erforscht und traditionelle Zeichen als universelle visuelle Sprache ganz neu interpretiert.
Ana Kostova (geb. 1995 in Plovdiv, Bulgarien) lebt und arbeitet in Hamburg. 2023 schloss sie ihr Masterstudium der Freien Kunst an der Muthesius Kunsthochschule Kiel in der Klasse von Antje Majewski ab. Zuvor absolvierte sie ein Studium der Malerei an der Nationalen Kunstakademie in Sofia, Bulgarien.
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14. Juni bis 31. August 2025 HIGH NOON: Nan Goldin, David Armstrong, Mark Morrisroe, Philip-Lorca diCorcia
Werke aus der Sammlung F.C. Gundlach
Die Ausstellung »HIGH NOON« beleuchtet die wegweisenden Arbeiten von Nan Goldin, David Armstrong, Mark Morrisroe und Philip-Lorca diCorcia. Im von Wertekonservatismus und Neoliberalismus geprägten politischen Klima der Reagan-Ära der 1980er Jahre beginnen diese Fotograf*innen das Leben der New Yorker Subkultur in intensiven und oft schockierend intimen Bildern festzuhalten.
Ausgehend vom Studium der Fotografie an der School of the Museum of Fine Arts in Boston Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre nehmen die vier Fotograf*innen im politischen Fluidum der Ära Ronald Reagan ihre Arbeit auf. Goldin, Armstrong und Morrisroe sind miteinander befreundet und konzentrieren sich auf die fotografische Erkundung der subkulturellen Bohème in Boston und New York, deren fester Bestandteil sie sind. Tagebuchartig zeigen ihre Werke intime Momente von Liebe, Freundschaft und Verfall vor dem Hintergrund von Leidenschaft, Sucht und Aids. Philip-Lorca diCorcia, der sich sehr bewusst von den drei Fotograf*innen distanziert, beginnt damit, alltägliche Szenen mit Verwandten und Freund*innen künstlich nachzustellen, raffiniert auszuleuchten und zu fotografieren und konzipiert auf diese Weise zunächst ideale Archetypen. Basis seiner Arbeit ist stets ein genau definierter konzeptueller Ansatz, der mit dem fotografischen Medium als möglichem Dokument spielt.
Eine Ausstellung des Hauses der Photographie / Deichtorhallen Hamburg zu Gast in der Stadtgalerie Kiel, kuratiert von Dr. Sabine Schnakenberg. Die Schau präsentiert ca. 150 Arbeiten aus der Sammlung F.C. Gundlach, die bis heute nachwirken – sowohl auf die Kunstwelt, als auch auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Sexualität, Beziehungen und Identität.
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15. März bis 25. Mai 2025 Unsere Kunst - Eure Kunst
Aus der Sammlung der Stadtgalerie Kiel
Die Sammlung der Stadtgalerie Kiel umfasst Kunstwerke, die durch die Landeshauptstadt Kiel angekauft, in Auftrag gegeben oder ihr geschenkt wurden. Nach demokratischem Verständnis sind die Werke öffentliches Eigentum und somit im Besitz der Kieler Bürger*innen. An diesen Gedanken knüpft das Motto „Unsere Kunst – Eure Kunst“ an, unter dem die Stadtgalerie Kiel in regelmäßigen Abständen einen öffentlichen Einblick in die Kunstsammlung gewährt. Die Sammlung der Stadtgalerie Kiel ist in ihren älteren Beständen aus dem Kunstbesitz der Landeshauptstadt Kiel hervorgegangen. Mit dem Beginn der Ausstellungstätigkeit der Stadtgalerie Kiel vor 37 Jahren konnte ein Erwerbungskonzept nach musealen Gesichtspunkten entwickelt werden. Heute repräsentiert die Sammlung den Facettenreichtum der Kunst vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis hin zu aktuellen Tendenzen. Nach dem Umzug aus den Räumen im Sophienhof, wo sie 1988 eröffnet wurde, hat die Stadtgalerie Kiel im März 2000 ihre Ausstellungstätigkeit an der Andreas-Gayk-Straße aufgenommen. Grund genug den Fokus der diesjährigen Sammlungspräsentation auf die Erwerbungen der vergangenen 25 Jahre zu legen. Jüngste Ankäufe umfassen Arbeiten von überwiegend in Norddeutschland tätigen Künstler*innen, von Preisträger*innen des Gottfried-Brockmann-Preises und Teilnehmer*innen an den Wechselausstellungen in der Stadtgalerie Kiel. Entsprechend lassen sich anhand der Sammlung der Stadtgalerie Kiel auch wichtige Stationen der jüngeren Kieler und schleswig-holsteinischen Kunstgeschichte ablesen. Regionale Positionen finden sich um Schlaglichter überregionaler und internationaler Kunst ergänzt.
