Nachhaltiges Kiel

Wir machen Zukunft

In Kiel gibt es viele engagierte Menschen, die sich mit guten Ideen und viel Tatendrang dafür einsetzen, dass unsere Fördestadt nachhaltig und zukunftsfähig wird.

Jeden Monat stellen wir eine*n Kieler Zukunftsmacher*in in einem Kurzinterview vor. Sie kennen Leute, die unbedingt dazugehören? Dann lassen Sie uns das gerne wissen.

 

September 2021 Lisa Sarodnick - Umweltmanagement im Seehafen Kiel

Portraitfoto
Foto: Lisa Sarodnick, Photographin: Viktoria Micheel www.viktoriamicheel.de
Was hat Dich nach Kiel geführt?

Die vielfältige und spannende Arbeit beim Seehafen Kiel hat mich in den Norden gelockt. An Kiel fasziniert mich besonders die Nähe zum Wasser und der Natur.

Was genau machst Du?

Ich bin Umweltmanagerin im Seehafen Kiel - ich betreue hier somit sämtliche Umweltprojekte des Seehafens. Dies ist ein sehr vielfältiges Arbeitsfeld: ich begleite beispielsweise die Durchführung von Energieaudits, die Planung von Solaranlagen auf den Dächern unserer Immobilien (wo möglich) und die Durchführung der Elektrifizierung der Fahrzeugflotte inklusive dem Bau von E-Ladesäulen. Eins unserer großen Projekte, für das ich verantwortlich bin, ist der Bau von Landstromanlagen für Fähren und Kreuzfahrtschiffe.

Zusätzlich vertrete ich unser Unternehmen in allen umweltpolitischen Belangen auf nationaler und internationaler Ebene. Die Zusammenarbeit mit der Politik ist besonders für die Umsetzung von Projekten wichtig, die helfen, die EU-Klimaziele zu erreichen.

Um sich über Gelerntes auszutauschen und Erfahrungen weiterzugeben, stehen wir zudem im engen Austausch mit anderen Hafenstandorten in Deutschland, Europa und der Welt.

Landstrom OSK 5 - Port of Kiel
Foto: Landstrom OSK 5 - Port of Kiel
Welche SDGs sind von Deinem Engagement besonders berührt?

Das in meiner Arbeit wichtigste SDG ist das SDG 13 „Climate Action“. Als Umweltmanagerin des Seehafen Kiel haben alle meine Projekte das Ziel, das Klima zu schützen. So verbessert beispielsweise der Bau von Landstromanlagen die Luftqualität im Kieler Hafen und trägt zur Minimierung des CO2-Ausstoßes der Schiffe bei. Aber auch kleinere Maßnahmen wie der Betrieb unserer Flurfahrzeug- sowie unserer Dienst-PKW-Flotte mit Elektroantrieb verbessert unsere eigene CO2-Bilanz als Hafen Kiel.

Der Bau von Abwasserbehandlungsanlagen für Schiffe verhindert, dass Abwässer ungeklärt in die schützenswerte Kieler Förde gelangen. So hat meine Arbeit auch einen Bezug zu dem SDG 14 „Leben unter Wasser“.

Auch das SDG 11 “Sustainable Cities and Communities” spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Denn all die Aktivitäten, die wir als Hafen tun, um die Umwelt und unser Klima zu schützen, haben auch direkte Auswirkungen auf die Kieler Bevölkerung und die Landeshauptstadt Kiel. Wir achten darauf, dass der Hafen im nachhaltigen Einklang mit der Stadt und seiner Bevölkerung wirtschaftet.

Das SDG 9 “Industry Innovation and Infrastructure” betrifft mich in meinem Arbeitsalltag ebenfalls. Oft ist es nämlich notwendig, in Umweltschutzprojekten innovativ zu denken und neue Wege zu gehen, die bisher noch nicht gegangen wurden. Dafür ist es notwendig, intensiv mit der Wirtschaft zusammenzuarbeiten, um Lösungen für spezifische Herausforderungen zu entwickeln. Beispiele hierfür sind die Landstromanlagen oder auch die Abwasseraufbereitungsanlage am Ostseekai, die in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit führenden Industrieunternehmen entwickelt worden sind und speziell auf den Bedarf des Kieler Hafens angepasst wurden.