Künstler*innen: Ilse Ament, Ulrike Andresen, Nàndor Angstenberger, Elsbeth Arlt, Ioerg B, Tina Bara, U. D. Bauer, Ulrich Behl, Jaro Boro, Hans Brass, Hans Jürgen Breuste, Gottfried Brockmann, Joachim Brohm, Jaspar Dalgaard, Björn Dawid Dawidsson, Johanna Dohmke, Friedrich Peter Drömmer, Sven Drühl, Harald Duwe, Mateusz Dworczyk, Heinrich Ehmsen, Imme Feldmann, Frederik Foert, Isa Genzken, Ingo Gerken, René J. Goffin, Nikolai Renée Goldmann, Tamara Grcic, Lutz Grünke, Sigurdur Gudmundsson, Beate Gütschow, Ilkka Halso, Jaakko Heikkilä, Marja Helander, Jan Henderikse, Olaf Holzapfel, Lennart Holzborn, Carsten Höller, Daniel Hörner, Elisabeth Jaspersen, MK Kaehne, Matthias Kanter, Thomas Karp, Cesar Klein, Peter Klitta, Winzer Klüglein, Werner Lange, Toumo Manninen, Filip Markiewicz, Benjamin Mastaglio, Adolph Meyer, Peter Nagel, Hanne Nagel-Axelsen, Eberhard Oertel, Martin Parr, Katrin Pieczonka, Silke Radenhausen, Tobias Regensburger, Dirk Reinartz, Raffael Rheinsberg, Joachim Richau, Karl Peter Röhl, Katrin Schmidbauer, Hansjörg Schneider, Annette Schröter, Erasmus Schröter, Hannes Schultze-Froitzheim, Bernhard Schwichtenberg, Tina Schwichtenberg, Roman Signier, Aleen Solari, Heidi Specker, Anne Steinhagen, Mike Strauch, Kenichiro Taniguchi, Kain Tapper, Joachim Thode, Volker Tiemann, Lars Tiller, Klaus Walter, Gudrun Wassermann, Stefan Wischnewski, Martin Wolke, Kai Zimmer
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15. März bis 25. Mai 2025 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel
Melanie Urban: Clean Teeth
Melanie Urban (geboren 1998 in Chicago, USA) lebt und arbeitet in Leipzig, wo sie Gedichte schreibt und Collage-basierte Installationen zusammenstellt. Inspiriert wird sie zum Beispiel von online Marketplace-Werbungen und poetischen Kommentaren unter Websiten wie Tripadvisor. In ihren Texten kombiniert sie in einer sehr abstrakten Weise scheinbar willkürlich unsinnige Bilder und Videos zusammen. Sie beabsichtigt, ein Connaisseur von "Online Trash" zu werden.
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7. Dezember 2024 bis 23. Februar 2025 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel
Schirin Rafii: Kalte Füße
Schirin Rafii (geb. 2003 in Lübeck) studiert Freie Kunst auf Lehramt in Kiel. Dort ist sie Teil der Bildhauereiklasse des Künstlerkollektivs Fort an der Muthesius Kunsthochschule und strebt aktuell ihren Bachelor an.
In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit der Darstellung von Ekeligem und Absurdem, was anhand der Nutzung des menschlichen Körpers und seiner Materialien zur Schau gestellt wird. Dabei spielt vor allem die Reaktion der Betrachtenden eine bedeutende Rolle. Um bei diesen eine emotionale oder auch körperliche Reaktion auszulösen, setzt sie gezielt Materialien wie Wachs und menschliches Haar ein. Ziel ist es, gesellschaftlich festgelegte Regeln und Konventionen zu hinterfragen, aufzulösen und neuzudenken.
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7. Dezember 2024 bis 23. Februar 2025 Ein Funke im System
Revision, Perturbation, Selbstdekonstruktion
Das Hauptaugenmerk der Ausstellung „Ein Funke im System“ liegt auf dem Ausstellungsraum der Stadtgalerie Kiel. Dieser ist genau vor 25 Jahren aus dem Umbau eines Gebäudeteils der ehemaligen Hauptpost hervorgegangen. 1988 hatte die Stadtgalerie Kiel ihre Ausstellungstätigkeit zunächst in eigens dafür konzipierten Räumen in dem neueröffneten Einkaufzentrum Sophienhof aufgenommen, 1999 begann der Umzug an die Andreas-Gayk-Straße.
Seitdem ist die einstige Postsortierhalle und einige umliegende Räume fest mit der Institution Stadtgalerie Kiel und darüber mit der Funktion eines Ausstellungsbetriebes oder generell eines Museums für aktuelle Kunst verbunden. Dementsprechend rücken mit der interdisziplinären Ausstellung und in ihren Beiträgen aus den Bereichen Tanz, Performance, Installation, Neue Musik, Film und Typografie gleichsam aktuelle Bedingungen des Ausstellungs- und Museumsbetriebes, künstlerische Praxis und kuratorisches Handeln mit in den Fokus.
Jede der etwa 200 Wechselausstellungen, die bisher in der Stadtgalerie Kiel stattgefunden haben, spiegeln im Kern auch den Ausstellungsraum wider, loten die Identität des Ausstellungshauses und offene Spielräume neu aus. Was in einem Museum für zeitgenössische Kunst oder konkret in der Stadtgalerie Kiel gezeigt wird, welche Themen verhandelt werden, was in den Ausstellungsraum passt und was nicht, sind Fragen, die nicht abschließend zu beantworten sind. Die Auswahl ist Teil eines dynamischen Systems und komplexen Netzwerks von Beziehungen und Kommunikation - nicht unbedingt komplizierter als die Frage, was in den Verkaufsraum eines Supermarktes gehört oder wie ein Büro von Sportwetten funktioniert, aber anders.
Am Ende ist es ein dynamisches Bündel von individuellen, spezifischen Merkmalen, Strukturen und Handlungen, von dem nicht nur das sichtbare Ergebnis, die Ausstellung, abhängt, sondern das bei allen denkbar möglichen Schnittstellen auch den identitätsstiftenden Unterschied zu benachbarten Systemen ausmacht: zum Supermarkt, zum Kino, zur Oper, zum Jugendtreff, zum Museum für Stadtgeschichte, zur kommunalen Galerie einer anderen Stadt, zum Hauptpostamt etc.
Wir bedanken uns bei der Arthur Boskamp-Stiftung Hohenlockstedt - dort fanden Probenaufenthalte für die Performance "Allow me to Change" im Rahmen des Programms "Zu Gast im M.1" statt - sowie bei der Friedrich Niemann GmbH, die den Turmdrehkran zur Verfügung gestellt hat. Wir danken dem Land Schleswig-Holstein für die freundliche Unterstützung dieser Ausstellung.
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18. September - 24. November 2024 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel
Johanna Blank – The Cabin
The Cabin ist eine Hütte, eine Kutsche oder auch ein Hochsitz. Die Installation aus unbesäumtem Holz formt einen abgeschiedenen Raum mit Potenzial für Behaglichkeit. Im Inneren ermöglicht eine Montage mikroskopischer Aufnahmen Einblicke in den verborgenen Lebensraum von Kleinlebewesen. Die Künstlerin befasst sich in der Arbeit mit dem Verhältnis von Distanz und Nähe, von Beobachtung und Sichtbarkeit sowie von menschlichen und nicht menschlichen Lebewesen.
Johanna Blank lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Berlin. Sie studierte an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und hat ihre künstlerische Ausbildung mit einem Diplom in der Klasse für Installation und Raum von Joachim Blank an der HGB Leipzig abgeschlossen. Ihre Arbeiten werden regional, international und digital ausgestellt. Gemeinsam mit Anna Hofmann und Sten Jackolis kuratiert sie das FSHW-Haus in Berlin-Tempelhof.