Auch das SDG 12 “Responsible Consumption and Production” spielt im Großen wie im Kleinen in meinem Alltag eine Rolle. Wir bieten als Hafen nämlich nicht nur unseren Kunden korrekte Mülltrennung für die Entsorgung ihrer Abfälle von Bord an, sondern haben auch Projekte initiiert, in denen es um kontinuierliche Müllreduktion und/oder Müllaufbereitung ging. Dies sind auch Themen für unser Team: wir wollen den Blick aller Mitarbeiter*innen dafür schulen, wie wir unseren Bedarf an Plastik, Papier und Strom kontinuierlich auf das wirklich Nötigste reduzieren können. Das können „einfache“ Maßnahmen wie die Nutzung wiederbefüllbarer Glasflaschen, abends das Licht ausmachen oder der Verzicht auf das Ausdrucken von Unterlagen sein. So stellen wir sicher, dass wir wirklich nur das Nötigste an Ressourcen verbrauchen, die für unsere Arbeit im Hafen notwendig sind.

Landstrom OSK 3 - Port of Kiel
Foto: Landstrom OSK 3 - Port of Kiel
Warum findest du Nachhaltigkeit wichtig?

Auf Grund des Klimawandels war es mir persönlich sehr wichtig eine Tätigkeit auszuüben, in der Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt. Mit dem Seehafen Kiel habe ich ein Unternehmen gefunden, dass bei jeder Projektplanung das Thema Nachhaltigkeit mitdenkt. In meiner Rolle als Umweltmanagerin bin ich direkt damit befasst, Nachhaltigkeit in alle Bereiche des Unternehmens zu tragen und ich bin stolz, dass der Seehafen nicht nur die Klimaziele der International Maritime Organisation (IMO) und der Europäischen Union (EU) unterstützt, sondern sich selbst sogar noch ehrgeizigere Ziele gesetzt hat.

So möchten wir mit unserem Unternehmen bereits 2030 klimaneutral werden. Diese ehrgeizigen Ziele wollen wir unter anderem mit Hilfe vom Bezug von ausschließlich Ökostrom (bereits seit 2011), dem Bau von Schiffsabwasseraufbereitungsanlagen für Kreuzfahrtschiffe, der Errichtung und Nutzung von Photovoltaik-Anlagen, dem Bau von Landstromanlagen für Kreuzfahrt- und Fährschiffe sowie der Elektrifizierung unseres Fuhrparkes und Umrüstung auf LED-Technik erreichen. So tragen wir als Hafen in Kiel bereits jetzt aktiv zum Schutz unseres Klimas bei.

Foto: Shore Power connection in Kiel - Port of Kiel
Foto: Shore Power connection in Kiel - Port of Kiel
Kiel 2030 - was ist Deine Vision für unsere Stadt?

Kiel im Jahr 2030 ist eine internationale, diverse Stadt am Meer, die nachhaltig arbeitet, mit einem klimaneutralen Hafen direkt in der Innenstadt. Nachhaltigkeit ist in alle Bereiche der Wirtschaft integriert. Durch eine erweiterte Fahrradinfrastruktur und eine Elektrifizierung der Verkehrsmittel im öffentlichen Raum sind wir dem Ziel einer nachhaltigen Mobilität viele Schritte nähergekommen. 

Nachhaltige Wirtschaftsunternehmen, eine nachhaltige Schifffahrt mit einer regionalen Wertschöpfung in der Region, schaffen in Kiel Arbeitsplätze. Zudem steht ausreichend Wohnraum, der nachhaltig gebaut wurde, zur Verfügung. Nachhaltige Projekte mit Pilotcharakter und attraktiver Architektur wie beispielsweise das Terminal 28 oder die Landstromanlage sind beliebte Tourismusattraktionen in Kiel.

Foto: AIDAprima am Ostseekai mit Landstromanlage - Port of Kiel
Foto: AIDAprima am Ostseekai mit Landstromanlage - Port of Kiel

Die Interviews der vergangenen Monate

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Kontakt

Stefanie Skuppin
Leiterin des Büros des Stadtpräsidenten
0431 901-3040


 
Frauke Wiprich
Leiterin des Sachbereichs Internationales und Nachhaltigkeit
0431 901-2504