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14. September - 24. November 2024 Kiel (re)connecting.earth
Beyond Water
Die Ausstellung „Beyond Water“ in der Stadtgalerie Kiel und dem Zoologischen Museum Kiel ist Teil von „Kiel (re)connecting.earth“. Ziel des nomadischen Projektes ist es, an der Schnittstelle zwischen künstlerischer, kuratorischer und wissenschaftlicher Praxis für ökologische Themen und unsere Beziehung zu lokalen und globalen Ökosystemen zu sensibilisieren. Ausgehend von der letztjährigen Biennale in Genf, stehen die Verbindung des Menschen mit Gewässern und deren Biodiversität im Zentrum.
Kunstwerke, Aktionen und Workshops, die aus mehrjährigen Forschungen in lokalen Kontexten entstanden sind, werden auch im öffentlichen Raum und unter freiem Himmel in der Kieler Innenstadt entlang einer Route zwischen der Stadtgalerie Kiel und dem Zoologischen Museum Kiel präsentiert. Der Kunst- und Naturpfad umfasst 20 Stationen und bietet unterschiedliche Möglichkeiten, mit der urbanen Natur in Kontakt zu kommen. 21 internationale Künstler*innen nehmen an der Ausstellung in der Stadtgalerie Kiel teil. Zwei Positionen treten mit der Sammlung im Zoologischen Museum Kiel in einen Dialog. Kiel (re)connecting.earth. Beyond Water wurde vom Schweizer Verein art-werk initiiert und von Bernard Vienat gemeinsam mit der Stadtgalerie Kiel kuratiert.
Künstler*innen: Flurina Badel & Jérémie Sarbach, Juan Blanco, Seba Calfuqueo, Luis & Gabo Camnitzer, Julian Charrière, Mark Dion, Anne-Laure Franchette & Manon Briod, Andreas Greiner, Marie Griesmar, Monica Ursina Jäger, Alexandre Joly, kennedy&swan, Diana Lelonek, Diana Lelonek & Denim Szram, Adrien Missika, Uriel Orlow, Carmen Perrin, Som Supaparinya, Raul Walch, Zheng Bo
Zur Ausstellung ist eine umfangreiche Broschüre in zwei Sprachen (dt./engl.) erschienen.
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15. Juni - 1. September 2024 X. Premio Fondazione VAF
Aktuelle Positionen italienischer Kunst
Der 2003 zur Förderung junger italienischer Künstler*innen ins Leben gerufene Kunstpreis Premio Fondazione VAF wird alle zwei Jahre von der VAF-Stiftung (das Akronym VAF bezieht sich auf die Anfangsbuchstaben des Gründers Volker Feierabend und seiner italienischen Frau Aurora) ausgelobt. Ziel ist es, »innovative Positionen aktueller italienischer Kunst zu fördern und in Deutschland durch Verleihung eines Preises, durch Ausstellungen und Publikationen zu vermitteln«. Gemäß der Satzung der VAF-Stiftung wird die Wettbewerbsausstellung in einer Kunstinstitution in Italien und Deutschland gezeigt. Für die zehnte Ausgabe wurden 13 Künstler*innen durch das Stiftungskuratorium zur Teilnahme eingeladen. Ausgehend von den Arbeiten, die von den Künstler*innen für die Präsentation ausgewählt wurden, wurden der Hauptpreis und zwei Anerkennungspreise vergeben. Der Hauptpreis ging 2024 an die Künstlerin Debora Garritani, die Anerkennungspreise erhielten Monica Mazzone und Alessandro Nanni. Zum zweiten Mal vergab die VAF-Stiftung neben dem Preis für junge Künstler*innen auch eine Art Ehrenpreis an eine*n Künstler*in, der*die in der umfangreichen italienischen Kunstsammlung der Stiftung dokumentiert ist. 2024 war neben den jungen Wettbewerbsteilnehmer*innen der bekannte Künstler, Architekt und Designer Marcello Morandini, einer der wichtigsten Vertreter der Konkreten Kunst in Europa, in der Ausstellung vertreten.
Zu der Ausstellung ist ein dreisprachiger Katalog (dt./it./eng.) zum Preis von 25 Euro (während der Ausstellung 20 Euro) erschienen.
Künstler*innen: Adriano Annino, Antonio Barbieri, Chiara Calore, Valentina Diena, Roberto Fanari, Debora Garritani, Teresa Giannico, Jacopo Ginanneschi, Monica Mazzone, Alessandro Nanni, Davide Quartucci, Michele Tajariol, Beatrice Taponecco und Marcello Morandini
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15. Juni - 1. September 2024 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel
Sofiia Yesakova - Recollecting the emptiness
Die in Berlin ansässige ukrainischen Künstlerin Sofiia Yesakova zeigt in ihrer Ausstellung Recollecting the emptiness zwei Skulpturen. Es handelt sich um Pfeiler aus Holz, deren Oberflächen mit Gesso und Acrylfarben bemalt sind. Reflektiert werden in dieser Arbeit die Kriegswahrnehmung und Objektivierung von Kriegserfahrungen. Sie untersucht die Rationalität und Emotionalität des Krieges sowie die Unfähigkeit, die Realität der Kriegsopfer zu erfassen. Ihre Arbeit fordert eine radikale Änderung der Denklogik und ein Erwachen aus der Bequemlichkeit.
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16. März - 26. Mai 2024 Dissonance
Platform Germany (2)
Ausgangspunkt für die Ausstellung Dissonance ? Platform Germany (2) ist eine gleichlautende Publikation, die Positionen aktueller Malerei vorstellt. Zusammengestellt von den Kuratoren Christoph Tannert und Mark Gisbourne eröffnet diese einen Überblick über unterschiedliche künstlerische Ansätze und Strategien, die sich in den vergangenen drei Dekaden in Deutschland herausgebildet haben. Ausgewählt wurden internationale Künstler*innen, die nach 1972 geboren wurden und in Deutschland leben und arbeiten.
Grundlegend kann gesagt werden, dass der seit der Nachkriegszeit verhandelte Antagonismus zwischen Abstraktion und Figuration in der Malerei spätestens seit dem Umbruch 1989 bis zum heutigen Zeitpunkt einer extremen Pluralität an Formulierungen und Themen gewichen ist. Es ist weniger ein typisierendes Denken, das Einordnungen in verschiedenste Stile und Schulen vornimmt. Vielmehr zeichnet sich das heutige Feld der erweiterten Malerei durch Heterogenität und Behauptung von Selbst und Identität aus. Parallel dazu bilden sich in der gesellschaftlichen Realität vielfältige Veränderungen hin zu einer Kultur des Postmigrantischen aus. Dissonance ? Platform Germany (2) zeichnet die Momente des Übergangs nach, in denen sich mehrere Kognitionen, die scheinbar nicht miteinander vereinbar sind, zu harmonisieren beginnen.
Nach ihrer Station in der Stadtgalerie Kiel wird die von Christoph Tannert (Künstlerischer Leiter des Künstlerhauses Bethanien, Berlin) kuratierte Ausstellung im Nationalmuseum Bukarest zu sehen sein.
Ausstellende Künstler*innen: Aline Alagem, Emmanuel Bornstein, Söntke Campen, Nicolae Comanescu, Ivana de Vivanco, Annedore Dietze, Zohar Fraiman, Rao Fu, Falk Gernegroß, Oska Gutheil, Simone Haack, Roey Victoria Heifetz, Julius Hofmann, Franziska Holstein, Sebastian Hosu, Ma?gosia Jankowska, Hortensia Mi Kafchin, Aneta Kajzer, Kanta Kimura, Pia Krajewski, Clemens Krauss, Tegene Kunbi, Jeewi Lee, Inna Levinson, Katsuhiko Matsubara, Monika Michalko, Kazuki Nakahara, Irina Ojovan, Justine Otto, Grit Richter, Tanja Rochelmeyer, Dennis Rudolph, René Schoemakers, Sebastian Schrader, Gustav Aiko Tezuka, Ulrike Theusner, Christian Thoelke, Clemens Tremmel, Angelika J.Trojnarski, Ruprecht von Kaufmann, Paul Wesenberg, Sahar Zukerman